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Montag, 14. Dezember 2020

Handvoll-Green-Bowl

Was isst ein Unkrautgourmet im Winter?

Na wildes Grünzeug natürlich! Aktuell habe ich meine "Green-Bowl"-Phase und alles was an Obst, Salat oder eben Unkraut zu finden ist, wandert in den Mixer. Das sieht dann so aus: 

Eine handvoll wildes Grün bereichert den Speiseplan vor allem im Winter.

Es ist erstaunlich, aber auch im Winter findet man immer noch genügend "Unkraut", sofern man bereit ist, genau hinzusehen. Auf meiner täglichen Runde begegneten mir heute diese Gewächse:

  • Brennnessel
  • Kleiner Wiesenknopf
  • Wilde Malve 
  • Beifuß
  • Spitzwegerich
  • Wermut
  • Giersch
  • Immer dabei: die Brennnessel. Ich liebe sie!

Winter-Funde der essbaren Botanik

Als besonderen Bonus entdeckte ich außerdem ein Fleckchen Sauerampfer. Der kommt zur allgemeinen Bereicherung heute Abend in den Feldsalat. 

Was man ebenfalls falls immer findet: Löwenzahn, Breitwegerich, mittleren Wegerich und diverse Labkraut-Arten. Alles in "Miniatur", eben im Wintermodus. Daher würde ich im Winter auch nicht sammeln wie die Axt im Walde. Eine Handvoll. Sogar nur eine kleine Handvoll. Keinen Korb! Dann kann man zufrieden mit einer Handvoll Grün nach Hause schlendern und darf ein gutes Gefühl haben, etwas für seine Gesundheit getan zu haben, und dennoch hat man genug in der Natur zurückgelassen, das wachsen darf.

Ganz, ganz wichtig: die Pflanzenteile gründlich waschen! Im Winter wachsen sie extrem langsam, d.h. die Blätter, selbst die frischesten, sind sicher schon ein paar Wochen da draußen auf der Wiese gestanden und sind allen möglichen Umwelteinflüssen ausgesetzt gewesen.

Auf meinem Streuobstwiesengrundstück, dass ich als Brombeerwald zur "Pflege" bekommen habe und seit mehrere Monate freiräume, habe ich mitten im Brombeerwust eine Kiwi-Pflanze entdeckt. Und die hat mit das diesjährige zusätzliche Sonnenlicht, das sie dank des Freistellens erhalten hat, mit Früchten gedankt. 2 Kilo Kiwis! Halleluja. Ich danke dem Herrn und dem Universum.  Es sind diese kleinen Momente, die das Leben so bezaubernd machen. Wir feiern so was viel zu wenig. Letzte Woche habe ich die Kiwis geerntet und mich wie ein Schneekönig gefreut. Endlich mal kein Unkraut :-D. Ob ich einen Avocado-Baum pflanze? Dafür habe ich ja eine heimliche Schwäche, gebe mir aber immer Mühe nicht zu viel davon zu essen, immerhin muss das Früchtchen auch importiert werden, was mich wie beim Kaffee fuchst. Biologischer Anbau hin oder her. Aber  zurück zu unserer Handvoll Grünzeug. Was immer Ihr gesammelt habt,  - jetzt im Winter wird es wahrscheinlich eine bunte Mischung aus verschiedenen Pflanzen sein, da man ohnehin nur wenig frisches, brauchbares Material findet. Macht nichts, denn  jedes Blättchen zählt....na fast.


Wermut, Beifuß und Gundermann

Wermut (Arthemisia absinthium) und Beifuß (Arthemisia vulgaris)  würde ich nicht gedankenlos verwenden. Es gibt Kräuter, da muss ich erst mal in mich hineinfühlen, ob ich sie brauche. Beide blieben bei mir heute da, wo sie noch stehen. Beifuß habe ich noch getrocknet für den Weihnachtsbraten im Küchenschrank. Wermut habe ich bisher nur zweimal in meinem Leben wirklich frisch "gebraucht". Der hat eine so intensive Wirkung und einen dermaßen penetranten Geschmack hat, dass man ihn nur vorsichtig verwenden sollte, z.B. wenn bei Magenleiden, Blähungen oder als kräftigendes Tonikum. Meist nehme ich ihn in Räucherbüscheln mit dazu, weniger zum Essen.

