Posts mit dem Label Salat werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Salat werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 10. April 2018

Löwenzahnsalat mit gebratenen Äpfeln und eine Buchempfehlung mit Kaufhemmung



Das war ´s. Meine letzten Äpfel gehen zur Neige. Äpfel als Saisonobst kommen erst wieder mit dem Klarapfel im Juli auf den Tisch. Aber aktuell sitzte ich noch vor den Schrumpeldinger und mag auch den 15 Apfelkuchen nicht mehr essen. Was tun?  Schrumplige Äpfel und sprießendes Unkraut?  Da fiel mir ein Rezept aus einem Kochbuch ein, das ich geschenkt bekommen habe. Heute der ultimative Vergleich zwischen foodstylisch aufgepepptem Rezept in einem Buch und kochen wie "bei Unkrautmuttern". Zu finden ist das Rezept im Buch "Wildes Grün - Verführerische Wildpflanzenrezepte durch das ganze Jahr" von Diane Dittmer, Anke Schütz und Krisztina Zombori im AT Verlag. Rund 7 Euro kostet das, aber meine Überlegungen zum Thema Buchkauf lest ihr weiter unten. Vom Buch her eine klare Empfehlung. Aber erst mal Unkraut vernichten.

Zutaten für den Löwenzahnsalat mit gebratenen Äpfeln

Fehlen noch Speck und Zwiebel und die Zutaten
fürs Dressing, aber ansonsten ist das eine
wirklich bunte Mischung.
  • eine Handvoll Löwenzahnblätter
  • eine Handvoll junger Gierschblätter
  • 1 Zwiebel
  • 4 EL Rapsöl
  • 1 EL Honig 
  • 1 TL Senf
  • 2-3 EL Apfelessig
  • Salz und Pfeffer
  • ca. 70 g Schinken
  • 2 Eier 
  • Butter
  • Blüten zum Dekorieren (aktuelle gehen Gundermann und Gänseblümchen. Der Löwenzahn blüht bei uns wohl in 1-2 Tagen.)

Zubereitung

Die Eier wachsweich kochen. Derweil den Giersch und den Löwenzahn waschen, gut abtropfen lassen, die Stiele entfernen und grob kleinschneiden. Die Zwiebeln in Ringe und den Schinken in feine Würfel schneiden.

Den Schinken in einer beschichteten Pfanne anbraten und die Zwiebeln zufügen. Wenn die Zwiebeln weich gedünstet sind, beides aus der Pfanne nehmen. Nun die Äpfel entkernen und in Ringe schneiden. In der Pfanne wenn nötig etwas Butter schmelzen und die Äpfel kurz weich braten.

Aus  Öl, Honig, Senf und Essig eine Salatsoße mischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. (Da meinen Apfelessig dieses Jahr sehr stark ausgefallen ist, kann es sein, dass ihr noch mal einen 1 EL Apfelessig braucht.) Alles in ein Schüssel geben und mit der Soße vermengen. Zum Schluss die Eier in Scheiben zufügen und mit Blüten dekorieren. Guten Appetit.

Sieht doch fast aus wie im Buch. Löwenzahn-Giersch und Äpfel als Salat.

 

Nachhaltige Rezeptvariationen

Zwiebeln. Frühlingszwiebeln, Gemüsezwiebeln oder Lauch - nehmt was im Kühlschrank oder im Keller liegt, das passt alles dazu.

Essig. Zugegeben, Essig schmeckt immer anderes, aber das macht es auch so spannend: Im Rezept war Himbeeressig angegeben, aber was soll ich mir den nun kaufen, wenn ich 10 Liter selbst gemachten Apfelessig zu Hause habe?

Öl. Den wohl größten Unterschied macht es, Olivenöl (im Originalrezept verwendet) auszutauschen. Das hat einfach einen ganz speziellen Geschmack.  Dennoch versuche ich so wenig Olivenöl zu verwenden, einfach weil es nicht regional verfügbar ist und importiert werden muss. Nachhaltigkeit. Wäre ich Grieche, ich würde nur Olivenöl nutzten, wenn ich in Griechenland leben würde. Aber hier bei uns ist die Ölauswahl auch nicht ohne: Von Raps- über Sonnenblumen- bis Nussöle, von Traubenkernöl bis zu Leinöl... Ich bin nachhaltiger Umweltschutzpragmatiker in der Küche, erst in zweiter Linie Gourmet: Daher nutze ich lieber regionale Rapsöl, statt importiertes Olivenöl.

