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Freitag, 7. August 2015

Smoothies für den August: Green Ringlostar und Sunshine

Regional, saisonal, kostengünstig - Smoothies mit "Haustür-Zutaten"

So mag ich es am liebsten: Essen komplett direkt aus der Natur vor der Haustür. Mit Smoothies ist das zu 100% möglich. Da muss kein Ei gekauft werden, keine Butter, noch nicht mal Mehl. Ein "Essen" vollständig aus wilden Zutaten! Super! Mehr davon. Und weil ich bei der Sommerhitze mal wieder kochfaul bin, muss mein 08/15-Haushaltsmixer wieder schwitzen (bin gespannt, wie lange der die Tortur noch mitmacht) und das gleich im Doppelpack, denn die Renekloden sind reif.

Smoothies mit August-Zutaten
Sommer-Smoothies wie dieser "Sunshine" gibts heute im Unkrautgourmet.

Smoothiegrundlagen

Die Faustformel für grüne Smoothies, die auch mal rot, gelb oder braun sein dürfen, ist ganz leicht und z.B. auf den Seiten von Grüne Smoothies zu finden. Alle Rezepte richten sich mehr oder weniger danach:
  • 300-500 g Früchte
  • 100-150 g Blattgrün
  • 200-400 ml Wasser
  • 1-2 Spezialzutaten für den richtigen Kick

Fett machts löslich

Ich füge Smoothies je nach Zutaten gerne noch einen Teelöffel neutrales Öl hinzu, weil Vitamine wie A, E, D und K nun mal nur fettlöslich sind. Auch die Vorstufen des Vitamin A, die Carotinoide, sind lösen sich nur in Gegenwart von Fetten. Da man nach  1-2 Gläsern Smoothie meistens pappsatt ist, sollte man seinen Körper auch die Möglichkeit geben, solche fettlöslichen Stoffe direkt aufsaugen zu können. Da wirkt ein Löffel Öl wahre Wunder.
Man sollte nicht zu dogmatisch sein. Wichtig ist doch, dass man überhaupt zu Grünzeug greift und so ein Smoothie bringt ein wenig Abwechslung in den Wildkräuter-Alltag und ist eine wunderbare Art Unkraut zu zerhäkseln und zu vernichten :). Auf zu den Rezepten.


Das Obst - wer kennt schon Renekloden oder Ringlo?

Renekloden
Mit den Mirabellen und Pflaumen verwand: Die Renekloden.
Grundlage für beide Smoothies sind Renekoden, die gerade Saison haben. Sie werden auch Edel-Pflaumen genannt, mancherorts  kennt man sie als Ringlo, Ringloden oder Renekloden. Vielen ist das Obst eher unbekannt und oft werden sie für unreife Mirabellen gehalten und vergammeln somit häufig, weil jeder darauf wartet, dass sie goldgelb werden. Da kann man lange drauf warten, denn so richtig gelb werden sie erst, wenn sie schon vom Baum gefallen sind und kurz vor der Verfäulnis stehen. Wer keine Ringloden bekommt, er kann für die nachfolgenden Rezepte auch auf Pflaumen, Zwetschgen, Kirschpflaumen, Pfirsiche oder Mirabellen zurückgreifen. Bitte wie immer in Bio-Qualität.

Das Grünzeug - es wuchert die Brombeerhecke und sprießt die Melde

Akerunkräuter
Soooo viele schöne Smoothie-Zutaten! Was auf den ersten Blick recht trostlos aussieht,
ist bei genauerer Betrachung ein regelrechter Vitalstoff-Acker.
Viele Ackerunkräuter, wie die Melde, stecken voller gesunder Inhaltsstoffe.
Als Blattgrün dient mal wieder Unkraut: eine wuchernde Brombeerhecke auf einen verlassen Grundstück und ein aktuell brach liegender Acker voller Melde.

Labkraut gibt es in gelb, weiß oder in der "klebrigen"
Ausführung. Ob Galium verum (echtes Labkraut),
Galium mollugo (Wiesen-Labkraut) oder Galium aparine
(Klebkraut)- alle drei eignen sich für Smooties.