Der Gundermann (Glechoma hederaceae) ist zwar von vielen Wildkräuterfrauen ein gelobpreistes Kraut und auch im Winter hat man kaum Mühe sogar große Mengen zu finden, aber auch hier würde ich auf die eigene Intuition setzten. Es ist nicht nur sehr würzig und stark aromatisch, es hat auch einen nicht zu unterschätzenden biologischen Effekt: Es ist sozusagen das Schwermetall-Magnet unter den Pflanzen und leitet aus, was nicht in den Körper gehört. Das ist ein Prozess, den man besser auf das Frühjahr legen sollte, nicht jetzt im Winter, den Körper nicht unnötig zu belasten. Er braucht die Kraftreserven für die Abwehr. Gundermann ist beim mir standardmäßig ohnehin im Kräutersalz vertreten, und das reicht mit im Winter an dieser Pflanze bereits völlig aus. Man muss also nicht immer alles essen, nur weil man gerade davor steht ;-). Der gesunde Menschenverstand und die eigenen Intuition was der Körper braucht und was nicht, sollte man niemals abschalten. 

Brennnesseln, Wiesenknopf, Feldsalat, Kiwis, Malve, Apfel, Banane und ein wenig Avocado - volle Power Gesundheit. Das schafft keine Nahrungsergänzungsmittel. 

Handvoll-Green-Bowl

Zutaten:

  • 1 handvoll Grün
  • 1 Handvoll Feldsalat, Salat, Spinat, Posterlein o.ä.
  • 1/4 Avocado
  • 1 Banane
  • 1 Apfel
  • 2 Kiwi (oder mehr je nachdem wie groß sie sind)
  • einen Schuss Wasser
  • Deko: Haferflocken, Apfel, Banane, Nüsse o.ä.

Zubereitung:

Alles bis auf die Deko in den Hochleistungsmixer und für eine Minute Mixen. In eine Schale füllen und mit Haferflocken und Apfelspalten (oder Bananenscheiben und gehackte Nüsse) garnieren. Essen und vor allem genießen! Das ist alles. Sehr einfach.


Hochleistungsmixer - ein Segen für Hardcore-Unkrautliebhaber

Was immer Ihr auch sammelt - sofern Ihr einen Mixer habt, könnt Ihr da alles hinein schmeißen. Im Winter ist das sehr praktisch, da auch kleinste Mengen wildes Grün mit all ihren positiven Effekten bestens für den Körper aufgeschlossen werden. Ihr holt also 100 % aus den Pflanzen und braucht daher deutlich weniger als bei andern Zubereitungsarten. Das mag auch der intuitive  Grund sein, warum ich im Winter häufiger zu Smoothies und Bowl und somit zum Mixer greife, als im Sommer.  

Im Frühling, wenn alles wieder erblüht und mit dem Wachsen gar nicht mehr aufhört, ist das Aufschließen durch den Mixer nicht mehr notwendig. Dann ist ohnehin genug wildes Grün vorhanden, sodass gewisse Mengen auch mal "nur gekaut" und damit zum Hochleistungsmixer verhältnismäßig schlecht aufgeschlossen durch den Körper wandern dürfen.  

Hochleistungsmixer sind tatsächlich eine der sinnvollsten Anschaffungen für Leute, die gern mal "aus den Nesseln schöpfen". Meiner hat stattliche 300 Euro gekostet, und ich habe lange überlegt, ob ich mir das leisten kann. Ich habe meinen alten Küchenmixer dann noch so lange benutzt, bis die Brennnesseln ihn in die Knie gezwungen haben und mich dann für einen Hochleistungsmixer entschieden, für den ich auch einige Zeit gespart habe. Die beste Entscheidung in meiner Küche. Er hat mir sicher schon oft den Gang zum Arzt erspart. Meine letzte Grippe ist 10 Jahre her und ich muss schon sehr weit zurückdenken, wann ich die letzte Erkältung hatte. Wer fragen zu guten Hochleistungsmixern hat, kann mich gern fragen oder selbst mal bei https://gruenesmoothies.de/ vorbeischauen. Meiner ist ein Bianco di Puro. Das Modell gibt es in dieser Form nicht mehr, aber das Design ist ja auch eigentlich Wurst, die Mixleistung zählt. Und nein, ich bekomme für die Werbung nichts und auch keine Provision. Schön wäre das, aber Dinge, von denen man überzeugt ist, empfiehlt man auch mal so einfach weiter.  Ich habe einige  Mixer in meinen Leben getestet und schon viele verschlissen, doch das aktuelle Model läuft bereits seit 3 Jahren fast täglich ohne einen Defekt und schreddert zum Teil wirklich Zeugs, dass kein normaler Küchenmixer je verarbeiten könnte (gefrorene Früchte für Nicecreme ist z.B. so ein Zeugs). Einziger Nachteil: Ein Hochleistungsmixer ist nichts für einen Sonntagmorgen mit lang schlafenden Kindern: Die fallen aus dem Bett und denken der Presslufthammer kommt gleich durch die Wand :-D