Schinken oder Speck. Der ist austauschbar. Wer es fleischlos mag, kann das Rezept einfach mit geräuchertem Tofu probieren. Sicher auch eine gute Kombination: Walnüsse oder gerüstete Haselnüsse.  Fleisch und Klimaschutz sind heikel und gehen irgendwie nicht zusammen. Das ist mir durchaus bewusst. Daher reduziere ich die Schinkenmenge im Rezept um 1/3 und investiere in Bio-Fleisch. Insgesamt ist der Geschmack besser und das Gefühl beim Essen auch. So ganz kann und will ich nicht vegan leben.

Blüten. Die sind optional. Das Auge isst mit und den Salat mit 3 Blüten zu dekorieren dauert keine 2 Sekunden. Essbar sollten sie sein und am besten vor der Haustür wachsen. Gänseblümchen sind immer gut, sofern keine Allergie auf Korbblütler besteht, aber dann ist Löwenzahn ohnehin tabu.

Eier. Man achte auf glückliche Hühner und glückliche Eier aus räumlicher Nähe. So wurden bei mir aus 4 Eiern nur 2. Die anderen beiden gibt es Morgen. Der Rezept hat es nicht gemerkt.

Honig. Es gibt konventionelle Imker,  Bio-Imker und Demeter-Imker, so wie es Kuckucksbienen, Honigbienen und Wildbienen gibt. Der Imker und die Bienen....das sagt sich so leicht.

Eine Buchempfehlung mit nachhaltigen Hindernissen

Sieht mein Salat nun so aus wie der Salat im Buch? Das Grünzeug hab ich kleiner geschnippet.
Mit einen ganzen Löwenzahnblatt im Mund, fühle ich mich sonst wie eine Kuh.
Ich ertappe mich dabei, wie ich ein schlechtes Gewissen habe, weil ich einen Amazon-Link hier angebe für ein Buch, das dann gekauft wird über einen invasiven Giganten, der die kleinen, lokalen Buchhändler kaputt machen, nur weil ich mit dem Link 20 Cent verdienen kann. 20 Cent, die ich sonst nicht hätte, wenn ihr zum örtlichen Buchhändler geht und das Buch dort kauft. Eigentlich war das auch der Grund, warum ich mir sagte, ich veröffentliche meine Rezepte, denn nur ein nicht gekauftes Buch, ist wirklich nachhaltig. Das Internet ist die größte gratis Sharing-Community der Welt.  Irgendwie schön. Man könnte mit dem Internet viel unnötigen Konsum reduzieren, sicher wäre das nachhaltiger, als mit dem Internet den Umsatz anzukurbeln und dafür zu sorgen, das die Leute Unsinn kaufen, den sie eigentlich nicht bräuchten.

Aber genau das ist das Dilemma der Gesellschaft von heute. Jeder möchte und muss ein wenig Geld verdienen, weil wir in einer geldorientierten Gesellschaft leben. Ein wenig verdienen muss ich auch.

Mit diesem Blog habe ich übrigens schon ganz 12,98 Euro verdient - in 3 Jahren! Das sind 1 1/3 Gläser  Bioland-Honig. Hurra - in der Theorie. Praktisch frisst die Stromrechung fürs Bloggen das Geld und die Reparatur des mittlerweile 10 Jahre alten Laptops. Ich zahle drauf. Also doch 20 Cent für ein Buch über Amazon? Zu welchem Preis für den regionalen Einzelhandel und die Umwelt?

Nachhaltiges nicht-konsumieren und die Kinder der 7.Generation bewahren

So ist das, wenn man nachhaltig und still seinem täglichen Streben nach einer besseren Welt nach geht. Man beginnt zu zweifeln und ein wenig zu verzweifeln. Aber vielleicht sammelt ihr nachher Löwenzahn und freut euch an den Bienen. Mehr braucht es doch eigentlich nicht. Eben darum geht es doch bei Nachhaltigkeit, oder? Den Kinder der 7. Generation noch das Leben von heute zu ermöglichen? Nein, das ist falsch. Das Leben von heute können wir ihnen nicht ermöglichen, weil wir jetzt schon deutlich über die Stränge schlagen, aber vielleicht schaffen wir es, in deutlich weniger als 7 Generationen so weit runter zu drosseln, dass es für weitere 7 Generationen keine Einschnitte mehr Bedarf. Das wäre fantastisch.  Dafür müssen wir nur eines tun: Weniger...Konsum.

