Posts mit dem Label Vorspeise werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Vorspeise werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 13. Mai 2017

Wiesensalbei im Ausbackteig mit Wiesensalbeiblüten-Quark

Beim Spaziergang leuchtete es mich wie eine Leuchtreklame an: "Iss mich" - der Wiesensalbei blüht im prächtigsten Blau-Violett. Zehn Stängel sind schnell gepflückt. Mehr Pflanzenmaterial braucht es auch nicht, um eine Vorspeise oder ein Abendessen für drei bis vier Personen zu kreieren, das mal wieder jedes Butterbrot in den Schatten stellt: Wiesensalbei in Ausbackteig mit Wiesenblütensalbei-Quark.

Wiesensalbeiblätter schmecken längst nicht so intensiv nach Salbei, wie der Name vermuten lässt.
Lecker sind sie dennoch, vor allem im Ausbackteig.
Oh! Essen und so viel davon auf einmal :D. Wiesensalbei riecht vielleicht nicht wirklich gut,
aber das spezielle Bukett geht nicht in den Geschmack über. Außerdem: Optisch macht der
Wiesensalbei richtig was her.

Ausbackteig für die Wiesensalbei-Blätter:

Wiesensalbei - ein Wildkraut für die Küche.
  • 1 Tasse Mehl
  • 1/2 Tasse Milch
  • 1 Ei
  • 1 Prise Salz
dazu:
  • 10 schöne, mittelgroße Wiesensalbeiblätter 
  • Öl zum Ausbacken

Aus Mehl, Milch, Ei und Salz einen Ausbackteig bereiten, der weder zu dünnflüssig ist, noch zu fest. Die Wiesensalbeiblätter waschen, abtrocknen und durch den Ausbackteig ziehen und goldbraun mit etwas Öl backen.

 

Blätter und Blüten gehen jetzt erst mal getrennte Wege. Die
Blüten wandern in den Quark, die Blätter ins Teigbad.

Quark für die Wiesensalbeiblüten:

  • 250 g Quark
  • etwas Mineralwasser
  • 3 Frühlingszwiebeln
  • Blüten von etwa 5-10 Wiesensalbei-Pflanzen
  • Salz, Pfeffer
Die Blüten von den Kelchen zupfen, die Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden. Den Quark mit Mineralwasser cremig rühren, die Zwiebeln und Blüten unterrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Tipp:

Wer möchte kann noch ein oder zwei Salbei-Blätter zufügen, da der Wiesensalbei zur Blütezeit längst an Geschmack verloren hat, aber das hatten wir
bei der Knoblauchsraukenpesto-Rose schon. Es sind wohl auch zur Blütezeit immer noch  mehr Inhaltsstoffe in den Wiesensalbeiblättern - und den Blüten, als in einen konventionellen Eisbergsalatblatt.

Was für eine Farbe! Wiesensalbeiblüten sind eine Pracht, aber gleich....

...sieht man sie im verrührten Quark nicht mehr. Daher lohnt es sich ein paar Blüten für die
Dekoration zurück zu behalten.
Schlagbaum-Mechanismus bei der Bestäubung durch Hummeln....was einer Biologin eben so
durch den Kopf geht, während sie die Blüten abzupft. Der dunklere Kelch kann man zwar
mitessen, aber da er schon ziemlich zäh ist, muss man gut kauen. Es macht also nichts
wenn der eine oder andere kleine Blütenkelch im Quark landet. In den Samenanlagen  - das wissen
wir ja nun - wandern aktuell die meisten Inhaltsstoffe.
Mitessen kann in diese Fall also nur gesund sein.
Wiesensalbeiblätter in Ausbackteig mit Wiesensalbeiblüten-Quark - ein echtes Essen von der Wiese.
Allen Mütten und ihren Familien wünsche ich Morgen einen wunderschönen Muttertag. :)

Freitag, 12. Juni 2015

Königsgemüse trifft Unkraut - Sülze mit Spargel und Gundermann

Spargel mit Sauce Hollandaise - so lecker das auch ist, irgendwann brauch man neue Kreationen. Gerade bei heißem Sommerwetter finde ich eine leichte Sülze am Abend irgendwie auch erwischend. Dieser kalte Kühlschrankglibber - fast ein wenig wie deftige Götterspeise.

Unkraut trifft königliches Gemüse: Sülze mit Spargel und Gundermann. Auch die Nachtviole ist essbar,
dient hier aber nur zur Deko.

