Freitag, 5. Juni 2015

Rosenblätter kandieren, Rosenzucker, getrocknete Rosenblütenblätter

Dreierlei von der Rose - so nutzt man Rosen in der Küche

Die Rosen stehen in voller Blüte und auch ein Unkrautgourmet wie ich, kommt nicht umhin, sich an der Königin der Blumen zu vergreifen. Rosen sind Seelennahrung - oder Gemüse? Man hat das Gefühl etwas ganz Besonderes zu essen und das lässt die Wertschätzung gegenüber der Natur steigen. Botanischer Kavier sozusagen. Also ruhig ab und zu mal eine Rose vernaschen :-). Deswegen landet auch die Rose bei mir in der Küche. Heute will ich Euch zeigen, wie man Rosenblätter kandieren. Den  Rosenzucker hatten wir zwar schon und an seiner Zubereitung hat sich auch nichts geändert, dennoch brauchen wir für den kommen den Blogbeitrag gut 200 g Rosenzucker :-). Dann trocknen wir noch ein paar Duftrosenblätter und werten damit unseren fermentierten Tee auf. Los geht´s.
Getrocknete Rosenblätter, Rosenzucker und kandierte Rosenblüten - Grundzutaten für die Rosenküche.

Rosenblüten kandieren und was es dabei zu beachten gilt

Ein fertig kandiertes Rosenblatt - Haltbarkeit fast 1 Jahr.
Zum Kandieren der Rosenblütenblätter braucht Ihr Rosen mit Blüten von mittlerer Größe. Rot, gelb - egal. Ich mag gelb oder rosa, weil man das Eiweiß nach dem Trocknen nicht so sieht. Bei zu kleinen Blättern wird das Durchziehen durchs Eiweiß eine Fusselarbeit, bei großen Blättern braucht wiederum das Trocknen zu lange.
Am besten eignen sich Duftrosen (keine aus dem Handel, die sind nahezu immer gespritzt!), wer die nicht hat, kann auch gewöhnliche Rosenblätter nehmen, die schmecken anschließend dann nach Zuckerguss, hübsch sehen sie dennoch aus.
  • 1 Eiweiß
  • 1 Rosenblüte
  • Puderzucker zum Wenden
Die Rosenblätter abzupfen, das Eiweiß kurz aufschlagen, die Blätter durchs Eiweiß ziehen, mit Puderzucker "panieren" und auf ein mit Backpapier belegtes Backblech geben. Nun kommt der unökologische Teil: Wenn es draußen nicht heißt genug ist, bei 70 Grad (keine Umluft!) 2-3 Stunden trocken. Hat es 35 Grad Außentemperatur, könnt Ihr die Blüten auch in der Mittagshitze trocken lassen. Dafür sollte Ihr sie unbedingt mit einem Fliegengitter abdecken. Anschließend auskühlen lassen und vorsichtig vom Backpapier lösen, in dem Ihr die Blüten von unten aus dem Backpapier drückt (wie man das bei Pralinen manchmal machen muss). Wenn die Blüten richtig getrocknet sind, halten sie sich fast ein Jahr. Man kann also einen Vorrat  für die trüben Jahreszeiten anlegen. Allerdings: Das Kandieren ist zeitaufwändig. Für eine Rose steht man schon mal eine knappe Stunde in der Küche, man will bei so etwas "Kostbaren" ja auch keine Eile an den Tag legen.


Getrocknete Rosenblütenblätter z. B. für schwarzen Tee

Rosenblätter im Tee oder einfach nur um sie zu Rosensalz
zu vermahlen oder als essbare Blüten im Salat.
Rosenblätter lassen sich auf die gleiche Weise wie oben beschreiben auch direkt trocknen: Am besten in der Sommerhitze. Länger als 2 Tage sollte das nicht dauern, sonst werden die Rosenblätter braun. Zum Trocknen die Blütenblätter abzupfen und evtl. den bitten Blütenblätteransatz abschneiden. Auch im Ofen lassen sich Rosenblätter trocknen, hier aber auf keinen Fall über 70 Grad gehen, die Blätter sollen trocknen, nicht backen. In 2 Stunden sind sie getrocknet.
Rote und gelbe Rosen sehen getrocknet besonders schön aus. Wer sie zum Aromatisieren von Getränken und Speisen nimmt, sollte Duftrosen nehmen. Geht es mehr um die Farbe, dann reichten rote Rosen ohne Duft. 1:1 gemischt mit unserem fermentierten Tee geben Duftrosen dem Tee noch mal eine ganz besondere Note. Da der Tee aus Brombeer- und Himbeerblättern - beides Rosengewächse - besteht, passen Rosenblütenblätter perfekt dazu und machen aus simplen Zutaten einen edlen Tee. Solche Rosenmischungen könnt Ihr nun z. B. auch mit Salz zermörsern und habt Rosensalz fürs Frühstücksei.