Alles da - so einfach

Weniger. Einfach einen Schritt zurück machen. Einfach anfangen. Einfach bewusster. Einfach bescheidener und einfach glücklich. Alte Äpfel vom letzten Herbst doch noch schnell verwerten, statt sie wegzuwerfen, ein wenig Unkraut vor der Haustür statt konventionell angebautem Salat aus dem Supermarkt, ein Buch das man bewusst NICHT kauft, weil man im Internet viele schöne Rezepte findet und schon ist man satt und glücklich, eben nachhaltig zufrieden.  Es braucht nicht viel. Wir haben doch alles.
Nachhaltiger Salat mit allem was die das Umfeld hergab. So schmeckt Nachhaltigkeit.






Donnerstag, 4. Juni 2015

Linsensalat mit Rauke und Giersch

Abenteuer Linsensalat! Eigentlich ist Linsensalat ein total simples Gericht. Bereitet man es aber mit Giersch und Rauke zu, begegnet man unter Umständen der einen oder anderen Hürde. Heute nehme ich Euch mit auf die wundersame Reise in die Unkrautgourmetküche mit Kindern und einen Linsensalat, der uns einen ganzen Nachmittag beschäftigte, obwohl er in 15 Minuten zubereitet war. Doch zuerst zum Rezept.
Pflanzliches Eiweiß aus den Linsen, Vitalstoffe aus Giersch und Rauke, Blüten als Seelenfutter -
Linsensalat ist schnell gemacht und nährt den ganzen Menschen.


Zutaten für den Linsensalat

Linsen, Rauke, Giersch und Blüten - zusammen mit Öl, Essig,
Salz und Pfeffer hat man eine tolle Mahlzeit.
  • 250 g Linsen
  • 250 ml Gemüsebrühe
  • eine große Handvoll Rauke (heißt auch Rucola und gibt es in der "Wildnis" haufenweise)
  • eine große Handvoll Giersch
  • 3 EL Rapsöl
  • 3 EL Balsamicoessig
  • Salz, Pfeffer 

Zubereitung des Linsensalat

Rauke und Giersch waschen und kleinschneiden. Derweil die Linsen in der Gemüsebrühe bissfest kochen (10 min; rote Linsen werden schnell matschig, deswegen die Linsen am Ende der Kochzeit nicht zu lange kochen lassen), dann die Linsen abspülen, mit den Kräutern, Essig, Öl und Salz und Pfeffer verrühren. Den Salat bei Bedarf noch mal mit etwas Essig, Salz und Pfeffer abschmecken.

Abenteuer Linsensalat - Blüten unter der Lupe

Gierschblüten, Taglilienblüten oder Schnittlauchblüten im Garten? Dann rauf damit auf den Salat. Taglilien blühen nur einen Tag (daher der Name!), man kann sie also getrost am Abend abschneiden, wenn sie tagsüber geblüht haben und in den Salat geben. Natürlich kann man auch noch geschlossene Knospen verwenden, aber dann geht einen die Freude an der Blütenpracht verloren.
Meine Jungs haben noch nicht so das Gespühr dafür entwickelt, welche Blüte den nun nicht mehr oder erst noch blüht. So haben sie eine Knospe aus dem Garten mitgebracht, die noch geblüht hätte. Mama drückt ein Auge zu.
 Bei den Gierschblüten gab es eine Überraschung, als ich sagte: "Holt auch die weißen Blüten." Empört kam: "Mama, die sind ja gar nicht weiß, da ist ja auch lila." Stimmt. Ich muss wohl genauer werden bei der Ansagen. Ich ließ meine Jungs dann fachsimpeln, was denn da lila ist und zücke für nähere Untersuchungen meine Botaniker-Lupe - Mamas Heiligtum. Das eingehende fachkundliche Begutachten mit wissenschaftlichem Gerät hat sich aber für die beiden  gelohnt. Ihr abschließendes Urteil: Das sind Staubgefäße. Richtig! Bravo! Ihr Fazit: Diese Blüte ist viel zu schön zum Essen. Mphf. Sie landete dann aber doch im Salat.
Das was da so Lila hervorschimmert sind die Staubgefäße der Gierschblüten.
Wunderschön, oder? Die Natur im Mikrokosmos.