Die Spezialzutaten - Oh wie schön, es ist Sonnenblumenzeit und das Labkraut blüht

Sonnenblumenblüten! In dem Fall sammel ich die gelben Strahlenblütenblätter von Exemplaren,  die ihre Blühhoch-Zeit schon überschritten haben und kurz vor dem Verwelken stehen.
Echtes Labkraut brühte bei uns noch auf dem Spielplatz. Psst! Spielplätze sind toll. Die Stadtverwaltung mäht und die Hunde müssen angeleint werden und machen ihre Geschäfte hinter den Zaun ;) !

Smoothie I: Green Ringlostar - Du bist was Du schlürfst

Labkraut, Renekloden, Melde
Der Green Ringlostar besteht aus Renekloden, Melde und Labkraut. Wer möchte kann noch eine
viertel bis halbe Zitrone zufügen.
  • 300 g Renekloden
  • 100 g Meldenblätter und Triebspiten (der Rest ist aktuell schon viel zu holzig)
  • 8 Blütenstiele voller Labkrautblüten
  • 200 ml Wasser
  • 1/4-1/2 Biozitrone, je nach Belieben mit oder ohne Schale

Zutaten im Mixer
Gleich geht´s rund. Ein Hochleistungmixer
wäre hier Gold Wert...:/

Zubereitung

Die Renekloden entkernen, die Meldeblätter waschen und ausschütteln. Bitte gut auf Marienkäferlarven untersuchen, die sitzten da nämlich gerne drin und schmecken durchgemixt scheußlich :). Die Labkrautblüten von den groben Stielen befreien und alles ab in den Mixer und mixen. Wer so einen gewöhnlichen Küchenmixer hat wie ich, sollten mindestens 3 Min mixen. Wenn nötig noch etwas Wasser zufügen. Wer es süßer mag, kann noch ein paar Renekloden zufügen.

Tipp zur Zitrone  

Wenn ihr Bitterstoffe liebt und euch eine bittere Note im Smoothie nicht stört, gebt die Zitrone samt Schale in den Mixer. Ihr erhaltet einen "Anti-Aging-Smoothie" denn in  der weißen Fasterschicht stecken jede Menge Flavonoide. Sie schützen unsre Zellen vor freien Radikalen und bremsen somit den Alterungsprozesse. Auch das Krebsrisiko können sie senken. Wenn ihr euch scheut, dann fügt nur ein Stückchen Schale hinzu ;).

Smoothie mit Mede, Renekloden und Labkraut
Der Ringlostar - ein Melde-Renekoden-Smoothie mit Labkraut.

Melde, ein Ackerunkraut wird zum Smoothie

Melde
Unkraut ins Glas: die Melde
Melde war sozusagen unser Vorgänger-Model zum Spinat und wurde als grünes Blattgemüse von den Römern bis ins Mittelalter genuzt. Sie gehört botanisch betrachtet, genau wie der Spinat, zu der großen Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae). Aber der Spinat entpuppte sich durch Züchtung irgendwann als viel ergiebiger und so geriet die Melde in Vergessenheit. Oft wird sie mit dem weißen Gänsefuß verwechselt. Das ist nicht weiter schlimm. Beide sind essbar. Von den 18 bei uns heimischen Melde-Arten sind mir bisher nur 2 Arten begegnet, die sich nicht zum Essen eignen. Keine Sorge, auch ihr erkennt sie: Am Geruch! Beide riechen nach fauligem Fisch und laden schon deshalb nicht zum Reinbeißen ein. Wenn ihr also Melde sammeln geht, lohnt es sich daran zu schnuppern. Die angenehm "grün" riechenden Exemplare sind echte Ackerunkräuter und stecken voller Kalium, Kalzium, Phosphor, Magnesium, Vitamin A und C, pflanzlicher Proteine und vielen weiteren wertvollen Inhaltsstoffen. Überraschender Weise enthält die Gartenmelde weniger Oxalsäure als Spinat, womit sie für unseren Kulturspinat eine echte Alternative für Menschen mit Nierenproblemen, Eisenmangelerscheinungen oder Herzproblemen sein kann. Wenn eure Kinder bei Spinat die Nase rümpfen, versucht es mal mit Melde, die wird oft viel lieber gegessen.