Jedenfalls ist Spargel entwässernd. Und Gundermann? Der müsste eigentlich "Wundermann" heißen, denn Gundermann wurde früher als Prophylaxe gegen Vergiftungen ins Essen der Maler gegeben, weil viele Farben giftige Stoffe wie Blei enthielte. Und in der Tat findet sich Gundermann heute wieder in viele Detox-Getränken. Er hilft Giftstoffe aus dem Körper zu befördern. Sülze mit Spargel und Gundermann ist demnach entgiftend und entschlackend.  Aber deswegen koche ich die Sülze nicht, sondern weil Gundermann den Spargel mal ganz anders würzt, als man das gewöhnt ist. Zu dieser Jahreszeit sammelt man am besten nur die Triebspitzen vom Gundermann, der Rest ist schon zu ledrig und eignet sich eher für Detox-Smoothies oder zum Aromatisieren von Kräuterlimonade.

Zutaten für die Sülze mit Spargel und Gundermann

Eine Handvoll Gundermann sind - ohne Stile - etwa 15-20 g.
Spargel aus der Region, woher sonst?
  • eine kleine Handvoll Gundermann (gern mit Blüten, sofern noch welche vorhanden sind)
  • 500 kg Spargel
  • 50 ml Gemüsebrühe
  • 8 Blatt Gelatine
  • Salz, Pfeffer, etwas Zucker
  • einige Spritzer Zitronensaft
  • optional: 2-3 Blätter Zitronenmelisse

Zubereitung der königlichen Unkrautsülze

Nach dem Waschen wir der Gundermann bis auf einige Blättchen fein geschnitten, der Spargel wird geschält und der Spargel in etwas Butter mit der Gemüsebrühe gekocht. Nichts wegschütten!
Die Spargelschale wir in gut 500 ml Wasser mit etwas Butter und Zitronensaft ausgekocht, der Sud durch ein Sieb gegossen. Mit dem Kochwasser vom Spargel sollte es etwa 500 ml Flüssigkeit ergeben. Ist zu viel verdampft, mit Wasser auffüllen und mit Salz, Pfeffer und etwas Zucker abschmecken.
Die Gelatine in Wasser einweichen, ausdrücken und im Spargelwasser auflösen.
Nun eine Form mit Fischhaltefolie auslegen, oder, wer eine Pastetenform hat, kann diese direkt bestücken: Die Gundermannblättchen in die Form geben und dann abwechselnd Spargel und Gundermannhäcksel in die Form schichten und vorsichtig mit dem Spargelwasser angießen. Die Sülze kühl stellen, bis sie hart geworden ist, dann stürzen und die Folie entfernen.

Eine Backform dient mir als Pastetenform. Die
Frischhaltefolie hält die Sülze die nächsten
Tage frisch.

Tipps für schöne Schichtungen

Wer Zeit hat, kann nach der ersten Schicht etwas Spargelwasser in die Form füllen, bis der Spargel bedeckt ist und die halbfertige Sülze im Kühlschrank anziehen lassen. Nach einigen Minuten die zweite Schicht einlegen und aufgießen, wieder kühl stellen. So könnt Ihr verhindern, dass zu viele  Gundermannhäksel aus der untersten Schicht  nach oben geschwemmt werden (dem späteren unten).
Wer dem Gundermann einige Blättchen Zitronenmelisse zufügt, erhält noch mal eine ganz andere Geschmacksnuance.



Woher kam die Idee mit dem Spargelunkraut?

Manchmal fliegen einem die Ideen für die Gerüchte zu: Mich hat vor ein paar Tagen fast der Schlag getroffen. Wir liefen an einen dieser Schicki-Micki-Restaurants vorbei und mein Blick blieb am Aufsteller hängen. Das Angebot: "Spargelsülze veredelt mit Gundermann" und das ganze für 14,40 Euro pro Portion! Ein
Hammer! Dass nenn ich Angebot (und ich hoffe man hört die Ironie heraus). Sülze - das ist nun echt banal. Spagel in Sülze? Warum nicht. Unkraut mit Spagel? Ok, dass ist ein Versuch wert. Ich hab mir also die Idee "geklaut"  und brachte von diesem Ausflug noch ein breites Ginsen mit: Ja auf der noblen Speisekarte einer Edelkochburg zahlt man eben jeden Preis für garstiges Unkraut. Zu Hause zahlt man dann noch mal: Für die Unkrautvernichter und Flammenwerfer. Die Welt ist verrückt.

