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Sonntag, 15. Juni 2014

Senf vom japanischen Staudenknöterich

Eine echte Plage mit gutem Geschmack:
Der japanische Staudenknöterich
Der japanische Staudenknöterich ist ein echt aggressiver Newkommer in den Gärten und leider auch jenseits derselbigen. Auch ich habe dieses Gewächs leider in meinem Garten und kann quasi jeden Tag zugucken, wie der von meinem Stückchen Land besitzt ergreifen will. Was wird wohl passieren, wenn er auf meine Brombeeren und Brennnesseln prallt? Wer würde da das rennen machen? Diese Frage werde ich wohl nie klären, denn sobald der Knöterich sein Wachstum aufnimmt, landet er bei mir auf dem Tisch. Den ganzen Sommer über ernte ich die neu aus dem Erdreich nachschießenden Sprossen ab, sobald sie 10-15 cm Höhe erreicht haben. Da wir aktuell Grillsaison haben, wird der japanische Staudenknöterich erst mal zu Senf verwurstet. Der schmeckt überraschend fruchtig und verleiht dem Senf eine ganz leichte, angenehme Säure.


 

Zutaten für den Staudenknöterichsenf:

Senf aus Knöterich braucht nicht viele Zutaten und
ist in 20 min zubereitet.
  • 400 g junge japanische Staudenknöterichstängel
  • 30 ml Balsamico-Essig, hell
  • 80 g Zucker
  • 1/2 Schalotte
  • 2 gehäufter EL Senfsamen
  • Salz und Pfeffer

 

 

 

 

Ein guter Mörser erleichtert das Zerkleinern
der harten, viel zu leicht herumhüpfenden 
Senfsamen ungemein.

Zubereitung:

Den Knöterich entblättern und die Blätter wegwerfen (man kann auch sie auch frittieren, aber irgendwann hat man genug davon). Die Stängel klein schneiden, dann mit wenig Wasser einige Minuten weich kochen und mit den Pürierstab pürieren. Zusammen mit dem Zucker und Essig 5 min köcheln lassen. Die Schalotte möglichst fein würfeln und in die Sauce geben. Die Senfsamen am Besten im Mörser fein mahlen und ebenfalls zur Sauce geben. Alles zusammen noch einmal aufkochen lassen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Für süßeren Senf einfach noch etwas Zucker zugeben.
Nach 1-2 Tagen Ziehzeit im Kühlschrank hat der Senf sich mit den übrigen Zutaten verbunden und der seinen eigentlichen, vollmundigen Geschmack entwickelt. Im Kühlschrank hält er sich ca. 2 Wochen.


Sonstiges:

          Würstchen im Staudenknöterichsenf  - einfach und lecker.      
  • Menschen, die zu Nierensteinen neigen und Kinder sollten den Staudenknöterich nicht all zu oft essen.
  • Wer den Senf weniger faserig mag, der kann ihn in noch warmen Zustand durch ein Sieb streichen. 
  • Wie wäre es mal mit "japanischer Senf trifft bayrische Weißwurst" - schmeckt super!



Dienstag, 27. Mai 2014

Echte Outdoor-Strohhalme aus japanischem Staudenknöterich


Der japanische Staudenknöterich ist eine
echte Katastrophe für die heimische Natur.
Der japanischer Staudenknöterich ist eine echte Plage, eines der widerstenstigsten Unkräuter und einer der aggressivsten Neophyten (eingeschleppten, nicht-einheimischen Pflanzen) überhaupt. Einmal ausgebüchst, überwuchert er alles und macht vor nichts halt, weder vor Orchideenwiesen, noch Straßenbelag. Ihm ist nur sehr schwer beizukommen. Es gibt eigentlich nur 2 Methoden:
1) Mächtig viel Erde mit den ganzen Wurzelausläufern ausheben und diese als Sondermüll entsorgen oder
2) ihn schwächen bis er eingeht. Wie? Immer wieder niedermähen und aufessen! Rezepte werde ich immer mal wieder einstellen, so wie den Staudenknöterichsenf - und ja, er dieser Knöterich ist essbar!
Meine Kinder haben Spaß dran, aus den noch recht jungen Stängeln echte "Outdoor-Strohhalme" zu basteln. Plastik ist ja uncool. Hier also eine total einfache Anleitung für japanisch angehauchte Strohhalme.


Bastelanleitung für echte Wildnis-Strohhalme:

Die Knoten (braun) z.B. mit einem
dünnen Strohhalm durchstechen.       
     
Bleistiftdicke Stängel kurz nach den Knotenpunkten abschneiden, so dass der zukünftige Strohhalm möglichst wenige Knotenpunkte enthält. Mit einer Stricknadel, einem dünnen Plastikstrohalm oder einem dünnen Ast den Knoten durchstoßen und einmal fest durchs Röhrchen pusten, um die Pflanzensplitter rauszublasen. Fertig ist der Strohhalm aus japanischem Knöterich. Wer geschickt ist, kann sich auf diese Weise Strohhalme bis zu einem Meter länge herstellen, allerdings verursacht das Nuckeln an selbigen Kopfschmerzen - nein, das hat nichts mit dem Knöterich an sich zu tun, sondern weil man doch recht heftig ziehen muss, um diese Distanz zu überwinden ;-) 

 Sonstiges:


Die Naturstrohhalme sind der Renner auf Gartenpartys - dennoch würde ich mir den Knöterich nicht freiwillig in den Garten holen! Die Entsorgung erfolgt auf dem Komposthaufen, und auch da ist der Knöterich kaum wegzubekommen: er verrottet nur sehr langsam. Der japanischer Staudenknöterich ist selbst im Vergehen ein zähes Monster.
Staudenknöterich-Strohhalm
mit Rhabarberschorle.

Da der Knöterich ab einer Größe von ca 30 cm zu viel Oxalsäure enthält, sollte Ihr ihn dann nicht mehr essen. Inspiriert vom Oxalsäuregehalt, den er sich, zusammen mit seinem Geschmack, mit dem Rhabarber teil, servierte ich den Strohhalm zum ersten mal mit in Mineralwasser aufgefüllen Rhabarbersirup. Der schwere Sirup sank zu Boden, ließ sich mit dem Strohhalm aber gut verrühren und aufschlürfen. Fehlen eigentlich nur noch die Eiswürfel.