Seelenkummer? Die Rose hilft!

Schräge Zuckerfarbe. Mit roten Rosen wird der Zucker lila
oder ist das gar königliches Purpur?
Tipp: Bastelt Euch ein Schildchen und hängt es an das Rosensalztöpfchen: "Kummer? Hier steckt Freude drin." Gleiches könnt Ihr auch für den Rosenzucker machen. Stellt Euch beides dorthin, wo ihr hingeht oder hinschaut, wenn Ihr traurig seid oder sonst wie bedrückt. Wenn es soweit ist, dann kocht Euch einen Tee oder bratet Euch ein Spiegelei und nutzt dafür das Rosensalz/Rosenzucker. Ihr werdet merken: Danach geht es Euch ein bisschen besser. Rosen sind Seelenfutter.

Rosenzucker aus roten Rosenblätter und was es zu beachten gibt

Mit der Schere einfach ringsum die Rosenblätter abschneiden,
so bleiben die bitteren Rosenblütenansätze am Fruchtknoten.
Nochmal kurz zum Rosenzucker. Ich hab gestern einen neuen Schwung  hergestellt. Dafür habe ich  roten Rosenblüten verwendet, weil sie farblich eine Augenweide sind. Vorher solltet Ihr die Rosenblätter einmal kosten, ob die Blütenblätter bitter schmecken. Das ist nicht bei jeder Rose der Fall, wenn sie aber bitter sind, dann nur an der Blütenblattbasis. Dafür muss man gar nicht groß zupfen, sondern ich schneide mit der Schere einfach einmal um die Rose herum. Der bittere Blütenblattansatz bleibt am Fruchtknoten und die "Sauerei" lässt sich anschließend einfach kompostieren, ohne dass man so viel "Krümmelkram" hat. 30 Gramm Zucker auf 30 Gramm rote Blütenblätterergeben einen kräftig gefärbten Rosenzucker.

Was macht man mit dem ganzen Rosenzucker außer literweise schlechte-Laune-gute-Laune-Tee damit zu süßen? Das zeige ich Euch im nächsten Beitrag. Haltbar sind die getrockneten, kandierten oder zu Zucker verarbeiteten Rosen fast ein Jahr, verliehren aber nach und nach an Leuchtkraft. Deswegen lohnt es sich nicht, sie aufzuheben. Einfach nach und nach aubrauchen. Das ist ja das Schöne an den Jahreszeiten und so freut man sich auf Juni 2016 auf die nächste Rosensaison.


Kommentare:

  1. Hallo, auf der Suche nach kandierten Rosenblättern, bin ich auf diesen interessanten Blog gelandet und freu mich darüber - denn hier gibt es überaus viel zu entdecken...und so werde ich nun immer mal wieder hier einige Zeit verweilen...um neues für mein Landleben zu entdecken :o) schöne Grüße
    Hedwig

    AntwortenLöschen
  2. Liebe Hedwig,
    das freut mich sehr, dass Dir mein Blog gefällt. Ich bemühe mich auch weiterhin im Rahmen meiner Möglichkeiten Entdeckenswertes zu posten :-)
    Viel Spaß beim Schmökern und Nachmachen wünscht Dir
    Sindy

    AntwortenLöschen
  3. Hallo,

    kann man eigentlich auch die (grünen) Rosenblätter essen? ich habe mir nämlich vor kurzem eine Smoothie-Maschine gekauft, in der ich nun Löwenzahn, Brennnessel und allerhand weitere "Unkräu...", ähmm Wildkräuter verarbeite. Und da ich in meinem Garten mehrere Rosensträucher habe, habe ich gedacht, dass ich da vielleicht auch ein paar Blätter abzupfen könnte, oder nicht?

    AntwortenLöschen
  4. Wenn die grünen Rosenblätter ungespritzt sind, wüsste ich nichts, was gegen der Konsum spricht. Die Rose schützt sich vorm Gefressen werden mit Stacheln, nicht mit Gift. Wenn der Mixer also leistungsfähig ist, warum nicht mal mit ein paar Blättchen experimentieren. Allerdings hab ich keine Erfahung in Sachen vegetative Rosenblätter-Rezepte und deren Geschmack. Insofern würde es mich doch sehr Interessieren, wie nach ein paar Gehversuchen deine Erfahrungen hierzu sind. Ich freue mich auf eine Antwort.
    Liebe Grüße Sindy

    AntwortenLöschen