Diese Portion soll 14,40 Euro wert sein? Na vielleicht liegen dann ja auch 2 Scheibchen Sülze
mit drei kunstvoll angerichteten Trofen Balsamico-Creme auf einen viel größeren Teller....

Der Spargel hat mich 5 Euro gekostet, der Rest ist im Rahmen einer jeden Haushaltskasse und der Gundermann wächst bei mir besser als mein Rasen (ich hab Rasen?). Arbeitszeit etwa 15-20 Min. Sülze hatten wir für 3 Tage und nun freue ich mich auch wieder auf die nächste Spargelrunde mit Sauce Hollandaise.

Wenn man den Buttereinsatz kontrolliert wird daraus sogar ein Essen für die schlanke Linie.

Freitag, 24. April 2015

Horsd’œuvre vom Unkraut oder einfach ein paar schnelle Häppchen

Wenn´s man schnell gehen soll und dennoch etwas Besonderes sein darf: Horsd’œuvre, jene Häppchen die die Franzosen so vor dem Hauptgericht lieben, sind fix gemacht, vor allem mit Unkraut. Heute haben sich zum Abend ein paar Freunde eingeladen und ich bin noch mal im Schweinsgalopp durch den Garten geflitzt. Was nehm ich nur? Was nehm ich nur?  Da! Knoblauchsrauke! Perfekt. Mit Schafskäse (oder einen Goude, Ziegenkäse oder was auch immer grade greifbar ist) und ein paar Cocktailtomaten (oder Gurken- oder Karottenscheibchen) sind sie eine tolle Kombination zu einem Glas Wein. Wer hat reicht dazu noch Baguette mit Knoblauchsrauken-Pesto. Keine Zahnstocher im Haus? Egal. Hab noch ein paar Kiefernadeln gefunden. Wären die nicht, hätte ein Ast vom irgendeinen Strauch herhalten müssen..Da fällt mir ein...mein Haselnussstauch müsste sowieso ein wenig gestußt werden....


Schnell gemacht: Knoblauchsrauke passt perfekt zu Schafskäse und Tomaten.
Ein Bild von einen Essen....dazu ein Gläschen Wein...

Gundermannblüten und Blüten von Knoblauchsraucke dienen hier als essbare Dekoration.
Löwenzahnblütenblätter könnte man auch nehmen.

Der Hut steht dir gut.


So und nun ab in ein schönes Wochenende :)

Freitag, 17. April 2015

Wochen-Special: Bärlauchbutter-Brotschnecken

Zentnerweise Bärlauchbutter gemacht und nun? Ab damit aufs Brot. Um dem Fuchsbandwurm aber ein Schnippchen zu schlagen backen wir die Butter einfach mit. Ich liebe einfache Rezepte ohne viel "Schisslameng". Das hier ist ein solches Rezept: Hausmannskost und dennoch etwas Besonderes.


Köstlich: Bärlauch-Brotschnecken. Durchs Backen sterben auch alle in der Bärlauchbutter
möglicherweise enthaltenen Fuchsbandwurmeier ab. Unbeschwerter Genuss.

Zutaten für die Bärlauch-Brotschnecken

Die Bärlauch-Schnecken sehen schon vor dem Backen
lecker aus....

 

  • 200 g Bärlauchbutter, zimmerwarm
  • 1 Päckchen Trockenbackhefe
  • 350 ml Milch
  • 500 g Mehl
  • 1 TL Salz
  • 1 TL Zucker

Zubereitung der Bärlauch-Schnecken


     ...aber nach dem Backen kommt noch der Duft hinzu.          
Mehl in eine Schüssel  geben und Milch Salz, Zucker und Hefe verrühren. Die Milch leicht erwärmen (die Hefe startet dann schneller) und mit der Milch die Mehlmischung zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Den Teig gut aufgehen lassen.
Wer frische Hefe verwendet, benötigt einen halben Würfel, macht in sein Mehl eine Mulde, und rührt ein wenig von der Milch mit dem Zucker und der Hefe zu einem Vorteig an und lässt den 20 min gehen. Dann die restliche Milch zufügen und das Salz und alles nochmal kräftig durchkneten und ebenfalls gehen aufgehen lassen.
Nun den Teig etwa 1/2 cm dick etwa ausrollen und mit der Bärlauchbutter bestreichen. Dann in etwa 3-4 cm breite Streifen schneiden, zu schnecken aufrollen und in eine Muffinblech setzen. Bei 180° Umluft ca. 20 min Backen.