Green Bowls - sehen aus wie pürierter Frosch, schmecken aber deutlich besser :-D


Meditation und binaural Beats - Brainpower

Apropos Gesundheitspower aus Green Bowls. Ein kleines "geistiges Schmankerl" hätte ich auch noch:  Seit einiger Zeit experimentiere ich mit Musik und binaural Beats, also Frequenzen die dem rechten und linken Ohr separat oder in Kombination vorgespielt werden. Ich mach das zusammen mit meditativen Techniken, um mit dem ganzen aktuellen Stress (das C-Wort möchte ich nicht nennen, es ist schon so allgegenwärtig, das ich es kaum mehr ertrage)  grade besser fertig zu werden. Dabei mache ich zum Teil ganz erstaunliche Erfahrungen. Alles ist noch sehr subtil, aber mach und nach formt sich ein etwas in mir, dass Klarheit verspricht. Sobald ich weiß, was es ist, werde ich Euch darüber gern berichten, aber noch bin ich einer Art ...hm....Findungsphase. Wer Lust hat mal reinzuhören, dann das unverbindlich hier tun: 



Man gelangt zu einer 7 Tagen kostenlosen Mitgliedschaft bei neowake, ursprünglich neobeats von Marvin Alberg, über die ich auch in das Portal gekommen bin. Mittlerweile bin ich seit einigen Wochen dabei. Da ich schon länger meditiere, habe ich mich sehr gefreut hier einen wahren Fundus an Musik zu finden, die das Gehirn noch mal in einer ganz anderen Weise anspricht und stimuliert oder beruhigt - je nachdem. Wem 7 Tage kostenlose Mitgliedschaft schon zu viel sind, oder wer am Übergang steht zwischen geführter Meditation und selbst meditieren, der kann sich hier unverbindlich den Source Code herunterladen, eine musikale Meditationsreihe, ohne das da jemand sagt, das man sich jetzt entspannen  und in seine Füße atmen soll :-). Die Übergangszeit zwischen geführter Meditation und Meditation "freestyle", habe ich als die kritischste empfunden, da man plötzlich allein in der Stille sitzt. Musik wie diese kann einem dabei helfen, die Gedanken wieder zu beruhigen und seine Meditation dahin zu lenken, wohin man sie gelenkt haben möchte, ob das nun in die Stille, in die Visualisierung oder zu sich selbst ist das hängt dann ganz vom Moment ab.



Viel Spaß beim Chillen, meditieren, entspannen und besinnen
Sindy

Dienstag, 26. Mai 2015

Taubnessel auf Toast

Schmeckt viel besser als jeder Taubnesseltee: Taubnesselgemüse auf Toast.
Im Vordergund: die weiße Taubnessel,
hintendran: die Brennnessel. In der Blütezeit
nicht zu verwechseln.
Brennnessel sind nicht Eurer Geschmack? Die Zubereitung ist zu "brennzlig"? Dann versucht es doch mal mit Taubnesselgemüse. Schmeckt und brennt nicht. Lecker ist Taubnessel ganz einfach auf Toast oder gerösteten Brotscheiben. Die Handvoll Grünzeug zum Abendessen ist so schnell verzehrt.

Die Taubnessel ist eine tolle Pflanzen. Nicht nur, dass sie nicht brennt, wie ihre "agressive Schwester", sie ist DIE Pflanze in der Frauenheilkunden.  Für naturheilkundliche Anwendungen wird eben immer nur der Tee aus Taubnessel verabreicht. Der schmeckt zwar nicht übermäßig untrinkbar, aber Taubnessel ist viel zu schade, sie nur als Tee zu überbrühen. Als Taubnesselgemüse schmeckt sie nämlich viel besser!


Zutaten für Taubnessel auf Toast

  • 200 g junge Triebe der weißen Taubnessel (ist nicht genug vorhanden, dann einfach mit Brennnesseln ergänzen)
  • 4 Scheiben Toast oder Brot
  • 1 Zwiebel
  • 1 EL Butter
  • 50 ml Sahne
  • optional ein paar Cocktailtomaten (für den fruchtigen Geschmack) und/oder ein paar Spitzewegerich-Blütenköpfe (gibt dem Gericht eine leichte Pilznote)
  • Salz
Überschaubare Zutaten: Die Tomaten und Spitzwegerichblüten kann man weglassen, falls sie nicht Saison haben.
Nicht auf dem Bild: die Sahne und die Butter.