Abenteuer Linsensalat - Mal wieder nichst mit veganer Kost?

Nächster Aufschrei: "Mama! Käfer!" Und in der Tat. Ein kleiner Käfer krabbelte zwischen den Raukeblättern herum und direkt vor die Linse meiner Kamera. "Was ist das für einer?" Oh Gott. Ich bin nun nicht so der Entomologe, weiß aber, dass der zu den Coleptera in die Familie der Coccinellidae, der Marienkäfer, gehört. Davon gibt es in Deutschland etwa 80 Arten. Ich erkenne grade mal eine Handvoll davon sofort und dieser hier gehört leider nicht dazu.  Bisher bin ich noch nicht dazu gekommen ihn zu bestimmen. Vielleicht habt Ihr, Ihr lieben Blogleser, Lust oder Erfahung mir zu sagen, was für ein Marienkäfer das auf dem Bild ist. Jedenfalls hatte meine Rauke im Topf noch vor ein  paar Tagen recht viele Blattläuse, von denen keine einzige mehr bei der Ernte zu finden war. Vorsichtig drehen und wenden wir jedes Blatt. Nicht dass da noch eine Marienkäferlarve sitzt....
"Mama, hoffentlich essen wir keinen Käfer mit", stichelte mein 12-Jährger und schielte auf seinen kleinen Bruder und die Stichellei trug schon Früchte: "Igitt. Ne, ich mag den Salat nicht essen."  Na prima. Glaub jede Mutter kennt solche Geschichten zu genüge. Schade eigentlich. Aber wer kleine rosa Schweinchen als Brotbelag essen will, der darf vor einen Käfer doch keine Angst haben. Ok, Marienkäfer schmecken furchtbar. Extrem bitter...fragt jetzt nicht....wir schauten die Rauke zur Sicherheit ein zweites Mal durch. Der Magen fing schon an zu knurren...

Das Problem mit essbarer Rauke im Sommer

Wer jetzt im Juni Rauke oder auch Rucola genannt im Freien sucht, wird sie wohl kaum erkennen, denn sie sieht so aus:
Eruca sativa (Rauke oder Rucola) sieht im ausgewachsenen Zustand aus sie ein struppiges Drahtgeflecht in Grün. Im Hintergrund wächst die Gerste - Rauke findet man in der Tat oft als "Randbewuchs" an Feldern. Hier sollte man sie auch nicht essen, wegen der Spritzmittel, aber Rauke-Saatgut lässt sich hier prima gewinnen.

Schon mal gesehen? Besimmt. Nur wirklich wahrnehmen tut man die Pflanze erst, wenn man sie das erste Mal in der Hand hält, an ihr riecht und sie probiert. Ja, Rauke ist das selbe wie Rucola! Sie wird auch als Senfrauke, Salatrauke oder Ölrauke bezeichnet, nicht zu verwechseln mit der Knoblauchsrauke. Die im Handel erhältlichen Rauke-Samen sind soweit verändert worden, dass die Bitterstoffe mal wieder weitestgehend weggezüchtet wurden. Wer diese unsprünglichen Bitterstoffe mal schmecken mag, der kann die ausgewachsenen Blätter der Rauke kosten. Schmecken gruselig. Wenn Rucola mal in die Höhe geschossen ist, werden seine Blätter nämlich wirklich extrem bitter und sie sind nur was für Hardcore-Wildkräuterfanatiker (ich nutzt solche Raukeblätter auch, aber nur wenn ich allein essen).  Dieser Linsensalat sollte nun aber für Kinder sein, und hierfür pflanze ich einfach ab April immer mal wieder einen Topf mit Raukesamen an. Das Saatgut hole ich mir z.B. von der Pflanze oben auf dem Bild - aus Wildwuchs.
Noch blüht die Rauke. In 2-3 Wochen sind die Samen reif zum Ernten.
Solch wilde Rauke brauch 2-3 Monate im Topf, dann ist sie erntfähig.  So hat man auch in der kalten Jahreszeit "was Grünes". Rauke im Winter ist deshalb interessant, weil sie durch ihre Inhaltsstoffe prädestieniert für die Erkältungszeit ist. Und auch bei mir ist es so, dass ich einen regelrechten "Jeap" auf Rauke bekommen, wenn sich eine Erkältrung anbahnt oder mich schon eine erwischt hat. Auch die Rauke im Topf hat  im Jungstadium einen recht strengen Geschmack und wird von Kindern allgemein nicht gern gegessen. Hier kommt der Giersch ins Spiel...

