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Sonntag, 15. November 2015

Bratapfel mit Fichtensoße - auch als "to go"-Variante

Diese Soße aus dem Christbaum gehört ab jetzt zum Bratapfel

Heute ein Special für das Blogevent von lifeisfullofgoodies.com. Nein, das ist kein Gartenblog, kein Wildkräuter, sondern ein Blog, den ich mir gerne anschaue, weil das "Food Porn" in Perfektion ist, und ich zugeben muss: Da gucke ich mir gern Essen an. Doch erst mal raus!
Noch steht der Tannenbaum im Wald und die Fichte im Garten, so dass ich gestern einen Küchen-Versuch mit voll ausgereiften Fichtennadeln starten durfte. Das Ergebnis war ein sehr köstlicher Bratapfel mit Fichtensirup. Versucht die Soße mit eurem Christbaum nach Weihnachten! Sie funktioniert mit Kiefer, Fichte und Tanne gleichermaßen, nur die Geschmacksnuancen variieren ganz leicht.


Das Sirup-Rezept aus meinem kleinen Büchlein habe ich etwas abgewandelt, um ihn als leicht herb-würzige Dessertsoße zu verwenden.  Die "alten" Fichtennadel eignen sich genauso  vorzüglich zum Aromatisieren wie Tanne. Die Zitronennote die jungen Trieben zu eigen ist, "retuschierte" ich mit Zitrone rein. Eines kann ich sagen: Mit Tanne vom eigenen Weihnachtsbaum schmeckt das natürlich nochmal so gut :-).  Liebes lifeofgoodies-Team, dieser Beitrag ist für euch und für alle Tannenbaumliebhaber, Förster und Unkrautgourmets.

ddd

Zutaten für den Bratapfel mit Fichtensoße 

Tanne, Kiefer oder Fichte - mit Zitrone, Gelierzucker und
Wasser wird daraus ein leckeres Dessertsößchen mit leicht
herb-würzigem Aroma.
  • 1 Tasse  Fichtennadeln (oder zu/nach Weihnachten auch Nadeln einer Bio-Tanne)
  • Saft einer 1/4 Zitrone 
  • 250 g Gelierzucker 1:1
  • 750 ml Wasser
  • 3  Äpfel, mittlere Größe
  • Füllung der Äpfel nach Belieben: z.B. 1 EL Butter mit gehackten Nüssen, Rosinen oder Marzipan vermischt, schneller geht es mit 2 EL  klein gehackter Studentenfutter-Mischung.

 

Der Blick in den Topf: da hat jemand schlecht gezupft. Da
sind ja noch Ästchen mit dabei....

Zubereitung von Soße und Bratapfel

Zur Not ein zweites Mal abseihen. Nadeln sollten sich
nach dem Kochen im Wasser keine mehr befinden

Die Äpfel waschen, mit einen Apfelausstecher ausstechen und mit der Füllung befüllen. Die Äpfel in Alufolie wickeln und bei 200 Grad 20-30 min, je nach Größe und Sorte der Äpfel) im Backofen backen. Optional geht natürlich auch das klassische Lagerfeuer.  :)
Derweil die Fichtentriebe abwaschen und die Nadeln von den Zweigen zupfen. Dann die Nadeln mit dem Wasser 30 min auskochen und abseihen. Das Fichtenwasser mit Zitronensaft versetzten und den Gelierzucker zufügen.  Noch einmal 4 Minuten kochen. Noch warm mit den Bratäpfeln servieren.
Wer möchte kann die Soße auch heiß in Flaschen füllen und zukochen. So hält sie sich mehrerer Wochen im Kühlschrank. Bei Bedarf einfach leicht erwärmen.