Zubereitung von Taubnesselgemüse

Das Toast tosten oder das Brot anrösten. Die Zwieblen kleinschneiden und in Butter anschwitzen. Das Taubnesselgemüse waschen, kleinschneiden und mit den Zwiebeln kurz anbraten. Wer Tomaten zufügen möchte, diese kleinschneiden und ebenfalls mit in die Pfanne geben. Mit Sahne angießen, kurz noch einmal aufkochen, salzen, pfeffern und vom Herd ziehen. Auf das Tost geben und sofort servieren. Mahlzeit.
Die Blüten der Taubnessel kann man natürlich ebenfalls essen. Sie eignen sich als schöne, kontrastreiche Dekoration.
Zum Reinbeißen: Taubnesseltoast.

Tipp zu den Taubnessel-Arten

Nicht nur die weiße Taubnessel (Lamium album) ist essbar. Eigentlich lassen sich alle Taubnesselarten verwenden. Häufig findet man auch die gelbe, gewöhnliche Goldnessel (Lamium galeobdolon) und die rosafarbene, gefleckte Taubnessel ((Lamium maculatum). Es gibt noch viele weitere Arten, nur ganz wenig schmecken wirklich gruselig, jede hat ihre eigene, feine Geschmacksnuance.

Ein Bisschen Taubnessel-Biologie

Die Taubnesseln haben eine Besonderheit in der Art und Weise wie sie sich ausbreiten: Die Taubnessel-Samen werden von Ameisen in die Welt getragen, Myrmekochorie wird das in der Biologie genannt. Nani na na, nani na, nani na na na, nani na na...Biene Maja lässt grüßen.

Donnerstag, 9. April 2015

Wildkräutersalat vom Wegesrand - ein paar Grundlagen für Anfänger

Natürlich sollte man Wildkräuter NICHT vom Wegesrand sammeln...wegen der Hunde. Was habe ich mich über Hunde schon geärgert. Die machen ihre Haufen immer auf die schönsten Kräuter. Oder wachsen sie wegen der partiellen Düngung dort besonders gut? Wer weiß. Jedenfalls nützt die Düngung den größten Wildkräuterfan nichts, denn Pflanzen an solchen "Abort-Meilen" sind einfach nicht essbar. Um Essbares zu finden, muss man also wieder ganz weit laufen oder im eigenen Garten ernten.

Wildkräuter für den Salat wachsen überall. Essen sollte man jedoch nur solche, die abseits aller Straßen,
Wege und Landwirtschaft wachsen. Dann wird die wilde Mischung auch zum Gesundheitsbrunnen.


Knoblauchsrauke, Spitzwegerich, Pimpinelle, Bärlauch und Löwenzahn - klar wachsen die bei mir längst zu Hause. Allerdings: So viel wie ich davon über das Jahr vertilge, muss ich doch gelegentlich Nachschub aus der Wildnis beziehen. Im Odenwald auf der einen oder andere Waldlichtung, in verwilderten Gärten fernab der Weinberg-Spritzerei, Ruderalflächen abseits der Landwirtschaft und jenseits aller Autobahnen....Wildkräuter-Fetischisten brauchen gutes Schuhwerk und stramme Wanderwaden, wollen sie nicht -völlig unökologisch- mit dem Auto überall hinfahren. Und so gehen auch diesem Salat wieder einige Kilometer Fußmarsch voraus. Zugegeben: Ich komme eigentlich von keinen Ausflug in die Natur  ohne Grünzeug in der Tasche nach Hause :). Meine Jungs gucken schon immer ganz schräg, wenn die Mama wieder "grasen" geht : "Das müssen wir aber nicht probieren, oder oder?"  "Nein, alles meins!" *hihihi

