Dienstag, 10. November 2020

Sie hat schon wieder den Weihnachtsbaum gegessen oder das Ergebnis eines ziemlich ruhigen Jahres

2020  - ein Projektjahr

Neuauflage von "Schatz ich hab den Weihnachtsbaum aufgegessen!"

Da ist sie nach 5 Jahren: die zweite, völlig überarbeitete Auflage meines Buches "Schatz, ich hab den Weihnachtsbaum aufgegessen", jetzt mit Fotos und noch mehr Rezepten.

Da fällt die Tür ins Haus: Hurra! Meine völlig überarbeitet Neuauflage gibt es im Handel (ISBN 9783752627879) ! Es war eines der Projekte, die ich dieses Jahr vorangetrieben habe.  "Schatz, ich hab den Weihnachtsbaum aufgegessen!" beinhaltet nun noch mehr Rezepte und dieses Mal auch  Fotos! 92 Seiten voller Ideen, was man aus einen Christbaum nach Weihnachten machen kann. Vielleicht sucht ja noch jemand ein originelles Geschenk? Wie wäre es dieses Jahr mit einem kleinen Weihnachtsbaum im Topf  samt "Verwertungsbuch"für die Verwandschaft? 

Zu kaufen am besten über folgende Wege:

  • über mich persönlich. Einfach eine Mail mit der gewünschten Stückzahl und eurer Liefer-/Rechnungsadresse an mich, unkrautgourmet(at)email.de.  Bitte plant eine Lieferzeit von  2 Wochen ein, da das Buch an Demand gedruckt wird! Gern versehe ich euch das Buch mit einer persönlichen Widmung, wenn Ihr das möchtet.
  • über  den Autorenwelt-Shop, der mit den Einnahmen über den Verkauf die Autoren noch einmal extra unterstützt, 
  • direkt bei BoD, da hier die Einnahmen auch höher sind, als bei Amazon.

Jeder der sich bis zum 23.11.2020 bei mir mit 

  • Namen und Adresse,
  • gewünschter Stückzahl
  • signiert? Ja/nein
  • Widmungstext (wenn gewünscht)
meldet, bekommt von mir das Buch zum Vorzugspreis von 14,99 Euro inkl.Versandkosten innerhalb Deutschlands, gern auch signiert, wenn Ihr möchtet. Vielleicht sucht Ihr ja noch nach einen chicken und originellen Weihnachtsgeschenk :-) ? Mir würde es helfen, denn die 1,50 Euro, die ich pro Buchverkauf über BoD einnehme (im Buchhandel bekommt ich dann nur ein Bruchteil der 1,50 Euro), ist dieses Jahr fast mein einziger Verdient. Ich müsste also mind. 12.000 Stück über BoD verkaufen, damit der Verdienstausfall in diesem Jahr ein wenig abgepuffert wird.  Ob das gelingt? Es ist bald Weihnachten. Wir hoffen auf ein kleines Wunder und jemanden, der für das Buch mächtig Werbung macht. Von der Vorgängerversion wurden im Übrigen ganze 400 Stück verkauft :-). Nach Oben ist also noch Luft :-).   

Mal ein kleiner Blick, in das Buch, damit ihr seht, wie das Innen nun aussieht:


Tannenzapfen-Brötchen, nur eine Idee, wie man seinen Tannenbaum nach Weihnachten weiterverwerten kann. Mehr Ideen im Buch "Schatz, ich hab den Weihnachtsbaum aufgegessen!" 

Für alle, die sich nun ärgern, dass Sie das Rezept nicht lesen können: Schreibt mir an unkrautgourmet (at)email.de, ich schicke Euch das Rezept gratis als Pdf zu, natürlich mit der Bitte das ganze Buch zu kaufen  oder wenigsten Werbung dafür zu machen :-). Was Ihr mit der Bitte macht, bleibt dann Euch überlassen. Nur eine unkontrollierte Weitergabe der Rezepte aus dem Weihnachtsbaum-Kochbuch möchte ich etwas vermeiden.

Aber was ist mit meinem Leben dieses Jahr passiert? Nun, eine Geschichte, wie sie vielen passiert ist, die der Lockdown ins Gesicht geschlagen hat. Nur liest sich meine etwas anders, da ich nicht der "typische Fall" bin. Ich kann nur hoffen, dass Hotelliers, Gastronomiebetriebe,  Künstler, alle selbstständig in der Bildungsbranche tätigen wie mich, und alle anderen, die der Lockdown in die Knie gezwungen hat, ebenfalls einen eigenen Weg finden, die Krise zu bewältigen. Denn trotz der Beteuerung von Herrn Spahn: Es werden viele vergessen! Sehr viele. Sie leiden still. Sich anzumaßen dass "an alle gedacht" wird, ist schon fast basphemisch.