Bratapfel to Go

Für die Mitnehm- oder Geschenkvariante nehmt ihr ein breites Schraubglas in das eurer Apfel hineinpasst. Den Apfel füllt ihr wie gehabt mit einer Füllung eurer Wahl und gießt etwas Fichten-Soße drüber. Für die Einkoch-Version darf die Soße etwas dicker eingekocht sein, denn der austretenden Bratapfelsaft verdünnt sie! Zugeschraubt kommt das Glas mit dem Apfel in eine feuerfestes Schale mit Wasser und wird für 20-30 min bei 200 Grad eingekocht.  Nicht erschrecken! Gelegentlich kommt es vor, dass die Apfelschale mit einen lauten Knall im Ofen aufplatzt. Bei uns gab es ordentlich Aufruhr, weil es klang als wäre ein Rohr geplatzt oder eine Glühbirne explodiert, bis wir den Apfel im Ofen gesehen haben.

"Bratapfel to-go" eignet sich fürs Mitnehmen ins Büro oder als Mitbringsel. Ein so eingekochter
Apfel hält sich mit Fichtensoße mindestens eine Woche. Allerdings fällt er beim
Abkühlen zusammen. Dem Geschmack macht das aber nichts und anwärmen lässt er sich auch.

Der Bratapfel mit Fichtensoße hält sich mindestens 1 Woche. Eignet sich also auch als kleines Geschenk oder als besonderes Dessert für die Adventfeier im Büro.
Ich freue mich natürlich wenn ihr dazu mein Büchlein "Schatz ich hab den Weihnachtsbaum aufgegessen!"  mitverschenkt :-).


Den Tannenbaum einfach zu Dessertsoße verkochen? Na klar! Schmeckt würzig herb und passt
wunderbar zu Bratapfel mit Studentenfutter gefüllt.

Bei Nadelgehölzen gibt es einiges zu beachten! Von Pflanzenschutz bis tötdlich giftig!

  1. Verwendet Nadeln nur, wenn ihr 100% sicher seid, das ihr KEINE EIBE verwendet! Die wäre in diesen Rezept verwendet bereits TÖDLICH GIFTIG! Der ungefährlichste Weg:  Kauft  zu Weihnachten eine biologische, ungespritze Nordmanntanne, die ist ungiftig. Jeder einigermaßen botanisch fitte Tannenbäumverkäufer weiß eine Eibe von den anderen Bäumen zu unterscheiden. Darüber hinaus habe ich Eibe bisher auch noch auf keinen Weihnachtsbaumverkauf gefunden, eher schon bei den Selbstfällern entdeckt.
  2. Ich übernehme keinerlei Gewähr für die von Euch in meinen Rezepten verwendeten Zutaten und  Pflanzen und gehe bei allen meinen Rezepten davon aus, dass ihr die Pflanzen sicher bestimmt könnt und auch wisst, ob ihr gegen einzelne Bestandteile allergisch seid. Als Hinweis hier: Bei Tanne und anderen Coniferen können manche Allergiker auf Terpene reagieren! 
  3. Nadelgehölz darf man nicht in jedem Wald  abschneiden. Coniferen-Gewächse erholten sich langsamer von der "botanischen Wilderei" als Laubbäume.  Mancherorts ist das Abpflücken von Tannen- und Fichten-Zweigen eine Straftat und ihr riskiert eine saftige Geldstrafe, wenn ihr erwischt werdet. Mein Tipp für alle die auf ihren Weihnachtsbaum nicht warten können: Schaut euch in den Vorgärten um. Dort stehen oft übergroße Exemplare, die der Eigentümer ohnehin irgendwann zurückschneiden muss. Klingelt da  und fragt ob ihr ein Büschel Zeige bekommen könnte. Bei der Gelegenheit könnt ihr auch gleich fragen, ob der Baum gespritzt wurde. Die beste Option ist aber bis Weihnachten zu warten, dann eine Bio-Tanne zu kaufen und diese zu Dessertsoße weiter zu verarbeiten. Und Vorfreude gehört zu Weihnachten, wie diese Fichtensoße zum Bratapfel.
Bratapfel mit Fichtensoße auch in der eingekochten "to go"-Bratapfel-Variante.
In der Flaschen eingekochte Fichtensoße dient mir für den ultimativen
Geschmacksvergleich im Dezember, wenn mein Tannenbaum zur Dessert-Soße wird.