Wildkräuter für den Salat


Eine kleine Auswahl möglicher Wildkräuter die jetzt im April salattauglich sind: Pimpernelle, Gundermann,
Spitzwegerich, Löwenzahn, Schafgarbe (im Bild fehlt das "r"  -Danke an Hildegard für den Hinweis-, Gänseblümchen, Bärlauch, Knoblauchsrauke und natürlich der Giersch.
Die Mischung machts, deswegen hat man beim Wildkräutersalat gute Möglichkeiten seinen eigenen Vorlieben nachzukommen. Wildkräuteranfänger sollten mit Endiviensalat/Feldsalat als Grundlage beginnen und erst man nur eine Handvoll Wildkräuter in den Salat mixen. Nach und nach lässt sich der Wilde Anteil erhöhen, bis der Wildkräutersalat zu 100% von der Wiese kommt.  Warum sollte man so vorgehen?
  • Wildkräuter sind zäh. Selbst bei junger Spitzwegerichblättern muss man ganz schön die Kaumuskulatur bewegen.
  • Wildkräuter sind bitter....oder grasig oder scharf....jedenfalls enthalten sie noch alle Bitter- und Geschmacksstoffe die dem Kultursalat weggezüchtet wurden. Das macht sie so gesund, aber man sollte sich langsam an den Geschmack gewöhnen, sonst verleidet einen er Sprung ins "kalte Wasser" weitere Wildkräuterexperimente.

Wie schmecken Wildkräuter?

Die hier verwendeten Wildkräuter:

Pimpinelle: nussig-gurkig
Gundermann: erdig
Knoblauchsrauke: mild-knoblauchig
Bärlauch: scharf-knoblauchig
Löwenzahn: mild-bitter
Giersch: sehr würzig und nicht jedermanns Geschmack.
Schafgarbe: bitter
Gänseblümchen: Blütenblätter als Deko, Blätter schmecken grasig

Sehr dankbar  als Füllmaterial für einen 100%igen Wildkräutersalat ist wilder Feldsalat, der wirklich wie Feldsalat schmeckt, aber lediglich kleinere Blätter hat, als unsere Zuchtsorten. Aktuell will der noch nicht so richtig wachsen. Ein Foto kommt aber hoffentlich noch.

Aktuell macht mein größter Anteil im Salat der Löwenzahn und die Pimpernelle aus etwa die Hälfte der Salatschüssel, dann folgt Giersch, und der Rest dient als "Würze" und füllt insgesamt etwa 1/4 der Schüssel.

Natürlich gibt es noch viele, viele weitere Wildkräuter. Manchmal schmecken die Blüten anders als die Blütter, die Wurzel dann noch mal gnz anders und je nach Alter und sogar nach Standort finden sich Variationen im Geschmack. Hier haben Gourmetzungen viel zu tun, die einzelen Geschmacksnuancen zu beschreiben. Ich find das immer wieder spannend, gerade wenn man einen Geschmack beschreibt, der doch sehr einmalig ist. Wie schmeckt Giersch? Eben nach Giersch :).

Für Wildkräutereinsteiger: Löwenzahn im Salat

Löwenzahn ist ein wahres Jungbrunnen. Allerdings können Wildkräuterneulingen sogar die Bitterstoffe in den jungen Blättern auf den Magen schlagen, grade wenn man die zum ersten Mal isst und die Menge zu groß gewählt hat. Wer hier seinen Magen erst langsam an gesunde Wildkost gewöhnen will, weil er weiß, dass er mit der Verdauung ohnehin Probleme hat, der sollte bei Löwenzahn das folgende versuchen:
  • wirklich nur junge Blätter verwenden
  • nur die obersten 2/3 des Blattes verwenden und den dickeren Blattstiel abschneiden
  • die Löwenzahnblätter 1-2 h wässern und das Wasser abgießen. Auf die weise sind die meisten Bitterstoffe aus dem Blätter entfernt.

Für Wildkräutereinsteiger: Gänseblümchenblüten im Salat?

Ehrlich? Ich ess die auch nicht an einem Stück! So ein ganzer "Klumpen" Blüte ist selbst mir zu viel. Ich bin doch keine Kuh! Die Blütenblätter zupf ich ab und streu sie über den den Salat. Den Blütenboden schneide ich klein. Wenn ich Blätter von Gänseblümchen gesammelt habe, wandern eher die in den Salat und ich lass den Blütenboden weg. Mir ist der einfach zu "faserig".
Dennoch kann man die Blüten komplett essen. Wenn ich das machen will, dann lege ich mir aber ein Glas an, in dem ich Gänseblütenknospen wie Kapern einlege. Dadurch werden die Blüten weich und können prima gegessen werden. Als Deko eigenen sich aber 1-2 Blüten am Rand der Salatschüssel immer. Sieht einfach gut aus.

Welche Soße für den Wildkräutersalat?