Tipp: Die Schnecken schmecken auch mit Bärlauchpesto statt Bärlauchbutter, aber Pesto gibt es morgen...


Bärlauch-Schnecken und ein Glas Rotwein und der Abend ist gegessen.

Donnerstag, 9. April 2015

Wildkräutersalat vom Wegesrand - ein paar Grundlagen für Anfänger

Natürlich sollte man Wildkräuter NICHT vom Wegesrand sammeln...wegen der Hunde. Was habe ich mich über Hunde schon geärgert. Die machen ihre Haufen immer auf die schönsten Kräuter. Oder wachsen sie wegen der partiellen Düngung dort besonders gut? Wer weiß. Jedenfalls nützt die Düngung den größten Wildkräuterfan nichts, denn Pflanzen an solchen "Abort-Meilen" sind einfach nicht essbar. Um Essbares zu finden, muss man also wieder ganz weit laufen oder im eigenen Garten ernten.

Wildkräuter für den Salat wachsen überall. Essen sollte man jedoch nur solche, die abseits aller Straßen,
Wege und Landwirtschaft wachsen. Dann wird die wilde Mischung auch zum Gesundheitsbrunnen.


Knoblauchsrauke, Spitzwegerich, Pimpinelle, Bärlauch und Löwenzahn - klar wachsen die bei mir längst zu Hause. Allerdings: So viel wie ich davon über das Jahr vertilge, muss ich doch gelegentlich Nachschub aus der Wildnis beziehen. Im Odenwald auf der einen oder andere Waldlichtung, in verwilderten Gärten fernab der Weinberg-Spritzerei, Ruderalflächen abseits der Landwirtschaft und jenseits aller Autobahnen....Wildkräuter-Fetischisten brauchen gutes Schuhwerk und stramme Wanderwaden, wollen sie nicht -völlig unökologisch- mit dem Auto überall hinfahren. Und so gehen auch diesem Salat wieder einige Kilometer Fußmarsch voraus. Zugegeben: Ich komme eigentlich von keinen Ausflug in die Natur  ohne Grünzeug in der Tasche nach Hause :). Meine Jungs gucken schon immer ganz schräg, wenn die Mama wieder "grasen" geht : "Das müssen wir aber nicht probieren, oder oder?"  "Nein, alles meins!" *hihihi

Wildkräuter für den Salat


Eine kleine Auswahl möglicher Wildkräuter die jetzt im April salattauglich sind: Pimpernelle, Gundermann,
Spitzwegerich, Löwenzahn, Schafgarbe (im Bild fehlt das "r"  -Danke an Hildegard für den Hinweis-, Gänseblümchen, Bärlauch, Knoblauchsrauke und natürlich der Giersch.
Die Mischung machts, deswegen hat man beim Wildkräutersalat gute Möglichkeiten seinen eigenen Vorlieben nachzukommen. Wildkräuteranfänger sollten mit Endiviensalat/Feldsalat als Grundlage beginnen und erst man nur eine Handvoll Wildkräuter in den Salat mixen. Nach und nach lässt sich der Wilde Anteil erhöhen, bis der Wildkräutersalat zu 100% von der Wiese kommt.  Warum sollte man so vorgehen?
  • Wildkräuter sind zäh. Selbst bei junger Spitzwegerichblättern muss man ganz schön die Kaumuskulatur bewegen.
  • Wildkräuter sind bitter....oder grasig oder scharf....jedenfalls enthalten sie noch alle Bitter- und Geschmacksstoffe die dem Kultursalat weggezüchtet wurden. Das macht sie so gesund, aber man sollte sich langsam an den Geschmack gewöhnen, sonst verleidet einen er Sprung ins "kalte Wasser" weitere Wildkräuterexperimente.

Wie schmecken Wildkräuter?

Die hier verwendeten Wildkräuter:

Pimpinelle: nussig-gurkig
Gundermann: erdig
Knoblauchsrauke: mild-knoblauchig
Bärlauch: scharf-knoblauchig
Löwenzahn: mild-bitter
Giersch: sehr würzig und nicht jedermanns Geschmack.
Schafgarbe: bitter
Gänseblümchen: Blütenblätter als Deko, Blätter schmecken grasig

Sehr dankbar  als Füllmaterial für einen 100%igen Wildkräutersalat ist wilder Feldsalat, der wirklich wie Feldsalat schmeckt, aber lediglich kleinere Blätter hat, als unsere Zuchtsorten. Aktuell will der noch nicht so richtig wachsen. Ein Foto kommt aber hoffentlich noch.