Krise als Chance - ein Lernprozess

Ein kurzer Blick zurück. März 2020. Lockdown. Da ich seit 5 Jahre in der Umweltbildung tätig bin und fleißig Schulklassenprojekte auf der Streuobstwiese mache, musste ich mit der Lockdownsituatuation erst einmal klar kommen: Mir sind von einem Tag auf den andern die Projekte für das Schuljahr 2019/2020 vollständig kollabiert. Es gab so gut wie kaum eine Neubuchung für das Schuljahr 2020/2021. Verständlich. Viele Schule durften keinen externen Referenten wie mich mehr dazu nehmen, die Lage durch einen Lockdown in Zukunft machte es Schulen unmöglich langfristig zu planen und mir natürlich auch. Ich kann unmöglich über die nächsten Jahre so viele Termine offenhalten, die dann nicht stattfinden. Die ganze Situation war und ist extrem belastend. Damit muss man erst mal klarkommen.  

Mitte März stand ich also noch mit einer Klasse auf der Wiese und hab Rehspuren und noch steif gefrorene Eidechsen untersucht und einen Tag später waren alle Zuhause. Alles gestrichen. Die Schulklassenprojekte wurden eingeforen, der Geopark hat seine Aktivitäten auf ein Minimum und mit begrenzter Besucherzahl festgesetzt, Gruppen buchten mich nicht mehr. Für mich hieß das: totaler Verdienstausfall und ein düsterer, ungewisser Blick in die Zukunft. Da fällt man erst mal in ein Loch. Ein ziemlich tiefes. Das was ich mir über die letzten Jahre so mühsam aufgebaut hatte - alles entrissen. Ob ich noch mal den Elan aufbringen kann, so viel Herzblut zu opfern? Ich weiß es nicht.  

Herausgeholt aus dem akuten Frustrations-Loch hat mich die Natur, mein Garten, mein Mann, meine Kinder und meine eigenen 1000 Ideen und der Schütze-eigene Optimismus. Aus der Krise eine Chance machen. Ich will das nicht schön reden. Es ist nicht schön. Mein Vater - Gott hab ihn selig - würde sagen: "Kind, du muss der Scheiße einen Geschmack geben!" Papa, ich bemühe mich- Dennoch habe  ich immer wieder Momente, wo ich am liebsten den Kopf in den Sand stecken würde.... was nützt das? Nichts. Ab und an ist Selbstmitleid für die eigene Psyche angebracht. Verlust darf auch betrauert werden. Existensängste nagen an den Nerven. Wenn einem das eigene Herzensprojekt quarantänisiert wird, dann darf man auch wütend sein, traurig, frustriert. Eine Zeit lang. Doch dann sollte man sich auch wieder aufrappeln.  Das Leben ist ja nicht vorbei. Chancen verschwinden nicht, sie ändern sich nur. Zeit also, ein paar neue (oder alte) Projekte zu starten (oder aufleben zu lassen), die man ohne die Vollbremsung nie angegangen wäre. Und es werden einem ein paar Dinge sehr deutlich, die man so nicht wahrgenommen hätte oder im Arbeits-Alltag gut ausblenden konnte.  Dafür bin ich dankbar. Nicht der Regierung. Ich bin einfach dankbar, dass ich nun klar sehe. Bildung und Umweltschutz werden mit Füßen getreten. Das zu erkennen war hart. Herzensprojekt hin oder her, aber auch solche Arbeit sollte gewürdig werden, denn sie ist wichtig und in einer Situation wie dieser merkt man dass man keine Rücklagen hat bilden können, aufgrund der geringen Einnahmen noch nicht mal Soforthilfe beantragen kann....Verrückt. Es so plakativ vor Augen geführt zu bekommen von einen Tag auf den anden, darauf war ich nicht vorbereitet. Auch ich war im Arbeitstrott etwas verblendet. Doch ich hab die Herausforderung angenommen: Wenn sich keiner drum kümmert, muss man das selbst in die Hand nehmen. Und so sehe ich die Krise als Chance. Und neue Projekte beanspruchen meine Lebenszeit.