Smoothie II: Sunshine - der Sommer im Glas

Smoothie Sonnenschein
Der Sommer ist da: Der Sunshine-Smoothie mit Brombeerblättern, Renecloden und Sonnenblumen.
  • 300 g Renekloden
  • 100 g Brombeerblätter  (nur junge Blätter verwenden; aktuell treiben sie wieder aus)
  • 200 ml Wasser
  • 50 g Sonnenblumenblütenblätter (das sind etwa 4-6 Sonnenblumeblüten)
  • optional und hier empfehlenswert: 1 TL Sonnenblumenöl 

Smoothie-Zutaten
Noch Wasser zugeben und den Mixer starten.

Zubereitung

Die Renekloden wieder entkernen, die Brombeerblätter  und Sonnenblumenblütenblätter waschen. Alle in den Mixer und gründlich "smooth" mixen. Nach Bedarf noch etwas Wasser zufügen.

Brombeerblätter und die Alternativen

Es müssen nicht allein Brombeerblätter sein. Auch Himbeerblätter oder vor allem Erdbeerblätter eignen sich hier vorzüglich - gern auch alles gemischt. Alle drei haben eine positive Wirkung auf den Menschen. Brombeerblätter wirken blutreinigend und blutzuckersenkend, Himbeerblätter wirken kräfigend auf die Gebärmuttermuskulatur, Erdbeerblätter wirken beruhigend und stoffwechselregulierend.

Und was macht die Sonnenblumenblütenblätter? 

Sonnenblumen
Sonnenblumenblütenblätter stecken voller gesunder, sekundärer Pflanzenstoffen.
Na, gute Laune :). Darüber hinaus enthalten Sonnenblumenblütenblätter aber auch Carotinoide und Flavonoide, und sind somit Krebshemmer und Jungbrunnen.
Durch die Sonnenblumen wird der Smoothie nicht ganz so grün, eher ockerfarben. Und auch die Renekloden oxidieren recht rasch ohne Zitrone zu einem wenig appetitlichen Braun. Wer die hellere Farbe des Smoothies erhalten will, sollte dem Mix noch ein paar Tropfen Zitrone beifügen.

Alle Smoothie-Rezepte aus dem Blog in der Übersicht

Um euch die Übersicht zu erleichtern, hier alle bisher im Blog veröffentlichen Smoothie-Rezepte:
Brombeerblätter, Sonnenblumenblütenblätter und Renekloden
Ein Smoothie ist immer gut.
Mein Favorit ist noch nicht mal grün :/ sondern gelb: der Labkraut-Zitronen-Smoothie. Der hat echt einen "Wake-up"-Effekt.



Ringlostar
Der ist so gesund wie er grün ist: Ringlostar-Smoothie.

Freitag, 31. Juli 2015

Einfach nur Brombeertorte

Wilde Bormbeeren als kultivierter Nachtisch

Brombeeren, Brombeeren und noch mehr davon! Nach dem 5 Glas Marmelade überlgt man sich, ob man noch mal ins stachilge Gebüsch springen soll. Aber die Beeren sind so lecker! Für Blogleser mit Brombeerüberschuss hier ein tolles, super leckeres Tortenrezept mit den wilden Früchten.

Brombeertorte
Brombeermarmelade, Marzipan und frische Brombeeren geben dieser
Creme-Torte ihren fruchtigen Geschmack.

Abgekupfert und abgeändert

Ich hab das nicht erfunden! Das Rezept stammt - mit einigen Variationen - von Tatjana und ihren noch sehr jungen Blog Wiesenknopfschreibselei. Die dort angegebenen Johannisbeeren hatten meine Kinder am Tag vor dem Backen leer gefuttert, so dass ich mit dem Marzipan in der Hand die kleinen, roten Beeren vergeblich in der Küche gesucht habe. "Mama, die sind doch schon lange weg." MÖÖÖÖ. Was mache ich denn nun? Da! Brombeeren in der Hecke! Nix wie rein in den Stachelwald. Gelten Brombeeren als Unkraut? Hm. Wildfrüchte sind es auf alle Fälle. Dann passen die ja noch besser in den Unkrautgourmet,  als die kultivierten Johannisbeeren.
Brombeeren
"Wenn wir groß sind wollen wir auch Torte werden!" Jetzt ist Brombeerzeit!