Aktuell macht mein größter Anteil im Salat der Löwenzahn und die Pimpernelle aus etwa die Hälfte der Salatschüssel, dann folgt Giersch, und der Rest dient als "Würze" und füllt insgesamt etwa 1/4 der Schüssel.

Natürlich gibt es noch viele, viele weitere Wildkräuter. Manchmal schmecken die Blüten anders als die Blütter, die Wurzel dann noch mal gnz anders und je nach Alter und sogar nach Standort finden sich Variationen im Geschmack. Hier haben Gourmetzungen viel zu tun, die einzelen Geschmacksnuancen zu beschreiben. Ich find das immer wieder spannend, gerade wenn man einen Geschmack beschreibt, der doch sehr einmalig ist. Wie schmeckt Giersch? Eben nach Giersch :).

Für Wildkräutereinsteiger: Löwenzahn im Salat

Löwenzahn ist ein wahres Jungbrunnen. Allerdings können Wildkräuterneulingen sogar die Bitterstoffe in den jungen Blättern auf den Magen schlagen, grade wenn man die zum ersten Mal isst und die Menge zu groß gewählt hat. Wer hier seinen Magen erst langsam an gesunde Wildkost gewöhnen will, weil er weiß, dass er mit der Verdauung ohnehin Probleme hat, der sollte bei Löwenzahn das folgende versuchen:
  • wirklich nur junge Blätter verwenden
  • nur die obersten 2/3 des Blattes verwenden und den dickeren Blattstiel abschneiden
  • die Löwenzahnblätter 1-2 h wässern und das Wasser abgießen. Auf die weise sind die meisten Bitterstoffe aus dem Blätter entfernt.

Für Wildkräutereinsteiger: Gänseblümchenblüten im Salat?

Ehrlich? Ich ess die auch nicht an einem Stück! So ein ganzer "Klumpen" Blüte ist selbst mir zu viel. Ich bin doch keine Kuh! Die Blütenblätter zupf ich ab und streu sie über den den Salat. Den Blütenboden schneide ich klein. Wenn ich Blätter von Gänseblümchen gesammelt habe, wandern eher die in den Salat und ich lass den Blütenboden weg. Mir ist der einfach zu "faserig".
Dennoch kann man die Blüten komplett essen. Wenn ich das machen will, dann lege ich mir aber ein Glas an, in dem ich Gänseblütenknospen wie Kapern einlege. Dadurch werden die Blüten weich und können prima gegessen werden. Als Deko eigenen sich aber 1-2 Blüten am Rand der Salatschüssel immer. Sieht einfach gut aus.

Welche Soße für den Wildkräutersalat?

Eine einfache Soße aus Essig und Öl mit Salz und Pfeffer geht immer. Etwas milder sind Vinaigretten. Wie wäre es z.B. hierfür Veilchenessig zu verwenden?  Joghurt- oder Sahnedressigs milder den manchmal doch recht kräftigen Geschmack der Wildkräuter und binden die Bitterstoffe zusätzlich ab. Wer sich also an seinen ersten Wildkräutersalat versucht, der sollte seinen Salat mit einen solchen Dressing versuchen. Zwei Basis-Salatsoßen als Vorschlag:

Joghurt-Dressing:
  • 40 ml Öl
  • 40 ml Essig
  • 120 ml Joghurt
  • 1,5 TL Senf
  • 2 TL Zucker
  • 1 TL Salz
Vinaigrette:
  • 40 ml Öl
  • 40 ml Essig
  • 80 ml Wasser
  • 2 TL Senf
  • 1 Zwiebel
  • 2 TL Zucker
  • 1 TL Salz
Kräuter wie Petersilie oder Schnittlauch braucht es nicht mehr in der Soße, die gibt es ja reichlich im Salat. Statt Zucker geht auch Honig, Stevia oder sogar Spitzwegerichsirup. Es geht aber auch ganz ohne. Natürlich ist jede andere Salatsoße denkbar, denke da hat jeder so "seine" Soße. Ansonsten einfach mal ein wenig in den Rezeptbüchern dieser Welt googeln.