2020 war ein "besch...eidenes" Jahr inSachen Umweltbildung: Nur drei Klassen hatten die Gelegenheit Äpfel in der Streuobstwerkstatt zu keltern. Aber den Kindern hat es viel Freude bereitet. Immerhin eine Veranstaltung die irgendwie stattfinden konnte, nachdem alles in diesem Jahr zusammengebrochen ist.


Draußenschule Ladenburg

Ich habe mich in ein Team zum Aufbau einer freien Grundschule, der Draußenschule in Ladenburg eingebracht und bin dort nun auch gut eingebunden. Erst mal ehrenamtlich. Wie alle. Wenn alles gut geht, starte ich dort im September 2021 als Festangestellte. Das wärs. Ein Traumjob für mich. Schaut doch mal rein: draussen.schule. Es ist eine Ganztagsgrundschule in freier Trägerschaft, die mindestens einen Tag in der Woche vollständig Draußen verbringen wird und die anderen Tage zumindest für mehrere Stunden dort lernt, wo lernen stattfindet: im Alltag. Man kann sich das so vorstellen, wie früher: eine Dorfschule mit einer altersgemischten Klasse, wo alle Kinder voneinenander lernen, wo man gemeinsam projektbasiert lernt (nicht mehr fächerbezogen), eigenen Ideen entwickelt und das Ganze mit einem sinnvoll eingesetzten Maß an Medien und Technik. Wer sich so gar nichts darunter vorstellen kann, kann sich das mal auf unserer Webseite anschauen oder im Video unten, dann versteht man auch, wie ich eigentlich dazu komme. Im Film komme ich nicht vor, sondern Caro, die zukünftige Schulleiterin und die Urmutter des Projekts Draußenschule. Wenn ihr das Projekt und die Schulform unterstützen wollt, dürft ihr gern unsere Kampagne auf BetterPlace unterstützten oder eine Spende euer Wahl an die Draußenschule spenden. Wir planen in einigen Jahren auch eine Sekundarstufe und mein eigener Traum wäre es, solche kleinen Schulen überall wieder dezentral einzurichten. Und träumen wir weiter: Wenn Privatschulen alle vom Staat unterstützt werden würden, würde Bildungsvielfalt statt Bildungseinheitsbrei endlich auch möglich sein. Was auch helfen würde: Ein bedingungsloses Bildungseinkommen. So das Familien, deren Kinder nicht auf Regelschulen passen, aber z.B. in eine Schule wie der Draußenschule gut lernen können, sich das auch leisten könnten.... Man braucht Träume, um die Zukunft zum Besseren zu verändern. Und so arbeiten wir seit Jahren (ich seit nunmehr 2)  alle ehrenamtlich ohne Bezahlung viele, viele Stunden daran die Bildungslandschaft und somit die Zukunft unserer Gesellschaft zum Besseren zu verändern.



Streuobstwerkstatt Schriesheim

Der Unkrautgourmet hat in diesem Jahr auch einen festen, realen Standort bekommen, mit der Streuobstwerkstatt. Hurra! Auch das habe ich meiner unfreiwilligen Freizeit unbezahlt auf die Beine gestellt: die Streuobstwerkstatt. Das ist wahrlich eine Corona-Geburt, denn ohne Corona und die verordnete Zwangspause und damit den Komplettausfall aller Termine im Jahr 2020  und 2021 (Die Schulen buchen mich ja immer für ein ganzes Jahr und da die Sachlage aktuell sich wieder verschärft habe ich auch keine Buchungen für 2021...) wäre dieses Projekt nie entstanden. So hatte ich eindeutig zu viel Zeit. Wenn man diese in sein Herzensprojekt steckt, dann passieren plötzlich kleine Wunder. So wurden mir dieses Jahr von der Stiftung des Landenaturschutzverbandes 3500 Euro zum Schneiden der 26 Bäume auf dem Grundstück überlassen! Das war ein Segen und jede Menge Papierkram. Von der 70-Jährigen unbekannten Mostbirne über den Klarapfel, einigen Pflaumenbäumen bis zur ebenso alten Konstantinopeler Apfelquitte - alle Bäume sind durch Baumkletterer so geschnitten worden, dass sie hoffentlich noch viele Jahre stehen und werden in 2 Jahren mit dem Geld auch nachgeschnitten. Ich bin dankbar, denn das Crowdfounnding hat zwar ein wenig was eingebracht und den Notschnitt im Juni finanzieren können, aber bei so vielen Bäumen, war deutlich mehr Men-Power nötig. Danke an Fabian und Co. von Arboreal Baumpflege, die zu einem Super-Preis  die Bäume geschnitten haben und so das Projekt unterstützt haben! Mehr dazu auf meiner Seite zur Streuobstwerkstatt. Dort könnt ihr nachlesen wie sich das Projekt ntwickelt hat.  Nächstes Jahr kann hier auch die Klasse der Draußenschule herkommen. Die Streuobstwerksatt wird dann auch Außenklassenzimmer. Das ist so schön. 