Zutatenliste für die Brombeertorte

Mürbeteig:
  • 110 g Butter
  • 50 g Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 1 Eigelb
  • 200 g Mehl

Marzipanboden:
Marzipaneinlage in der Brombeertorte
Detailblick in den "Fußboden" der Torte: Teig,
Brombeermarmelade, Marzipan, Marmelade, Creme.
  • 200 g Marzipanrohmasse
  • 30 g Puderzucker
  • 1 Glas Brombeermarmelade (klar selbstgemacht: 1 kg Brombeeren sammeln, weich kochen, 750 ml Saft abmessen und mit 2:1 Gelierzucker der Packung nach zubereiten. Reicht der Saft nicht, kann auf einen 3/4 l mit Wasser oder Apfelsaft aufgefüllt werden)
  • 50 g Kleie (oder zerkrümelte Kekse, siehe unten)

Cremefüllung:
  • 8 Blatt Gelatine
  • 500 g Sahne
  • 150 g Quark
  • 150 g Mascarpone
  • 150 g Natur-Joghurt
  • 50 g Puderzucker
  • 2 EL Zitronensaft

Belag und Guss:

  • etwa 300 g Brombeeren
  • 2 EL Kartoffelstärke
  • 4 EL Zucker
  • 500 ml Apfelsaft (Wasser ist besser!)

Zubereitung der Brombeertorte

Brombeer-Belag
Brombeeren als Tortenbelag. Nun kann entweder Gelatine
oder Tortenguss über die Früchtchen.
Aus dem Mürbeteig-Zutaten einen Knetteig herstellen, auf Springformgröße ausrollen, in ein Springform legen und 8 min bei 180 Grad backen. Auskühlen lassen und auf eine Tortenplatte legen
und mit einen Tortering umstellen. Wer den nicht hat, der kann den Teigboden direkt in der Springform auskühlen lassen und  den Rand eingespannt lassen.  Die Platte mit Brombeermarmelade bestreichen. Das Marzipan mit dem Puderzucker verkneten, auf Teigplattengröße ausrollen und auf die Marmeladenschicht geben. Noch eine Schicht Marmelade darauf streichen und mit Kleie bestreuen.
Für die Creme die Gelatine einige Minuten einweichen, ausdrücken und in einen Topf leicht erwärmen, bis sie flüssig wird. Sahne steif schlagen. In einer zweiten Schüssel Quark, Mascapone, Joghurt, Puderzucker und Zitronensaft verrühren, 2 Löffel abnehmen und unter die Gelatine rühren und die Gelatine-Masse zur Creme geben. Mit der Sahne alles zusammen verrühren und auf den Boden verstreichen. Die Torte für 2 Stunden in den Kühlschrank geben. Dann die Brombeeren auf der angehärtete Creme verteilen. Aus Stärke, Saft und Zucker einen Tortenguss kochen, leicht abkühlen lassen und zügig über die Brombeeren geben. Die Torte wird nun weitere 5 Stunden, am besten über Nacht, in den Kühlschrank zum Aushärten gegeben. Tortenring entfernen oder den Springformrand abnehmen und ....lecker lecker :)

Und was fiel mir sonst noch so bei dem Rezept auf?