Giersch und Rauke - eine perfekte Mischung

Giersch und Rauke lassen sich prima nahazu ganzjährig im Topf kultivieren.
Der Giersch ist selbst so streng im Aroma, dass er mit der Rauke gut konkurrieren kann. Er nimmt der Rauke ganz viel Bitterkeit und Schärfe, so dass man theoretisch auch ein paar ältere Rauke-Blätter mit zugeben kann. Die Rauke selbst lenkt im Gegenzug mit ihrer Schärfe von strengen Aroma des Gierschs ab. Beide Pfanzen "verliehren" somit ihrem typischen Geschmack, der von vielen einzeln wahrgenommen nicht gern gemocht wird. Zusammen aber ergeben sie was Neues. Als ich Rauke zum ersten Mal mit Giersch kombiniert habe, war ich skeptisch. Kann das gut gehen? Mittlerweile empfinde ich das als DAS ultimative Duo in der Wildkräuterküche. Der Linsensalat wurde dann auch von allen gegessen, auch von meinen 9-Jährigen, der dennoch jeden Löffel auf der Suche nach Käfen erst mal durchwühlte.
So lecker! Linsensalat mit Giersch und Rauke, dekoriert mit ein paar Taglilienblüten.

Schön oder? So viel "Abenteuer" nur weil man ein so simples Gericht, dass man statt mit Petersilie oder TK-Kräutern, mit Kräutern aus der Natur zubereitet. Und gesund ist das auch noch. Darf ich meinen Kindern bloß nicht sagen, dann wollen die doch lieber Nutella-Brote...sind halt Kinder.

Donnerstag, 28. Mai 2015

Salat mit Gierschblüten

Ach wie schön, der Giersch blüht. Was den Unkrautgourmet erfreut, ist der Alptraum aller Gärtner. Wie gesagt, aufessen hilft. Und weil sich Giersch nicht nur über unterirtisch über seine Rhizome verbreitet, sondern auch durch seine Samen quer im Garten verteilt, kann ich nur empfehlen, die Blüten vor der Samenreife zu verspeisen. Richtig lecker schmecken sie im Salat und sehen darüber hinaus auch noch dekorativ aus.
Gierschblüten im Salat - optisch wie geschmacklich ein Schmaus

Giersch ist die Petersilie der Naturfreunde

Als Faustformel gilt: Überall wo Petersilie verwendet wird, lässt sich im Prinzip auch Giersch verwenden. Er würzt ähnlich kräftig wenn auch mit einer anderen Geschmacksnuance. Aber immer Petersilie? Als Kind gab es im Kindergarten oft Petersilienkartoffeln zum Mittag. Irgendwie ist der Geruch noch heute in meiner Nase. Ich hab die nie gemocht. Vielleicht habe ich deswegen eine Vorliebe für Giersch entwickelt. Doch erst mal einen Salat.

Krause Petersilie oder doch lieber Giersch? Beides lässt sich beliebig austauschbar verwenden.