Mittlerweile durfte ich auch bei den 14. Streuobsttagen Baden-Württemberg dazu einen Vortrag halten, das hat mich sehr gefreut! Die Streuobstrage sollen im Nachgang auch online einsehbar sein, dann werde ich den Link hier auch einstellen.

Und weil mir das Thema Streuobst so sehr am Herzen liegt, habe ich diesen Jahr mehrere Grundstücke in Pflege genommen, die ich (noch immer)  von Brombeeren befreie, um auch dort wieder eine Streuobstwiese herzustellen. Ein zweiter Standort für die Streuobstwerkstatt - das wäre ein Traum.

Aktuell kann man sich bereits für den zweiten offiziellen Termin in der Streuobstwerkstatt anmelden am 28.11. um 14 Uhr, Theme: "Tiere im Winter". Sei mit dabei!  Wir pflanzen den Streuobstbaum des Jahres und erfahren etwas zum Baumpflege im Winter. Kosten: Spende in der Höhe deiner Wahl. Das eingenommenen Geld wird in die Streuobstwerkstatt reinvestiert.

Fabian Kaufmann von Arboreal Baumpflege beim Schneiden meiner 15 Meter hohen Kirsche. Irre. Er hing da wirklich Kopfüber mit der Säge im Baum...Ich habe still gebetet...er hat es heil nach unten geschafft.

Ein paar Impressionen des Jahres 2020 aus der Streuobstwerkstatt.



Lohn der Arbeit: der Gemüsegarten

Auch das habe ich dieses Jahr als privates Projekt gemacht: Mir einen Gemüsegarten angelegt. Das war ein Frust-Projekt. Mit dem Wegfall meiner Arbeit, hab ich was gebraucht, wo ich mich auspowern konnte. Die Basis war eine Brombeerwüste! Also jede Menge zum Auspowern. Da steckt viel Schweiß und Pickelarbeit drin.  Ja, ich essen außer Brennessen und Tannenbaum  auch gern mal eine Tomate :-). Als Lohn hat das 400 qm Stück das ich entbrombeerisiert habe,  neben 35 kg Zucchini, 50 kg Tomaten und 70 kg Kartoffeln auch mehrere Dutzend Auberginen und einige Kilo Erdbeeren abgeworfen. Die Erdbeerne hatte ich im Herbst bereits gepflanzt. Die üppige Ernte hat mich sehr gefreut. Wir hatten natürlich auch einigen Ladungen Brennnesselspina , Zutaten durch andere Wildkräuter und am Ende einen Wintervorrat Brombeerblättertee ;-). Es tut gut, seinen Frust mit Spaten, Heckenschere, Buschsense und  Pickel abzuarbeiten und dafür dann auch noch belohnt zu werden. 

Der Garten hat kein Wasser! Gelegentlich musste mein Gemüse also dürsten, was mich Lehrgeld gekostet hat. Gemüse mit hohem Wasserverbrauch wollte einfach nicht wachsen. Das war im Juni beim Anpflanzen des Grünkohles leider sein Tod. Auch Blumenkohl und Kohlrabi wollten ohne Wasser nicht gedeihen. Nächstes Jahr werde ich meine Erkenntnisse dergestellt umsetzten, dass ich weiter versuche Sorten und Arten zu finden, die mit der immer ausgeprägteren Sommertrockenheit gut zurecht kommen. Schafwolle,  Terra Preta und Mulchen werden im Gemüsegarten wohl 2021 eine entscheidenen Rolle spielen. Aktuell experimentiere ich mit Wurmkiste,  Bokashi und verschiedem Meerschweincheneinstreu-Gut zur Kompostierung. Vielleicht schaffe ich es ja darüber mal zu bloggen.