Mit Wasser statt Apfelsaft wäre der Guss heller geworden.
Schmecken tut die Torte aber vorzüglich!
  • Der Marzipanboden macht die Torte knalle-süß, deswegen hab ich die Zuckermenge aus dem Originalrezept reduziert. Wenn das Obst sauer ist kann man die Zuckermenge aus dem Rezept des Wiesenknopfgeschreibsels nehmen.
  • Den Tortenguss würde ich das nächste Mal mit Wasser anrühren, nicht mit Apfelsaft. Damit schmeckt er zwar etwas "leer", aber die Früchte darunter sieht man besser - oder wenigstens einen Teil Saft durch Wasser ersetzten.
  • Oder ich würde statt Tortenguss gleich zu Gelatine greifen. Bin ein Fan von zerriebenen tierischem Bindegewebe, das wird einfach viel fester als ein Tortenguss. Außerdem: wenn man schon Tiere für Wurst und Co. um die Ecke bringt, kann Schwein, Rind und Co. auch vollständig verwerten kann.  Das haben unsere Vorfahren schon immer so gemacht. Außerdem ist Gelatine ein recht hochwertiges Eiweiß. Alternativ kann man hier auch mit Agar-Agar oder Pektin arbeiten. Jeder nach seinen Vorlieben.
  • Apropos Tortenguss: Meine Oma hat den immer mit Kartoffelstärke angerührt und ich mach das seither auch so. Schaut mal auf die Zutatenliste von gekauftem Tortengusspulver: Da ist Carageen drin. Das braucht kein Mensch. Es ist ein recht umstrittender Inhaltsstoff, den etliche Studien als Brustkrebsausslöser und Verantwortlichen für Magengeschwüre entlarvt haben. Carageen findet sich auch in handelsüblicher Sahne. Bio-Sahne hat -meistens- keines. Da lohnt sich der Blick aufs Etikett. Carageen dient als Verdickungsmittel. Lustiger Weise merke ich keinen Unterschied, wenn ich Omas Variante und ein Tortenguss aus dem Tütchen vergleiche. Einen ultimativen Verdickungseffekt hat es also in der vorhandenen Tütchedosis nicht. Protagonist ist und bleibt im Tortenguss die Stärke! Ansonsten besteht käufliches Tortengusspulver noch aus einer unbekannten Minimenge  Weinsäure (E336)  und einer Prise Kaliumchlorid - ein Verwandter von Natriumchlorid: Salz. Also wer möchte kann Omas Variante noch eine Prise Salz und ein Spritzer Zitronensaft zufügen.
     
    Ein Stück Brombeertorte
    Iss mich! Brombeertorte zum Anbeißen.
  • Schmeckt bestimmt auch in der Beeren-Variante mit Stachelbeeren, Erdbeeren oder Himbeeren.
  • Statt Kleie gibt Tatjana in ihrem Rezept zerkleinere Löffelbiskuits an. Das geht natürlich auch. Alternativ sind auch Butterkeks denkbar oder zerkrümelter, hart gewordener Rührkuchen von letzter Woche, Haferflocken,... was eben da ist. Ich habe mich dieses Mal für geschmacksneutrale Kleie und einer generellen Zuckerreduktion im Rezept entschieden, weil meine Brombeere deutlich süßer sind, als Johannisbeeren und ich finde, dass Marzipan an sich schon wahnsinnig süß ist. In dem Fall hat sich das Reduzieren der Süße gelohnt: Der Brombeergeschmack hat sich neben dem Marzipan etabliert und ist nicht vom Zucker "erschlagen" worden. Danke Tatjana, für das Rezept! Hier sind viele Varianten möglich, so was liebe ich.
Das nächste man kommt auch eine Lage Brombeeren zwischen der letzten Marmeladenschicht
und der Creme. Alternativ ließen sich auch Brombeeren vorsichtig unter die Creme ziehen.
Doch jetzt erst mal: Guten Appetit!

Sonntag, 24. Mai 2015

Wie fermentiert man eigentlich Tee selbst?

Schwarztee ist vielen Menschen zu herb, Grüntee zu bitter, Schwarz- und Grüntee zu aufputschend, Kräutertee zu heulastig, Früchtetee zu rot..... Wie wäre es mit einem Mittelding? Einem selbst fermentierten Schwarztee-Ersatz? Dass ich mal Tee trinke, ist ohnehin selten. Wenn dann am liebsten  selbst gemachten "Schwarztee".
Sich einen Schwarztee-Ersatz herzustellen ist ganz einfach. Wie? Die Anleitung findet Ihr hier: unkrautgourmet.de
Schwarztee ist nichts anderes, als fermentierter grüner Tee. Also Grün hab ich genug vor der Nase und als verantwortungsvoller Mensch,  bin ich immer für regionale Produkte. Was brauche ich also importieren Tee aus Übersee, der ökologisch betrachtet sogar als Biotee mit den ewigen Transportwegen eine klimatische Katastrophe ist, wenn mir die Kräuter vor der Nase wachsen? Eben. Braucht kein Mensch :-). Also erhebt Euch und pflückt eine paar Brombeer- und Himbeerblätter. Jetzt stellen wir uns unseren eigenen Tee her. (Wer eine Tee-Pflanze zu Hause hat, kann die Blätter übrigens auf genau die gleiche Weise fermentieren und erhält dann echten Schwarztee.)