Eine einfache Soße aus Essig und Öl mit Salz und Pfeffer geht immer. Etwas milder sind Vinaigretten. Wie wäre es z.B. hierfür Veilchenessig zu verwenden?  Joghurt- oder Sahnedressigs milder den manchmal doch recht kräftigen Geschmack der Wildkräuter und binden die Bitterstoffe zusätzlich ab. Wer sich also an seinen ersten Wildkräutersalat versucht, der sollte seinen Salat mit einen solchen Dressing versuchen. Zwei Basis-Salatsoßen als Vorschlag:

Joghurt-Dressing:
  • 40 ml Öl
  • 40 ml Essig
  • 120 ml Joghurt
  • 1,5 TL Senf
  • 2 TL Zucker
  • 1 TL Salz
Vinaigrette:
  • 40 ml Öl
  • 40 ml Essig
  • 80 ml Wasser
  • 2 TL Senf
  • 1 Zwiebel
  • 2 TL Zucker
  • 1 TL Salz
Kräuter wie Petersilie oder Schnittlauch braucht es nicht mehr in der Soße, die gibt es ja reichlich im Salat. Statt Zucker geht auch Honig, Stevia oder sogar Spitzwegerichsirup. Es geht aber auch ganz ohne. Natürlich ist jede andere Salatsoße denkbar, denke da hat jeder so "seine" Soße. Ansonsten einfach mal ein wenig in den Rezeptbüchern dieser Welt googeln.



Samstag, 12. Juli 2014

Unkraut-Dolmades - Weinblätter gefüllt mit Reis und Wildkräutern


Eigentlich ist die Zeit für Weinblätter schon vorbei und Wein kein wirkliches Unkraut. Wer aber gewöhnt ist Brennnesseln zu jeder Jahreszeit zu essen, den schrecken auch ein paar faserige Blattadern vom Wein nicht ab. Um den Dolmade , den gefüllten Weinblättern, aber auch noch einen Unkräutertouche zu verpassen, landen in den Weinblättern zusammen mit Reis natürlich möglichst viel Grünzeug - je nach Saison und Verfügbarkeit.
Unkraut-Dolmades schmecken lecker mit Joghurtsoße. Dafür 1 Becher Joghurt, ein Becher Saure
Sahne und 2 gepresste Knoblauchzehen mit Salz und Pfeffer verrühren.

Zutaten für die Unkraut-Dolmades:

  • 20 Weinblätter
  • 200 g Wildkräuter (gemischt oder einzeln, je nach Saison, z.B. Giersch, Brennnesseln, kleines Knopfkraut, Löwenzahn, Breitwegerich, Spitzwegerich, Bärlauch, Gänsefuß....)
  • 3 Zwiebel
  • 500 g Risotto-Reis
  • 3 Tomaten
  • 2 EL Tomatenmark
  • 1 Zitrome
  • Salz, Pfeffer, Paprikapulver
  • Nach belieben 1 Chili, Chilipulver oder Sambal Oelek
  • 8 EL Öl 
  • 500 ml Gemüsebrühe
  • Gefüllte Weinblätter mit Reis und "Unkraut" - Mahlzeit.
Unkraut, dass sie für Füllungen und zum Kochen immer eignet: Giersch, Löwenzahn, Breit -und Spitzwegerich, Franzosenkraut (auch kleines Knopfkraut genannt), wilden Möhre , weißer Gänsefuß und natürlich die Brennnessel.

Zubereitung der Unkraut-Dolmades:

Weinblätter einfach in Wasser weich dünsten.
Die Weinblätter in heißem Wasser blanchieren. Die gewaschenen Wildkräuter und Zwiebeln möglichst fein hacken. Zwiebel in 4 EL Öl anbraten, das Tomatenmark und den ungekochten Reis zugeben und den Reis in 5 min glasig dünsten. Kleingewürfelte Tomaten zugeben nochmal kurz anbraten, zuletzt die Wildkräuter unterrühren und mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver abschmecken. Wer es schärfer mag kann noch Chili oder Sambal Oelek zugeben.
Dann auf die Weinblätter je 1-2 EL der Reismasse
            Die Reis-Unkraut-Füllung in vertikalter Richtung        
auf die Weinblätter geben.
geben und die Blätter zuerst seitlich einschlagen und aufrollen. Die Dolmades in eine Auflaufform setzen. Mit 4 EL Öl übergießen und die Zitrone in scheiben geschnitten darauf verteilen. Das Ganze mit Gemüsebrühe auffüllen und für 20 min im Ofen bei 180 Grad Umluft backen.

