Montag, 9. November 2015

"Food Porn" mit Eichelwurst

Ein Beitrag mit permanentem Augenzwinkern, denn manche Themen fordern es gradezu heraus. Kennt Ihr "Food Porn"? Vor ein paar Tagen hörte ich einen Radiobeitrag mit einen Psychologen über das Thema. Es geht um das Phänomen, dass immer mehr Menschen ihr Essen fotografieren und es über Social Media Kanäle und Blogs  veröffentlich. Interessant! Ich zähle mich auch dazu - irgendwie. Ich musste dennoch sehr staunen, als der Psychologe als Quintessenz zusammenfasste, dass es sich bei "Food Porn" um Exibitionismus sinnlicher Erlebnisse (Essen) und der eigenen Egozentrik  (seht her was ich kann) handelt. So, so... so gesehen ist dieser Blog ein zur Schau stellen meiner experimentellen Sinnlichkeit gepaar mit meiner Egozentrik? Das lässt ja tief blicken. Und dann muss ich auch gleich lachen, kommen einem doch bei bestimmte Begriffen ganz bestimmte Assoziationen in den Kopf. Und der "Food Porn" ließ mich unweigerlich an meine Eichelwurst denken. Wieso nur? :)

Trotz gewagtem Namen (da kann die Eichel ja nun nichts dafür) ein vegetarischer Aufstrich! Wer
statt Milch Sojamilch verwendet macht das Ganze dann auch noch vegan.

 

Eichelwurst mit Kartoffeln

Zutaten für ein echtes Food Porn-Rezept: Eichelwurst.
 Zutaten:
  • 400 ml Milch 
  • 100 g Eichelmehl
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 rohe Kartoffel
  • 1-2 TL 
  • 1 TL frisch gemahlener Pfeffer 
  • 1-2 TL Majoran
  • 1/2  TL Rosmarin
  • 200 g Weißbrot




Zubereitung:
Die Milch mit dem Eichelmehl 10 min einkochen. Die Kartoffel hineinreiben und die Eichelmilch abbinden (alternativ kann auch Kartoffelstärke verwendent werden). Mit den Gewürzen gut abschmecken. Das Brot in Würfel schneiden und unter die Masse heben, in  ein Schreibglas füllen und erkalten lassen.


Was man besser oder anders machen kann?

Der Aufstrich härtet nach! Deswegen kann die
Kartoffel-/Stärkemehlmenge etwas reduziert werden.
  • Sapallot, da ist sie wieder, die Krux mit dem Eichelmehl. Dieses Mal blieb das Eichelmehl hell. Ich hätte es gern dunkler gehabt, damit die Brotstückchen in der "Wurst" besser zu sehen sind. Das nächste mal wird das Mehl vorher kurz (!) geröstet.
  • Ich hatte 2 Kartoffel verwendet. Dadurch wird die ganze Masse sehr fest. Eine Kartoffel reicht völlig, wenn nicht sogar eine halbe, je nach Göße. Wer mit Kartoffelstärke arbeitet, sollte erst mal 1 TL verwenden, evtl dann einen zweiten nachschieben.
  • Variieren lässt sich der Aufstrich wunderbar, da er ohne Gewürzte und nur mit Salz und Pfeffer recht neutral schmeckt.  Da ich ein Rosmarin-Fan bin (oh ja, ich liebe Kräuter, auch die "normalen" Küchenkräuter :)), hab ich die angegebenen Menge auf 1 TL erhöht. Ich könnte mir auch Thymian oder diverse andere Kräuter vorstellen und auch mit kleingeschnittenen Nüssen oder Steinpilzen ist der Aufstrich gewiss ein Genuss. Evtl. noch etwas Nachsalzen!
  • Das Brot kann man auch weglassen. Es macht den Aufstrich allerdings ein wenige "luftiger" und nicht so schwer.
  • Statt Milch kann man auch nur Wasser verwenden, allerdings wirkt der ganze Austrich dann weniger appetitlich und ihm fehlt die Cremigkeit.

* Alles Food Porn, oder was?

Immer diese Begrifflichkeiten. Unter "Food Porn" würde eigentlich jedes Kochbuch fallen. Allerdings bin ich bei meiner Recherche auf ein wenig Inkonsistenz gestoßen, was diesen Begriff betrifft. So definieren die einen Food Porn ganz allgemein als das Fotografieren und Veröffentlichen von Essen (und dann fällt da wirklich auch ein normales Kochbuch drunter),  andere definieren "Food Porn" ausschließlich als das Fotografieren und Veröffentlichen von Essen, das man vor dem Foto noch nicht probiert hat, also der Super-Burger im Fastfood-Restaurant und der 5-Sterne-Dessert in einem Nobelrestaurant, das man mit dem Handy mal eben ablichtet und dann aller Welt in Facebook unter die Nase reibt, nach dem Motto: Schaut her, ich kann es mir leisten.
Ob experimentielles Food Bloggen auch unter diesen Begriff fallen würde (immerhin blogge ich auch über diverse Niederlagen : Schaut her was ich nicht geschafft habe :)), weiß ich nicht. Ist mir auch ehrlich eichel-wurscht :). Ich denke es gibt wichtigere Probleme in unserer Gesellschaft, als die freudschen Theorien hinter dem Foodbloggen zu beleuchten. Meine Ambition hier ist, Euch zu zeigen, dass die heutige Natur nach wie vor Zutaten für unser täglich Brot bietet.
Was haben Food Porn und Eichelwurst gemeinsam?
Eines ist allerdings echt wichtig: Vorsicht bei Fotografieren von fremden Tellern! Auch das Anrichten der Speisen unterliegt dem Urheberschutz! Wer also nicht sein eigenes Essen fotografiert, sondern im Restaurant drauf los knippst und das Essen dann bei Facebook und Co. online stellt (oder in seinen Blog), der riskiert eine saftige Geldstrafe, denn eigentlich hätte er oder sie sich  vom Koch dafür die Erlaubnis geben lassen müssen - und das am besten schriftlich.
Wer mal eines meiner bescheidenen  Bilder  veröffentlichen möchte, kann mich gerne anschrieben.

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