Freitag, 18. Juli 2014

Kirsch- oder Blutpflaumenmarmelade

Manchmal hat man Glück,und die Kirschpflaumen oder Blutpflaumen stellen sich als schmackhaft heraus. Ist das der Fall, ist eines der einfachsten Rezepte Marmelade daraus zu kochen. Allerdings muss man ein wenig herumexperimentieren, denn die Wildpflaumen ziehen unterschiedlich stark Wasser und haben je nach Sorte einen anderen Säuregehalt, so dass unter Umständen weniger Fruchtmasse (bei zu hohem Wasseranteil in den Früchten) oder die Zugabe von etwas Zitronensaft (bei zu geringem Säuregehalt) erforderlich ist. Mein Kirschpflaumenbaum ist unkompliziert. Seine Früchte verlangen nur eines: Gelierzucker.

Ob Wildpflaume, Kirschpflaumen oder Blupflaumen - manchmal
hat man Glück und die Früchte sind so unkompliziert, dass sie
als Marmelade nur Gelierzucker benötigen.

Zutaten für Kirschplaumenmarmelade:

  • 1 kg Kirschpflaumen 
  • 1 kg Gelierzucker 1:1

Variationen:

  • statt Kirschpflaumen Blutpflaumen verwenden
  • 1 Stange Vanille mitkochen
  • 1 Stange Zimt mitkochen
  • Mit Mirabellen, "echten" Pflaumen oder richtigen Kirschen mixen
  • wer mag, kann einige Kornblumenblütenblätter als Deko in die Marmelade geben 

Eine wirklich tolle Farbe und ein extrem
guter Geschmack mit grade mal 2 Zutaten: die
Kirschplaumenmarmelade.
Zubereitung:

Die Kirschpflaumen im Topf erhitzen (Zugabe von Wasser ist meist nicht nötig) und weich kochen, durch die flotte Lotte oder ein feines Sieb streichen. Die Fruchtmasse mit dem Gelierzucker nach Packungsanleitung aufkochen und die Marmelade heiß in Gläser füllen. Dankbares Rezept, denkbar einfach und dankbare Kinder. Was will Frau mehr?

Sonstiges: 

  • Die Kirschpflaumenmarmelade ist bei uns zu Hause der Renner. Da meine Kinder die Marmelade gerne essen, koche ich sie etwas dicker ein, damit sie nicht vom Brot läuft und ich mir die Matscherei am Frühstückstisch erspare.
  • Aber gehört viel Glück dazu, den richtigen Baum zu finden, da Kirsch- und Blutpflaumen sehr
    verschieden im Geschmack sein können. Manche Bäume taugen einfach gar nicht für Marmelade, da die Früchte mehlig sind und fade schmecken - aber nicht giftig sind, wie immer angenommen wird. Einzig der Kern kann Blausäure enthalten, aber der wird ja nicht mitgegessen.

Kommentare:

  1. Auf der Suche nach einem Kirschpflaumen-Rezept bin ich hier gelandet. Ein schöner Blog! Eine Frage zum Rezept: Kocht man die Kirschpflaumen mit Kern? Irgendwo habe ich gelesen, die Kerne könnten giftig sein - aber das Entsteinen ist ja wirklich müßig bei den kleinen Früchten. Und wie ist das mit dem Gewicht, nimmt man 1kg mit Kern oder wiegt man erst nach dem Entsteinen? Danke und LG

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  2. Hallo Kristin,
    tatsächlich werden die Kirschplaumen mit Kernen gekocht. Man nutzt also 1 kg Kirschpflaumen inklusive Kerne. Nach dem passieren bleiben etwa 800 g Fruchtmus übrig - das kann man etweder mit Wasser oder Apfelsaft auffüllen oder man kocht die Marmelade mit 800g Fruchtmus ein, was sie etwas fester werden lässt. Ich mag das so, weil das bei meinen Kindern nicht so schnell bom Brot läuft :). Es kommt bei dem Rezept also nicht auf 200 g an. Lieber mehr Früchte kochen und den Rest einfrieren. Da zudem der Säuregehalt der Früchte sehr variiabel ist und die Früchte unterschiedlich stark Wasser ziehen, kann es durchaus sein, dass man auch etwas mehr oder weniger Früchte und/oder Zucker verwenden muss. Da ist vor allem beim ersten Mal ein wenig Experimentiergeist und Testnaschen gefragt. Meine Erfahrung mit Gelierzucker: Der nimmt einem kaum was krumm. Auch nach 4 Min Kochzeit kann man noch Zucker oder Fruchtbereitung oder Wasser zufügen. Einfach immer mal wieder eine Gelierprobe machen.

    Beim Kochen gehen die Kerne nicht kaputt. Erst wenn die Kerne beschädigt werden und zerbrechen, kann aus dem Inneren Blausäure freigesetzt werden. Die Schale ist bei sogenannten "Steinfrüchten" wie der Kirschpflaume aber sehr dick, so dass selbst beim Durchdrehen durch die Flotte Lotte die Kerne unbeschädigt bleiben. Bei Mirabellen habe ich da schon andere Erfahrungen gemacht.
    Mit einer Minimenge Blausäure kann der Köpfer im übrigen gut umgehen. Die "Giftigkeit" von Prunus-Kernen wird in meinen Augen hier immer etwas übertrieben. Als Kind haben wir ab uns zu sogar Aprikosenkerne geknackt und das Innere genascht und wussten instinktiv, dass man von dem nach Marzipan schmeckenden Inhalt (schmeckt eben wegen der Blausäure nach Marzipan) maximal einen Kern essen darf. Es gibt heute sogar Alternativmediziner die empfehlen, 2 bittere Aprikosenkerne pro Tag zu essen, um das darin enthaltene Vitamin B17, dass gegen Krebs gut sein soll, dem Körper zuzuführen. Mein Lieblingsspruch: Die Dosis macht das Gift! Dennoch sollte man darauf achten, dass die Kerne unbeschädigt bleiben und diese nicht absichtlich beim Einkochen zu zertrümmern.
    Viel Spaß beim Experimentieren und keine Angst vor dem Missglücken. Die besten Marmeladen entstehen immer dann wenn man es am wenigsten vermutet :)


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