 

Zutaten für Gierschblütensalat

  • 1/2 Eichblattsalat oder anderen Blattsalat (hier mit 1/4 Radicchio)
  • 1/4 Salatgurke (Bioqualität, dann lässt sich die Schale mitessen!)
  • 1 Handvoll Gierschblätter
  • 1 Gierschblüten
  • 1 Karotte
  • 1 Zwiebel
  • Und was einen noch so in die Hände fällt...bei mir waren es dieses Mal eine Handvoll Gänseblümchen

Salatsauce:
  • 125 ml Buttermilch
  • 40 ml Essig
  • 40 ml gutes Öl
  • 2 TL Senf
  • 2 TL Zucker
  • 1 TL Salz

 

Zubereitung von Gierschblütensalat

Für den Salat (ein oder zwei Blüten vom Giersch als Deko aufheben) vom Giersch alle Zutaten kleinschneiden und in eine Salatschüssel füllen. Für die Soße alle Zutaten mischen und kurz vor dem Servieren über den Salat geben. Mit den Blüten dekorieren.

Kinder essen gerne Bumen

Kinder und Salat? Ja, gewöhnlicher Salat ist wirklich mild (aber da ist ja auch nichts drin), und deswegen kann man Kinder damit ganz gut an Salat heranführen. Immer wieder anbieten und probieren lassen - bei meinen 9-Jährigen hat es fast 2 Jahre gedauert, bis er ein begeisterter Salatesser war - kommt aber sehr auf die Soße an.  Bei zu viele Wildkräutern wird es ihnen aber schnell zu bitter oder zäh. Bei Eichblatt-, Eisberg, Kopfsalat oder ähnliches ist es aber immer einen Versuch wert, ein paar Wildkräuter unbemerkt zuzufügen. In dem Fall fanden meine Jungs das irgendwie lustig "Blumen zu essen". Dass da auch Gierschblätter drin waren, haben sie nicht mal bemerkt :-)

Ein Salat mit Gierschblüten und Gänseblümchen. Essen Kinder mit, den Wildkräuteranteil erst mal niedig halten.

Donnerstag, 9. April 2015

Wildkräutersalat vom Wegesrand - ein paar Grundlagen für Anfänger

Natürlich sollte man Wildkräuter NICHT vom Wegesrand sammeln...wegen der Hunde. Was habe ich mich über Hunde schon geärgert. Die machen ihre Haufen immer auf die schönsten Kräuter. Oder wachsen sie wegen der partiellen Düngung dort besonders gut? Wer weiß. Jedenfalls nützt die Düngung den größten Wildkräuterfan nichts, denn Pflanzen an solchen "Abort-Meilen" sind einfach nicht essbar. Um Essbares zu finden, muss man also wieder ganz weit laufen oder im eigenen Garten ernten.

Wildkräuter für den Salat wachsen überall. Essen sollte man jedoch nur solche, die abseits aller Straßen,
Wege und Landwirtschaft wachsen. Dann wird die wilde Mischung auch zum Gesundheitsbrunnen.


Knoblauchsrauke, Spitzwegerich, Pimpinelle, Bärlauch und Löwenzahn - klar wachsen die bei mir längst zu Hause. Allerdings: So viel wie ich davon über das Jahr vertilge, muss ich doch gelegentlich Nachschub aus der Wildnis beziehen. Im Odenwald auf der einen oder andere Waldlichtung, in verwilderten Gärten fernab der Weinberg-Spritzerei, Ruderalflächen abseits der Landwirtschaft und jenseits aller Autobahnen....Wildkräuter-Fetischisten brauchen gutes Schuhwerk und stramme Wanderwaden, wollen sie nicht -völlig unökologisch- mit dem Auto überall hinfahren. Und so gehen auch diesem Salat wieder einige Kilometer Fußmarsch voraus. Zugegeben: Ich komme eigentlich von keinen Ausflug in die Natur  ohne Grünzeug in der Tasche nach Hause :). Meine Jungs gucken schon immer ganz schräg, wenn die Mama wieder "grasen" geht : "Das müssen wir aber nicht probieren, oder oder?"  "Nein, alles meins!" *hihihi