Brombeerblätter und Himbeerblätter dienen als Grundlage für den selbst hergestellten fermentierten Schwarztee-Ersatz. Auch junge Erdbeerblätter und/oder Johannisbeerblätter sind geeignet.
Das Schwarztee aus grünem Tee gemacht wird, kann man kaum glauben, wenn man den Geschmack vergleicht. Doch in der Tat verändern sich beim Fermentieren die Aromen in einer Pflanze stark.  Fermentieren ist ins  "Allgemeinverständliche" übersetzt eine Gärung mit Enzymen. Die Enzyme dazu liefern Mikroorganismen, die praktischerweise in der Natur überall anzutreffen sind und zu 90% bereits auf der Pflanze sitzen. Man benötigt also überhaupt keinerlei große Ausrüstung. Tee für den Hausgebrauch zu fermentieren ist ein total simples Verfahren. Ich zeige Euch heute, wie Ihr einen einfachen fermentierten Haustee herstellen könnt, der nicht zu herb und nicht "zu grün" schmeckt und der Euch nachts im Bett nicht stehen lässt, denn er ist frei von Teein. Auch für Kinder ist er geeignet.

Als Grundlage dienen junge Himbeer- und Brombeerblätter im Verhältnis 1:1. Wer erst einmal mit einer kleinen Menge experimentieren möchte, nimmt je eine Handvoll. Auch junge Blätter von Erdbeeren, Walderdbeeren, Johannisbeeren oder Stachelbeeren können als Grundlage dienen.
Die Blätter werden lediglich leicht befeuchtet und mit einem Nudelholz gründlich überrollt. Sinn und Zweck ist es, die Blätter etwas zu brechen, damit sie gleichmäßiger fermentieren und die Mikroorganismen einen guten Zugang zum Blattmaterial bekommen. Deswegen die Blätter auch nur von groben Schmutz befreien und nicht lange abwaschen, sondern lieber möglichst weit oben am Busch sammeln. Die Mikroorganismen auf den Blättern werden noch gebraucht.
Die feuchten Blätter vor dem Fermentieren einige Male mit dem Nudelholz überrollen, hilft den Mikroorganismen auf den Blättern bei der Fermentation.
Ein Blattbrei sollte es beim Plattwalzen aber auch nicht geben. Wirklich nur mehrfach kräftig überrollen. Sehr praktisch: Bei Brombeerblätter mit Stacheln werden die Stacheln dabei gleich abgebrochen.
In einer durchsichtigen Tüte hat man immer die Kontrolle, ob sich nicht Schimmelpilze bilden. Die Blätter sollten leicht feucht sein. Es bildet sich noch genug Schwitzwasser!
Anschließend kommt das feuchte Blattmaterial in eine Tüte (man kann auch einen feuchten Leinenbeutel nehmen, dann muss man aber verstärkt aufpassen, dass dieser die nächsten 2 Tage nicht austrocknet, evtl. immer mal wieder mit etwas Wasser besprühen) und wird gut verschlossen. Zwei bis drei Tage bleiben die Blätter in ihrem Schwitzbeutel. In dieser Zeit den Inhalt immer mal wieder durchschütteln und durchkneten, damit die Feuchtigkeit sich gut verteilt. WICHTIG: Der Inhalt darf NICHT anfangen zu schimmeln! Er soll gären, nicht schimmeln! Gerade bei den flauschigen Himbeerblättern sieht man kaum einen Unterschied zwischen Schimmelmyzel und Pflanzenfasern. Man riecht aber den Unterschied! Verschimmelter Tee riecht muffig, fermentierter Tee eben wie Schwarztee, gegebenenfalls noch mit etwas "Heugeruch", je nachdem, wie weit die Fermentation schon im Gange war.
Bereits nach wenigen Stunden fängt es in der Tüte an zu "schwitzen". Die nächsten zwei bis drei Tage sollte der Inhalt immer mal wieder durchgeknetet werden, um die Feuchtigkeit gleichmäßig zu verteilen.
Nach spätestens drei Tagen kommt der Inhalt zum Trocknen in die Sonne. Wenn der Tee vollständig trocken ist, lässt er sich verwenden wie Schwarztee, auch wenn er im Geschmack ein wenig anders ist.
Die fermentierten Blätter müssen nun nur noch vollständig trocken.
Auf einen Küchenkrepp in der Sonne ist das in wenigen Stunden erledigt.
Fertig getrocknet kann der Tee in einen Schraubdeckelglas aufbewahrt werden. Die Grundlage für den "Schwarztee" ist geschaffen. Wer möchte, kann diesem nun Blütenmischungen wie Hibiskus, Sonnenblumenblätter oder getrocknete Orangen- oder Zitronenschalen zufügen. Besonders schön passen auch getrocknete Früchte von Himbeeren, Brombeeren oder Erdbeeren in diesem Tee. Mein Favorit: mit einige Blüten Mädesüß aromatisieren.
Ziehen sollte der Tee zwischen fünf und zehn Minuten. Der selbst fermentierte Tee wirkt selbst bei zehn Minuten Ziehzeit nicht aufputschend! Aromatisieren lässt er sich mit allen möglichen getrockneten Beeren, mit Blüten, getrockneten Orangenschalen oder Vanille (die ist bei mir ein echtes Luxusgut und wird so lange verwendet, bis sie nach nichts mehr schmeckt. In dem Fall würde ich also eine ausgekratzte Schote, die ohnehin beim Backen angefallen ist, kleinschneiden und dem Tee beifügen).