Zuerst die unteren Lappen nach oben, dann rechts und
links einschlagen und nun nur noch nach oben aufrollen.  

Sonstiges:

Wein und Giersch wachsen oft gemeinsam in den Wingerten. Was gemeinsam wächst,  das schneckt auch häufig zusammen gut. Versucht die Dolmades mal nur
mit Giersch und Pfefferminze zu füllen (etwa 2/3 Reis, 1/3 Giersch, 3 Stängel Pfefferminze). Alternativ gehen auch reine Brennnessel-Dolmades. Löwenzahn werde ich nächstes Jahr mal ausprobieren. Schwierigkeit ist in der Wildkräuterküche manchmal, dass nicht alle Pflanzen zeitgleich auftreten. Aber da weiß ich mir zu behelfen: Gedünsteten Weinblätter lassen sich in Salzlake in großen Gläsern einkochen. So werden sie auch im Handel angeboten. Vor Verwendung sollte man sie nur gründlich abspülen.
Die originalen Dolmades werden mit Petersilie und Pfefferminze gefüllt. Hier könnt Ihr mit den Wildkräutern wirklich experimentieren und auch deren Anteil immer weiter erhöhen. Als Faustformel würde ich nehmen: Wenn ihr: Für 200 Gramm mehr Wildkräuter im Rezept
den Reisanteil um 50-100 Gramm senken. Unkrautgourmes die neu in die "grüne Küche" kommen sind aber manchmal schon mit der Verdauung von Weinblättern überfordert. Deswegen: Übertreibt es mit den Wildkräutern am Anfang nicht. Lieber schmecken die Dolmades erst mal "ganz normal", als das Ihr am nächsten Tag nicht mehr von der Toilette kommt und dem Spaß am Grünzeug verlieht. Gebt Eurem Verdauungsapperat die Möglichkeit sich anzupassen. Das Rezept habe ich für meine Kinder mitgekocht und deswegen den Wildkräuteranteil hier recht klein gehalten. So kann man auch Kinder nach und nach für die natürlichen Aromen begeistern.
Nach dem Backen ist die Gemüsebrühe in den Reis eingezogen und die Dolmades liegen "trocken", dann sind sie  fertig.
Lecker dazu: Joghurtsoße aus 1 Becher Joghurt, 1 Becher Saurer Sahne, 2 Knoblauchzehen und  Salz und Pfeffer.

Sonntag, 22. Juni 2014

Kräuter-Foccacia mit Spitzwegerich und Brennnesseln

Grillzeit. Da darf Foccacia nicht fehlen - diese kleinen, flachen Brote, die im Handumdrehen selbstgemacht sind und von denen man sich einfach ein Stück abbricht. Mit Brennnesseln und Spitzwegerich erhält das Brot noch mal eine ganz andere Geschmacksnote... weil mir Rosmarin und Oregano irgendwann zu langweilig wurden.

Beides sehr lecker:  "Normale" Foccacia mit Rosmarin und Oregano und darüber die Kräuterfoccacia mit Brennnessel und Spitzwegerich.

Zutaten für die Kräuter-Foccacia:

  • 1 Handvoll sehr klein geschnittener Brennnesselblätter und/oder Brennnesselnüsschen (die muss man nicht klein schneiden)
  • 1 Hanvoll sehr klein geschnittener Spitzwegerichblätter und/oder junger Spitzwegerichköpfe
  • 200 ml warmes Wasser
  • 1/2 Tüte Trockenbackhefe
  • 1/2 TL Salz
  • 250 g Mehl
  • 2 EL Olivenöl
  • grobes Meersalz

Zubereitung:

Trockenhefe ist hart im nehmen. Bäcker bitte weggucken. Mehl, in eine Schüssel geben und mit Trockenhefe und Salz vermischen. Dann so viel Wasser hinzugeben, bis eine geschmeidiger, knetbarer Teig entstanden ist und in diesen die Kräuter unterkneten. Je besser der Teig geknetet wird, desto luftiger wird die Foccacia. Anschließden den Teig auf das doppelte Volumen aufgehen lassen. Den Teig noch einmal kurz duchkneten und zu flachen Fladen formen und auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Foccacia mit Öl einpinseln und mit Meersalz bestreuen und noch mal ein paar Minuten gehen lassen.
Auf dem Blech im Ofen 30 min bei 180 Grad Umluft backen. Foccacia am besten gleich warm essen. Frisch schmeckt sie am besten.
Außen Knusprig, innen luftig und würzig. So soll sie sein, die Foccacia mit Kräutern. Wichtig ist mal wieder das Grünzeug am Akkord kleinzuschneiden. Wer Brennnesselnüsschen verwenden, spart sich das Gehäcksel.