Wildkräuter für den Salat


Eine kleine Auswahl möglicher Wildkräuter die jetzt im April salattauglich sind: Pimpernelle, Gundermann,
Spitzwegerich, Löwenzahn, Schafgarbe (im Bild fehlt das "r"  -Danke an Hildegard für den Hinweis-, Gänseblümchen, Bärlauch, Knoblauchsrauke und natürlich der Giersch.
Die Mischung machts, deswegen hat man beim Wildkräutersalat gute Möglichkeiten seinen eigenen Vorlieben nachzukommen. Wildkräuteranfänger sollten mit Endiviensalat/Feldsalat als Grundlage beginnen und erst man nur eine Handvoll Wildkräuter in den Salat mixen. Nach und nach lässt sich der Wilde Anteil erhöhen, bis der Wildkräutersalat zu 100% von der Wiese kommt.  Warum sollte man so vorgehen?
  • Wildkräuter sind zäh. Selbst bei junger Spitzwegerichblättern muss man ganz schön die Kaumuskulatur bewegen.
  • Wildkräuter sind bitter....oder grasig oder scharf....jedenfalls enthalten sie noch alle Bitter- und Geschmacksstoffe die dem Kultursalat weggezüchtet wurden. Das macht sie so gesund, aber man sollte sich langsam an den Geschmack gewöhnen, sonst verleidet einen er Sprung ins "kalte Wasser" weitere Wildkräuterexperimente.

Wie schmecken Wildkräuter?

Die hier verwendeten Wildkräuter:

Pimpinelle: nussig-gurkig
Gundermann: erdig
Knoblauchsrauke: mild-knoblauchig
Bärlauch: scharf-knoblauchig
Löwenzahn: mild-bitter
Giersch: sehr würzig und nicht jedermanns Geschmack.
Schafgarbe: bitter
Gänseblümchen: Blütenblätter als Deko, Blätter schmecken grasig

Sehr dankbar  als Füllmaterial für einen 100%igen Wildkräutersalat ist wilder Feldsalat, der wirklich wie Feldsalat schmeckt, aber lediglich kleinere Blätter hat, als unsere Zuchtsorten. Aktuell will der noch nicht so richtig wachsen. Ein Foto kommt aber hoffentlich noch.

Aktuell macht mein größter Anteil im Salat der Löwenzahn und die Pimpernelle aus etwa die Hälfte der Salatschüssel, dann folgt Giersch, und der Rest dient als "Würze" und füllt insgesamt etwa 1/4 der Schüssel.

Natürlich gibt es noch viele, viele weitere Wildkräuter. Manchmal schmecken die Blüten anders als die Blütter, die Wurzel dann noch mal gnz anders und je nach Alter und sogar nach Standort finden sich Variationen im Geschmack. Hier haben Gourmetzungen viel zu tun, die einzelen Geschmacksnuancen zu beschreiben. Ich find das immer wieder spannend, gerade wenn man einen Geschmack beschreibt, der doch sehr einmalig ist. Wie schmeckt Giersch? Eben nach Giersch :).

Für Wildkräutereinsteiger: Löwenzahn im Salat

Löwenzahn ist ein wahres Jungbrunnen. Allerdings können Wildkräuterneulingen sogar die Bitterstoffe in den jungen Blättern auf den Magen schlagen, grade wenn man die zum ersten Mal isst und die Menge zu groß gewählt hat. Wer hier seinen Magen erst langsam an gesunde Wildkost gewöhnen will, weil er weiß, dass er mit der Verdauung ohnehin Probleme hat, der sollte bei Löwenzahn das folgende versuchen:
  • wirklich nur junge Blätter verwenden
  • nur die obersten 2/3 des Blattes verwenden und den dickeren Blattstiel abschneiden
  • die Löwenzahnblätter 1-2 h wässern und das Wasser abgießen. Auf die weise sind die meisten Bitterstoffe aus dem Blätter entfernt.

Für Wildkräutereinsteiger: Gänseblümchenblüten im Salat?

Ehrlich? Ich ess die auch nicht an einem Stück! So ein ganzer "Klumpen" Blüte ist selbst mir zu viel. Ich bin doch keine Kuh! Die Blütenblätter zupf ich ab und streu sie über den den Salat. Den Blütenboden schneide ich klein. Wenn ich Blätter von Gänseblümchen gesammelt habe, wandern eher die in den Salat und ich lass den Blütenboden weg. Mir ist der einfach zu "faserig".
Dennoch kann man die Blüten komplett essen. Wenn ich das machen will, dann lege ich mir aber ein Glas an, in dem ich Gänseblütenknospen wie Kapern einlege. Dadurch werden die Blüten weich und können prima gegessen werden. Als Deko eigenen sich aber 1-2 Blüten am Rand der Salatschüssel immer. Sieht einfach gut aus.