Samstag, 13. September 2014

Frittierte Knospen von Nachtkerzenblüten - eine kleine Einlage aus der Showküche

Keine Zucchini im Haus? Macht nichts. Nachtkerzenblütenknospen können hier als Ersatz herhalten, jedenfalls geschmacklich. Sie haben frittiert einen fast schon intensiveren Geschmack als Zucchini selbst und machen sich vorzüglich in Reisgerichten. Aber auch pur als leicht gesalzene Vorspeise serviert, sind sie eine kleine Leckerei. Darüber hinaus ist das Frittieren schon fast eine Einlage für sich in einer "Showküche", denn mit ein bisschen Glück erblühen die geschlossenen Blüten im heißen Fett.

Auch frittiert fast zu schön zum Essen: Nachtkerzenblüten schmecken im Fett gebacken nach Zucchini.

Zutaten:

  • eine handvoll noch geschlossener Nachtkerzenblütenknospen
  • etwas Sonnenblumenöl
  • Salz und Paprikapulver nach Bedarf

Daraus soll eine Vorspeise werden? Na klar. Hochkalorisch dank Frittierfett: Die Nachtkerzenblütenknospen.

Zubereitung der Nachtkerzenblütenknospen:

Am Besten eignet sich zum Frittieren ein geschmackloses Öl, wie Sonnenblumenöl oder Rapsöl. Die Knospen einfach ins heiße Fett hineingeben und einige Minuten beobachten. Der Frittiervorgang ist ein echtes Erlebnis, besonders wenn es plötzlich in der Pfanne blüht. Doch Vorsicht: Kinder sollten nicht zu dicht am Herd stehen, das Fett spritzt! Wenn die Blüten anfangen leicht braun zu werden, kommen sie aus der Pfanne. Die Blüten werden auf einem Küchenkrepp abgetropft und wer möchte kann die knusprigen Knospen dann noch leicht salzen oder mit Paprikapulver würzen.

Showtime! Die Knospen plustern sich im heißen Fett auf, mit ein wenig Glück "blühen" die Nachtkerzen in der Pfanne auf - das sieht dann aus wie im Zeitraffer.


Sonstiges:

Das Ergebnis sind mehr oder weniger krosse Blüten mit einer schönen Zucchini-Note. Sie lassen sich in alle möglichen Gerichte mit integrieren, vom klassischen Risi.Bisi bis zu Kabeljau an frittierten Nachtkerzenblüten. Wer es puristisch mag kann sie einfach so essen.

So mag ich Wildküche: einfach, unkompliziert und dennoch ist es etwas ganz Besonderes. Das schafft kein Fertigprodukt aus dem Supermarkt.

Keine Nachtkernzenblüten zu Hause? Gerade jenseits der Saison? Gelegentlich verwende ich in meinen Salat eine Mischung aus verschiedenen Ölen und hier greife ich auch gern zum Nachtkerzenöl von Natulio. DAS ist ein wenig Werbung, aber eine gute, denn die Firma ist jung, hier in Deutschland ansässig (Made in Germany), sucht auch meist regionale Zutaten und arbeitet mit einer kleiner Ölmühle zusammen. Insgesamt ist mir nicht nur dieses kleine Unternehmen sympathisch, sondern auch die Qualität des Öls, das ich nun schon einige Zeit in der Verwendung habe. Wenn du das auch mal testen möchtest: das Nachtkerzenöl  kannst du direkt bei Natulio ordern  und mit dem Code "Sindy10" erhältst du auch noch 10% Rabatt auf ein wirklich hochwertiges Öl!

Mittwoch, 10. September 2014

Gurkensalat mit Gundermann und Malve

Dill und Gurke - eine klassische Kräuter-Gemüse-Liason, aber eben auch nichst Neues. Wer seine Gäste oder sich selbst einmal mit mehr als Standard überraschen will, der sollte die Variante mit Gundermann testen. Als optische Aufwertung hab ich eine handvoll Malvenblüten untergemix. Die Blüten sind im Salat recht geschmacklos, geben ihm aber den besonderen optischen "Kick".

Gurkensalat mal anders: Hier gibt Gundermann das Aroma vor und die Malvenblüten bringen die schmackhafte Optik mit. Immerhin isst auch das Auge mit.

