Dienstag, 10. Juni 2014

Stoffe und Haare Färben mit unreifen Walnussschalen


Zum Wegwerfen zu schade: grünen Walnussschalen. 

Mit den Walnussschalen aus dem Rezept "Weiße Johanni-Nüsse" lassen sich nun alle möglichen Dinge färben, nicht nur die Finger.

Vielleicht kennt es der eine oder andere das noch aus Kindertagen: das Batiken.

Was braucht Ihr zum Batiken?

  • Walnussschalen
  • Wasser
  • Wolle, Feste Schnur oder Paketschnur
  • einen Topf und eine Schüssel, Eimer oder Schale
  • Färbergut wie weißer Baumwollstoff  oder Leinen (alte Bettlaken oder Küchenhandtücher eignen sich super für den Probelauf), aber auch Schurwolle, zu färbendes Baumwollgarn, Seide.

Wie geht das  Batiken mit Walnussschalen?

Variante A) für eilige Färber:

Für erste Gehversuche ist auch ein kleines Glasgefäß geeignet.
Dahin kommt der ganze Stoff und verbleibt darin Minuten
bis Tage.
Ihr kocht die Schalen mindestens 30 Minuten in so viel Wasser, dass sie gut bedeckt sind. In der Zeit verdreht Ihr den Stoff und wickelt ihn möglichst stramm mit Paketschnur ein. An der Stelle wo die Schnur auf dem Tuch sitzt, wird später nur wenig bis keine Farbe haften bleiben. Jetzt filtert Ihr den Sud in eine Schüssel und gebt den abgebundenen Stoff hinein. Wie lange Ihr das Färbergut im Bad lässt bestimmt, wie intensiv die Färbung ist. Mein Stoffstück hatte ich 30 Minuten eingeweicht. Anschließend holt Ihr den Stoff raus, schneidet vorsichtig die Schnüre auf und hängt das Tuch zum Trocknen auf. Es oxidiert noch etwas nach. Dann könnt Ihr es in Wasser erneut waschen - ein Teil der Farbe wird sich wieder heraus spülen.


Variante B) für gemütliche Färber:
Die Walnussschalen einfach 24h im Wasser  einweichen. Am nächsten Tag das Färbergut hinein geben und 2 Tage im Färbebad belassen. Anschließend wie in Variante A verfahren.

Die Intensität der Farbe richtet sich nach:
Das Ergebnis der Walnuss-Batik-Aktion
auf dem Wäscheständer zum Trocknen.  Der Stoff hier
war lediglich 10 min im Färbebad.
  • der Temperatur des Färbebades
  • der Verweildauer des Stoffes im Bad
  • der Menge der Walnussschalen, die Ihr für den Sud genommen habt.
Seid nicht enttäuscht! Das ist ein natürliches Färbemittel, ein tiefes, kräftiges Braun oder auch harte Kontraste könnt Ihr kaum erwarten. Der Ausgang beim Färben mit Naturmaterialien ist immer ein kleines Abenteuer. Vom zarten Pastelbraun bis zum schmutzigen Olivbraun war bei mir schon alles dabei.

Eigentlich könnt Ihr hier nichts falsch machen. Walnuss färbt! Eine schöne Sache um mit Kinder und Materialien zu experimentieren.




Haare Färben mit Walnussschalen

Wollt Ihr das wirklich versuchen? Eure Haare mit Walnussschalen färben? Das ist eine wahnsinnige Sauerei. Brünette haben mit Walnuss immerhin eine Möglichkeit, die Haarfarbe etwas zu intensivieren, aber ob sich das lohnt? Bei dem Versuch hab ich mir ein Handtuch versaut und die braunen Färbersoße läuft dann doch irgendwann heimlich den Nacken hinunter...oder die Stirn. Sieht "super" aus, diese braunen Farbstreifen  auf der Haut - auch noch Tage danach.  Wenn Ihr es dennoch versucht, cremt euch vorher Gesicht und Nacken dick mit einer Fett-Creme ein, dann bekommt Ihr die Soße wenigstens wieder entfernt.
Wie blondes Haar auf Walnuss reagiert? Keine Ahnung. Ob es grün wird? Freiwillige vor :-).

Was brauch Ihr zum Haarefärben mit Walnussschalen?

  • Walnussschalen (etwa 800 g)
  • 250 ml Wasser
  • 1 TL Zitronensaft
  • 1 EL Olivenöl

Wie geht Haare färben mit Walnussschalen?

Zuerst müsst Ihr die Walnussschalen so klein schneiden wie möglich, damit sie schneller trocken. Das Trocknen der Schalen geht am besten in der Sonnenhitze oder der Restwärme des Ofens, wenn Ihr den eh anhabt (ich bin kein Freund von energieintensiver "Ofentrocknung"). Danach müssen die Schalen fein gemahlen werden. Dafür eignet sich eine Kaffeemühle oder ein Mörser.
8 EL Pulver werden dann mit Wasser aufgekocht und mit den übrigen Zutaten zu einem Brei verrühren. Nun deckt euch die Schultern gut ab! Der Brei kommt ins Haar und bleibt da bis zu zwei Stunden. Dafür wickelt euch am besten Frischhaltefolie um den Kopf und dann ein Handtuch obendrüber. Anschließend gut ausspülen.
Insgesamt eine fiese Prozedur. Ich hab das einmal gemacht, war vom Ergebnis im Verhältnis zum Aufwand aber nicht wirklich überzeugt. Da färbe ich lieber Stoffe.

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