Welche Soße für den Wildkräutersalat?

Eine einfache Soße aus Essig und Öl mit Salz und Pfeffer geht immer. Etwas milder sind Vinaigretten. Wie wäre es z.B. hierfür Veilchenessig zu verwenden?  Joghurt- oder Sahnedressigs milder den manchmal doch recht kräftigen Geschmack der Wildkräuter und binden die Bitterstoffe zusätzlich ab. Wer sich also an seinen ersten Wildkräutersalat versucht, der sollte seinen Salat mit einen solchen Dressing versuchen. Zwei Basis-Salatsoßen als Vorschlag:

Joghurt-Dressing:
  • 40 ml Öl
  • 40 ml Essig
  • 120 ml Joghurt
  • 1,5 TL Senf
  • 2 TL Zucker
  • 1 TL Salz
Vinaigrette:
  • 40 ml Öl
  • 40 ml Essig
  • 80 ml Wasser
  • 2 TL Senf
  • 1 Zwiebel
  • 2 TL Zucker
  • 1 TL Salz
Kräuter wie Petersilie oder Schnittlauch braucht es nicht mehr in der Soße, die gibt es ja reichlich im Salat. Statt Zucker geht auch Honig, Stevia oder sogar Spitzwegerichsirup. Es geht aber auch ganz ohne. Natürlich ist jede andere Salatsoße denkbar, denke da hat jeder so "seine" Soße. Ansonsten einfach mal ein wenig in den Rezeptbüchern dieser Welt googeln.



Mittwoch, 10. September 2014

Gurkensalat mit Gundermann und Malve

Dill und Gurke - eine klassische Kräuter-Gemüse-Liason, aber eben auch nichst Neues. Wer seine Gäste oder sich selbst einmal mit mehr als Standard überraschen will, der sollte die Variante mit Gundermann testen. Als optische Aufwertung hab ich eine handvoll Malvenblüten untergemix. Die Blüten sind im Salat recht geschmacklos, geben ihm aber den besonderen optischen "Kick".

Gurkensalat mal anders: Hier gibt Gundermann das Aroma vor und die Malvenblüten bringen die schmackhafte Optik mit. Immerhin isst auch das Auge mit.

Zutaten für den Gurkensalat mit Gundermann und Malve

  • 3 kleine Salatguken
  • 2 Äpfel
  • 1 große Zwiebel
  • 1 Handvoll Gundermannblätter (sind etwa 5-8 g)
  • 1-2 Handvoll Malvenblüten
  • 6 EL Joghurt
  • 3 TL flüssiger Honig
  • 2 TL Zitronensaft
  • Salz
Die Grundzutaten für den Gundermann-Gurken-Salat sind überschaubar. Macht schon so Appetit auf mehr. Fehlt nur noch das Dressing.

 

Zubereitung

Gurken, Äpfel, Zwiebel feinwürfeln und Gundermann hacken. Die Malvenblüten vom Blütenkelch trennen, einige Blüten zur Deko aufheben, den Rest ebenfalls kleinhacken. Aus Joghurt, Honig, Zitronensaft und Salz ein Dressing zusammen rühren und alle Zutaten miteinander vermengen. Mit Malvenblüten dekotieren und servieren.

Salat-Variationen

  • Wie wäre es statt violetter Malven mit gelbe Sonnenblumenblüten oder roter, duftarmer Rose? Um "langweilig grünen" Gurkensalat optisch aufzuwerten lassen sich viele essbare Blumen verwenden. 
  • Noch junger Giersch im Garten? Dann schnell noch eine Handvoll holen und ebenfalls in den Salat mixen. Giersch gibt dem ganzen Salat noch mal ein ganz anderes Aroma, passt aber vorzüglich zum Gurken-Gundermann-Geschmack.

Sonstiges

Ich mag Dill sehr gern, aber auf Dauer wird er langweilig. Die Variation mit Gundermann bringt frischen Geschmack in altbekannten Salat. Es ist auch kein Problem den Gundermann zuletzt hinzuzufügen und die Menge so weit zu steigern, bis man die persönliche Lieblingsmenge gefunden hat. Gundermann ist sehr geschmacksintensiv!