Zutaten für den Gurkensalat mit Gundermann und Malve

  • 3 kleine Salatguken
  • 2 Äpfel
  • 1 große Zwiebel
  • 1 Handvoll Gundermannblätter (sind etwa 5-8 g)
  • 1-2 Handvoll Malvenblüten
  • 6 EL Joghurt
  • 3 TL flüssiger Honig
  • 2 TL Zitronensaft
  • Salz
Die Grundzutaten für den Gundermann-Gurken-Salat sind überschaubar. Macht schon so Appetit auf mehr. Fehlt nur noch das Dressing.

 

Zubereitung

Gurken, Äpfel, Zwiebel feinwürfeln und Gundermann hacken. Die Malvenblüten vom Blütenkelch trennen, einige Blüten zur Deko aufheben, den Rest ebenfalls kleinhacken. Aus Joghurt, Honig, Zitronensaft und Salz ein Dressing zusammen rühren und alle Zutaten miteinander vermengen. Mit Malvenblüten dekotieren und servieren.

Salat-Variationen

  • Wie wäre es statt violetter Malven mit gelbe Sonnenblumenblüten oder roter, duftarmer Rose? Um "langweilig grünen" Gurkensalat optisch aufzuwerten lassen sich viele essbare Blumen verwenden. 
  • Noch junger Giersch im Garten? Dann schnell noch eine Handvoll holen und ebenfalls in den Salat mixen. Giersch gibt dem ganzen Salat noch mal ein ganz anderes Aroma, passt aber vorzüglich zum Gurken-Gundermann-Geschmack.

Sonstiges

Ich mag Dill sehr gern, aber auf Dauer wird er langweilig. Die Variation mit Gundermann bringt frischen Geschmack in altbekannten Salat. Es ist auch kein Problem den Gundermann zuletzt hinzuzufügen und die Menge so weit zu steigern, bis man die persönliche Lieblingsmenge gefunden hat. Gundermann ist sehr geschmacksintensiv!


Samstag, 26. Juli 2014

Frittierte Labkrautsäckchen

Gut Ding will Weile habe und nicht jedes Rezept will auf Anhieb gelingen. Für diese habe ich etwas mehr Zeit benötigt, da mein Anspruch war, ohne Fertigprodukte (Brick-Teig) auszukommen. In dem Fall war also der Teig die größere Herausforderung, nicht so sehr die Zubereitung des Wildgemüses. Hier also nun das Rezept für frittierte Labkrautsäckchen.

Ob als Vorspeise oder Hauptgereicht, mit Fleischbeilage oder ohne - Labkrautgemüse ist schon ein spezielles Geschmackserlebnis.

Zutaten für frittierte Labkrautsäckchen:

  • 2 große Bündel Labkraut
  • 2 Zwiebeln
  • Butter
  • ca 100 g Semmelbrösel
  • 2 Eier
  • 1-2 Knoblauchzehe(n), je nach Vorliebe
  • Salz und Pfeffer
  • 50 ml Gemüsebrühe
  • 200 ml Sahne

Für den Teig :
  • 200g Mehl
  • 160 ml Wasser
  • 1-2 EL Öl
  • etwas Salz
  • Öl zum Frittieren
Von der Wiese in die Pfanne: Labkraut wird hier mit Zwiebeln angedünstet.


Zubereitung:


Für die Füllung der Säckchen wird das Labkraut zuerst kurz gewaschen, klein geschnitten und in einer Pfanne mit den kleingewürfelten Zwiebeln und dem Knoblauch  in reichlich Butter (darf ruhig ein großer Klecks sein) angeschwitzt.
Für die Füllung der Teigtaschen kommt die Hälfte des Labkrauts in eine Schüssel und wird mit den Semmelbrösel vermengt. Ist das Labkraut nicht mehr heiß, wird ein Ei untergerührt und die Masse mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt.
Die andere Hälfte wird in der Pfanne mit Sahne und Gemüsebrühe aufgegossen und etwas eingekocht. Diese Hälfte ist das "Bett" auf dem das Labkrautsäckchen nachher drappiert wird.
Solange das Gemüse leise vor sich hinköchelt kommt der schwierigste Teil: Die Herstellung  des Brickteigs. Hier kommt es auf die richtige Mischung an und das Ausrollen erfordert etwas Fingerspitzengefühl. Für den Teig Mehl und Wasser mit dem Öl mischen, eine Prise Salz dazugeben und sehr gut durchkneten. Ist der Teig zu klebrig teelöffelweise Mehl hinzugeben, ist der zu trocken tropfenweise Wasser zufügen. Wenn der Teig geschmeidig ist und nicht mehr klebt, kleine Teigportionen abnehmen und diese so dünn wie möglich ausrollen. Man kann sich am Strudelteig orientierten. Auf jede Teigplatte etwa 2 EL der Füllung geben, die Teigränder nach oben zu einem Säckchen zusammendrücken und kurz nacheinander in Öl frittieren.
Das Labkrautgemüse auf einen Teller anrichten und ein Teigtäschchen obendrauf setzen.
Ab jetzt geht es ganz schnell: Frittiert sind die Labkrautsäckchen binnen 3-4 Minuten.