Tipp für einen unbeschwerten Eistee: 

Trinkt ihn kalt und nehmt ihm als Basis für Eistee! Mit einen Schuss Pfirsichsaft und ein paar Eiswürfeln sehr lecker und erfrischend.

Montag, 14. Juli 2014

Schafgarbe-Brombeere-Smoothie - der Magenbitter unter den Smoothies

Schafgabe ist extrem heilsam,
leider auch extrem bitter.

Schafgarbe ist die "Schwester der Kamille" - jedenfalls was ihr Heilwirkung betrifft: entzündungshemmend, anregend, antiseptisch, krampflösend, blähungswidrig, verdauungsfördernd.  Die Brombeere hingegen ist per se in vielen Kulturen schon seid Jahrtausenden eine Heilpflanze. Esst mehr Brombeeren! Zeit also einen Versuch zu wagen und beides in einem Smoothie zu kombinieren. Das Ergebnis: ein alkoholfreier Magenbitter. Tatsächlich ist Schafgabe extrem bitter, vor allem, wenn man auch noch einige Blätter in den Mixer steckt. Gewöhnungssache. Fakt ist: Dieser Smoothie ist ein Kraftbündel in Sachen Kalzium mit extrem viel Vitamin C und krebshemmenden Ellagsäuren. Dazu jede Menge Magnesium, Kalium Eisen, Phenolsäure und Flavonoide.

Zutaten für den Schafgarben-Brombeere-Smoothie:

  • 2 blühende Stängel der Schafgarbe
  • 2 Handvoll Brombeere 
  • ca. 150 ml Milch und/oder Wasser

Mit Milch und Banane und der Hälfte der Schafgabe kann
man sich langsam an die Bitterkeit gewöhnen.

Zubereitung: 

Die Blüten vom Stängel zupfen, ebenso die Blätter und ab in den Mixer zusammen mit den Brombeeren und so viel Wasser, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.

Sonstiges: 

Der Smoothie ist puristisch reiner Form mit Wasser und ohne Milch nur was für Menschen, die sich schon an Bitterstoffe gewöhnt haben. Wer dies noch nicht gewöhnt ist, kann dem Smoothie erst mal nur einen Blütenstängel zufügen und zusätzlich eine Banane und ersetzt das Wasser gänzlich durch Milch - beide nehmen dem Smoothie seinen "Schrecken".