Da dieses Jahr nur 3 Schulklassen zum Keltern kommen konnten, habe ich Apfelsaft für die nächsten 2 Jahren im Keller und einigen  Kirschgläser füllen die Regale, wo noch Platz ist. Trotz Verdienstausfall und Verzicht an allen Stellen: Verhungern werden wir nicht. Liegt auch wieder an unserer tollen Gesetzgebung, die mir verbietet, den Saft zu verkaufen, da er nicht dem hygienischen Standard der Lebensmitttelindustire entspicht. Klar, ist ja auch vom Baum quasi direkt in die Flasche gespungen. Nennt sich biodynamisch und lebendig. Der Saft wurde also nicht um die halbe Welt gekarrt,  zu Tode erhitzt und gefiltert, konzetriert, nacharomatisiert, verdampft und dann wieder verwässert. Verrückt. Also habe ich nun knapp 100 Liter hochwertigen, biologischen, regionalen,absolut CO2-Emmissinsfreien Streuobst-Apfelsaft mit dem kleinsten aller ökologischen Fußabdrücke im Keller - darf ihn aber nicht verkaufen. Naja. Ich lebe auch ohne Klopapier ganz gut. 

Das Gärtnern, Kümmern, Ernten und Verwerten hat mir Mut gemacht und Hoffnung geschenkt. Die vielen Stunden im Garten mit Hacken, Schwitzen und Wasser anschaffen, das Schneiden der Bäume, das Sammen und Keltern der Äpfel, haben sich gelohnt. Die Natur danke es einen, auf ihren ganz eigenen Weg. Und auch hier bin ich dankbar, jeder einzelene Tomate, den Kartoffen, die so wunderschön im Juni geblüht haben,  jeder Schnecke, die in die andere Richtung gekrochen ist. Es sind die kleinen Dinge im Leben die zählen.


Von Küchen- und Schreibarbeit und Books on Demand

Wenn man dann abends endlich mit hängender Zunge wieder Heim gekommen ist, was macht man dann? Ich habe mich an den Schreibtisch gesetzt und an einer Neuauflage gebastelt von "Schatz ich hab den Weihnachtbaum aufgegessen!" Vor allem dieses Jahr hatte ich dazu einen enormen Ansporn. Nachdem klar war, dass nicht viel in der Haushaltskasse sein wird, nach so einem desastösen Jahr, würde nur ein Weihnachtswunder helfen können. Seit über 5 Jahre stehe ich im Januar regelmäßig in der Küche und fröne der Experimantalküche mit dem Tanne aus Ausgangsmaterial. Nach 3 Wochen hängt einem der Geschmack zum Hals raus :-). Wir sind alle froh, wenn der Baum verbraucht ist und wir wieder zu "Normalkost" bergehen, was immer das in einen Unkrautgourmet-Haushalt auch bedeuten mag :-D. All die Rezept auf Schmierzetteln hatte ich dieses Jahr zusammengetragen, das Buch noch mal überarbeitet, ergänzt, Fotos gemacht, den Text redigiert, perfektioniert, korrigiert. Die Formatierung mit Open Office war wie immer die größte Frustration, gerade weil auch die Datein mit vielen Bildern doch recht groß war. Doch mit einigen Tücken hat das dann doch gerade noch so hingehauen. Eine Herausforderung für meinen Rechner war die Erstellung des druckfähigen Covers, das dieses Mal deutlich größer war und damit auch mehr Rechenleistung erforderte. Fast eine Woche hat mich allein die Gestaltung gekostete.  Gimp habe ich hier als Programm entdeckt, dass auch bei einem Nicht-DIN-Formate die generierte Pdf-Datei so abbildet, wie es dem ursprünglichen Format entspricht und daraus keine DINA4-Seite generiert.  Was für ein Abenteuer...