Sonstiges:

  • Wem die Zubereitung von Brickteig zu aufwändig ist, der kann sich selbigen im Asia-Geschäft fertig kaufen. Wenn man jedoch nach den Zutaten geht, zahlt man beim Fertigprodukt deutlich drauf. Es lohnt sich ein wenig mit dem Brickteig zu üben, da man mit ihm so ziemlich alles einpacken und frittieren oder ausbacken kann. Im Laufe der Zeit hat man dann den Dreh raus und muss keine Sondergeschäfte mehr aufsuchen.
  • Wem das ganze Rezept zu "grasig" erscheint, dem empfehle ich das Labkrautbett gegen ein Bett aus Rahmspinat auszutauschen. Die Teigsächchen schmecken dank dem Ei viel milder, als das tatsächlich eher herb-grasige Rahm-Labkrautgemüse. Labkraut hat einen interessanten herb-würzigen Geschmack, kann aber gerade Wildkrautanfängern in dieser Menge deutlich "zu viel des Grünen" werden.
  • Wer viel Labkraut zur Verfügung hat, der sollte nur das obere Drittel verwenden, da die untere Hälfe der Stängel doch etwas zu hart sein kann und man ja nicht den Eindruck erwecken haben möchte, man würde Stroh essen.

Donnerstag, 17. Juli 2014

Eine leichte Sauerampfersuppe

Sauerampfer wird unter den Botaniker als "leicht giftig" eingestuft. Das liegt an der in ihm befindlichen Oxalsäure, die so mancher aus Sauerklee, den japanischen Knöterich oder dem Rhabarber kennt. Die Dosis macht das Gift. Sauerampfer sollte man also nicht täglich essen. Menschen mit Herz- oder Nierenschäden oder auch Rheumatiker, sollten besser ganz auf ihn verzichten. Alle anderen dürfen hin und wieder z.B. diese fein säuerlich-frische Suppe genießen.

Sauerampfer im Sommer? Dank gemähter Wiesen finden sich hin und wieder Leckereien zu unterwarteter Zeit.


Zutaten für die Sauerampfersuppe:

Schalotten, Sahne, Ei, Sauerampfer, Mehl, Butter und Gemüsebrühe - und schon hat man eine wirkliche Delikatesse.
  • 4 Handvoll Sauerampfer 
  • 1 EL Butter
  • 2 Schalotten
  • 2 EL Mehl
  • 500 ml Gemüsebrühe
  • 200 ml Sahne
  • 1 Eigelb
  • Salz und Pfeffer 

Zubereitung:

Scharlotte fein würfeln und in Butter glasig dünsten. Den Ampfer waschen, grobe Stängel entfernen, grob kleinschneiden und im Butter-Zwiebelgemisch zusammenfallen lassen. Das Mehl zugeben und kurz anschwitzen, dann mit Gemüsebrühe ablöschen. 150 ml Sahne zugeben und ca 15 min köcheln lassen. Die Suppe pürieren. Restliche Sahne mit dem Eigelb verschlagen, unter die Suppe ziehen und sofort servieren.


Puristisch: Die Sauerampfersuppe ohne Tam-Tam angemacht,
nur mit einem Klecks Creme fraiche - erfrischend säuerlich.

Sonstiges:

  • Wer möchte kann zu den Zwiebeln auch noch Knoblauch geben. 
  • Wer die Suppe grüner mag, kann mit ein paar frischen Erbsen nachhelfen, die mitgekocht und püriert werden.
  • Sauerampfer ist appetitfördernd und harntreibend. Er reinigt das Blut und stärkt die Leber. Das ist mt ein Grund warum man früher immer mal wieder 1-2 Blätter Sauerampfer direkt von der Wiese genascht hat. Heute wird das kaum noch gemacht, aus Angst vor Fuchsbandwurm und Keimen aller Art.