Sonstiges: 

Ich sammel schon .... Da junge Spitzwegerich-Blütenköpfe einen leichten Champignon-Geschmack haben, müsste doch, nach Adam Riese, eine Foccacia, die nur mit Spitzwegerichblütenköpfen gewürzt ist, rein theoretisch nach Champignon schmecken. Sobald ich mal genug Spitzwegerichblütenköpfe zusammen habe, werde ich das Rezept versuchen und Euch berichten. Beim Backen kann sich das Aroma nämlich durchaus in der Hitze verändern.

Donnerstag, 29. Mai 2014

Der "Öko-Teller" zur WM: Blütenknospen vom Spitzwegerich

Junge Blütenknospen vom  Spitzwegerich
schmecken nach Champignons.
Neben Brennnesselchips gibt es eine besondere Leckerei direkt von der Wiese zum Knabbern - nicht nur für Fußballfreunde: Die ganz jungen Blütenknospen des Spitzwegerichs. Jawohl, die kann man essen. Sie schmecken überraschender Weise nach Champingnons. Somit kommen sie direkt neben die Brennnnesselchips auf den Knabber-Teller zur WM.

Sonstiges:

Die Blütenknospen passen super als essbare Garnierung für Tomatensuppe, Pilzgerichte oder Braten. Pilzgeschmack jenseits der herbstlichen Pilzzeit. Natur ist herrlich.

Montag, 26. Mai 2014

Ein einfaches Rezept für Spitzwegerichsirup

Ubiquitär anzutreffen: Der Spitzwegerich.
 Neben der Herstellung von frischen Presssäften aus Wildkräutern (die meiste mehr als gruselig in purer Form schmecken), sind Sirupe eine süße Alternative. Spitzwegerich ist von jeher ein Hustenmittel gewesen. Da dieseWildkraut ist nun wirklich überall anzutreffen ist, hier ein sehr einfaches Rezept für einen sehr milder Hustensirup, den ich auch gern mal über Vanillepudding gieße... ich habe viel zu selten Husten. 

Sammeltipps: 

Beste Sammelzeit ist April bis Mai. Spitzwegerich wächst nahezu überall und ist eine der am  unkomplizertesten zu sammelnden Pflanzen. Die Verwendung der Blätter ist ganzjährig möglich, allerdings ist der Frühling die klassische Sammelzeit für Wildkräuter.


Zutaten für Spitzwegerichsirup:

  • Spitzwegerichblättern (zwei richtig dicke Sträuße für etwa 1 l)
  • 1 kg Zucker
  • eine Prise Geduld

Zucker und Spitzwegerich. Mehr braucht es nicht.
Der Sirup ist nach 8 Wochen Ziehzeit dunkelbraun.

Zubereitung:

Die Wegerichblätter kurz waschen, trockenschleudern und kleinschneiden.
abwechselnd Spitzwegerich-Kleinschnitt und Zucker in ein großes, luftdicht verschließbares Glas schichten und nach jeder Zuckerschicht leicht andrücken. Mit einer Zuckerschicht abschließen. Das Glas sollte Randvoll sein. Den Rand säubern und das Glas gut verschießen und an einen dunklen, kühlen Ort mit gleichbleibenden Temperaturen 8 Wochen ziehen lassen. Dann abseihen und in Flaschen füllen.

        Der fertige Spitzwegerichsirup.    

Sonstiges:

Manche Leute vergraben den Sirup zum Ziehen im Garten. Das Loch dafür muss aber mindestens 1/2 Meter tief sein, denn es geht um gleichbleibende Temperaturen. Markiert euch die Stellen. Ihr könnte nun noch magischen Beschwörungsformeln sprechen und nackt im Kreis bei Vollmond um das Erdloch herum tanzen, aber der Sirup gelingt auch ganz ohne großen Schnickschnack.

Die Haltbarkeit des Sirups beträgt ca 6-8 Monate, im Kühlschrank auch länger.

Verzehrtipps:

Ein Schuss Spitzwegerich im Sekt? Warum nicht. Über Panna Cotta und Vanillepudding passt der würzige Sirup ebenso, wie über Pannenkuchen oder pur 3-5 Mal täglich einen Löffel Sirup bei beginnendem Husten.