Von Himmelsränder Küche und Rechten, die man nicht hat 

Daneben habe ich noch ein anderes Buch geschreiben, dass ich aber aufgrund der rechtlichen Lage nicht verkaufen darf: "Himmelsrand für Feinschmecker". Meine Kinder spielen gerne Skyrim® und ich weiß nicht, wie oft sie mich gebeten haben, doch mal den Süßkuchen zu backen. Ich Irre habe dann auch noch den Anspruch,  nur mit den Zutaten zu backen, die man auch in Himmesrand findet. Also sitze ich schon seit Jahren dran und koche all das nach, was da im Spiel zu finden ist. Auch diese Zettelsammlung habe ich in der coronabedingten Zwangspause geordnet und zu einen Kochbuch zusammengesetzt. Vom Süßkuchen bis zum gebratenen Schlachterfisch, vom Karamel-Bonbon bis zum zur Pferdehüfte....alles in einem Buch. Das Buch habe ich bei Bulb drucken lassen. Ein Unikat und ohne ISBN-Nummer - klar, ist ja auch gezwungener Maßen unverkäuflich. Der Frust im Leben. Die kleinen Freuden im Leben. Beides sehr nah aneinander. Ich hab ein lachendes und weinendes Auge, wenn ich das Werk betrachte. Nur für mich und meine Familie. Einzelpreis i nder Herstellung: über 90 Euro! Verrückt. Vollfarbendruck. Irre, was das kostet. Aber wie gsagt, es bleibt das einzige Exemplar auf der Welt, da Bethesda alle Rechte innen hat und mir untersagt, das Buch zu vermarken. Schade eigentlich. Es hätte sicher einige Gamer, die Skyrim® gern spielen, glücklich gemacht.  Es ist ein super Kochbuch geworden, mit vielen einfachen Rezepten und einzig und allein den Grundzutaten, die auch im Spiel zu finden sind. Und meine Familie liebt es. "Mama, kochst du heute wieder Kohleintopf a la Himmelsrand?" . Hier mal ein kleiner Blick: 

Diese Kochbuch ist nicht im Handel erhältlich - leider auch sonst nicht.

Meine gelebte Leidenschaft für Botanik ist auch hier zu finden....

...und meine gelebte Leidenschaft fürs einfache Kochen mit Basis-Zutaten ohne Schnick-Schnack.

Sogar so was wie die Soul Husks, die Seelenhüllen, die man im Seelengrab der Skyrim®-Erweiterung "Dawnguard" als Zutat findet haben haben den Weg in mein Kochbuch aus Himmelsrand gefunden. Allein dieses Foto hat mich stunden gekostet. Im Prinzip sind es Eiswaffeln, die manzwischen zwei Pfannen eingeklemmt kross backt. Hier etwas melodramatisch in Szene gesetzt. Meine Jungs haben darauf bestanden. Warum macht man sich so einen Aufwand? Andere sammeln Schuhe, ich habe halt daran meinen Spaß.

Show must go on

Tja, so werden reiche Unternehmen immer reicher, Regierungsvertreter dürfen weiter ihren Job machen und wir armen Hüte werden an den Harken gehängt und vergessen, dürfen nichts - am besten nicht mal atmen. Ich wünschte, ich könnte sagen, dass mir das alles egal ist. Ist es nicht. Es läuft einiges sehr schief. Dennoch bin ich immerhin froh, dass viele meine Fotos und Zettel nun einen festen Ort in meinen Kochbüchern haben, dass mein Garten nächstes Jahr wahrscheinlich mehr Obst und Gemüse abwirft , als wir essen können, Saft haben, bis uns die Bäuche gluggern und ich mithelfen kann, unser Bildungssystem zu revolutinieren. Das ist doch was. Finanziell ist es sehr, sehr eng. Aber da stehe ich sicher nicht allein dieses Jahr. Nur deswegen den Kopf in den Sand und den Hintern in die Höhe zu strecke, das werde ich sicher nicht.

"Sei die Veränderung, die du selbst dir wünscht für diese Welt."  Mahadma Ghandi. 

Daher habe ich gerade ein kleines Kochevent am Lagefeuer in Planung,  ganz klar mit Tannenbaum als Zutat :). Dieses soll im Anschluss an die Streuobstwerkstatt am 16. Januar (14-16 Uhr) stattfinden. Davor bietet die Streuobstwerkstatt das Thema"Tiere im Winter an". Vielleicht hat ja jemand Lust zu kommen. Packt euch warm ein. Es wir kalt. Keine Angst, wir machen ein Feuer und kochen einen Tannenpunsch. 

Wer an dem einen oder anderen Termin Interesse hat, darf sich gern bei mir melden: unkrautgourmet(at)email.de Ich bestelle auch gern ein paar Tannenbaumbücher vor, so dass ihr die von mir direkt zum Einkaufspreis bei mir kaufen können. Ich würde mich sehr freuen euch Live zu sehen, wieder ein paar Menschen um mich herum zu haben.  Abstand kann man einhalten, Viren und Bakterien werden im Januar draußen eh alle schockgefroren ;-). Für alle, die nicht kommen könne: Das Buch bekommt Ihr ja dennoch im Autorenwelt-Shop.