Freitag, 22. Mai 2015

Fichenspitzengelee zum Dessert

"Das ist ja mal ungewöhnlich. Was ist das?" Fichtenspitzengelee hat in der Tat ein sehr spezielles Aroma - eigentlich wie alles, was aus der Natur kommt. Wir sind solche vielfältigen Aromen nur einfach nicht mehr gewöhnt. Es ist Zeit, alte Zeiten aufleben zu lassen und in den kulinarischen Sinnesrausch unserer Vorfahren einzutauchen.


Fichtenspitzengelee - mit wild gesammelten Fichtenspitzen wird daraus ein verbotenes Dessert -
sprichwörtlich, denn wer Fichtenspitzen im Wald sammelt,
muss mit einer Strafanzeige und/oder Geldbuße rechnen.
Fichten kann man in der Tat essen. Junge Fichtenspitzen standen schon immer auf den Speiseplänen unserer Ahnen. Nur: Es ist schon lange VERBOTEN Fichtenspitzen im Wald zu sammeln. Warum? Die Äste wachsen  an den Stellen an denen man die Triebe ausbricht mindestens ein Jahr lang nicht mehr weiter. Oft benötigen die Fichten und Tannen sogar mehrere Jahre, um sich vom einen einmaligen Sammeln zu erholen und an gleicher Stelle endlich wieder auszutreiben. Dem Fichtenforst hat das Wildern der Triebe einst so zugesetzt, dass man das Sammeln der Triebe unter Strafe stellte. Das ist bereits so lange her, dass viele Menschen heute ganz vergessen haben, dass man Fichten- und Tannentriebe überhaupt essen kann. Ja manche halten sie sogar für giftig. Doch bis auf die Eibe, die in der Tat tödlich giftig ist, lässt sich nahezu jeder Nadelbaum in kleinen Mengen (!) essen. Wohlgemerkt: Wir sind keine Ziegen, und die Bäume sind sehr gerbstoffhaltig, weshalb ich nicht dazu raten würde gleich einen ganzen Baum zu essen. Eine Handvoll Grün! Diese Regel gilt auch hier. Wer also Gerichte mit Trieben von Nadelbäumen zubereitet, der sollte auf Bäume im eigenen Garten zurück greifen und 100% sicher sein, dass da keine Eibe vor ihm steht.


Meine Fichte im Garten hat einst einen Kugelschnitt bekommen. Damit sie auch nächstes Jahr
gleichmäßg austreibt, sammelt man maximal 10% der Triebe und zwar schön gleichmäßig um den
Baum verteilt.

Zutaten für das Fichtenspitzegelee

Ein paar ganz zarte Fichtenspiten werden kleingehackt und
wandern direkt in Gelee.
  • 350 g Fichtenspitzen
  • 180 g Zucker
  • 400 ml Wasser
  • 4 Blatt Gelatine
  • ein Spritzer Zitronensaft

Den Zucker hell karamellisieren lassen und mit Wasser angießen. Noch einmal aufkochen bis der Zucker gelöst ist und vom Herd ziehen. Dann ein paar besonders zarte Fichtenspitze beiseite legen, die restlichen zur Zuckerlösung geben und eine halbe Stunde zugedeckt ziehen lassen. Derweil die Gelantine in etwas wasser einweichen. Die Fichtenspitzen abseihen und nun die Gelatine ausdrücken und in im Fichtenwasser auflösen. Die beseite gelegten Fichtenspitzen sehr fein hacken und mit dem Zitronensaft zugeben und das noch flüssige Gelee in Dessertgläser oder Förmchen füllen und erstarren lassen.

Vatiationen von Fichtenspitzengelee und Tipps
Ausgekochte Fichtenspitzen sind immer noch so würzig,
dass man sie tatsächlich als Würze verwenden kann.

  • Die abgekochen Fichtenspitzen nicht wegwerfen! Sie haben in der Tat noch so viel Geschmack, dass sie, wenn man sie noch einmal abbraust um die Zuckerlösung abzuwaschen, trocken lassen kann und dann als Soßenwürze im Mörser zermahlen kann.
  • Keine Kinder anwesend? Dann lösst sich ein Teil oder auch das gesamte Wasser durch Weißwein ersetzten. Auf diese Weise erhält das Gelee noch einmal ein ganz anderes Aroma.
  • Wer experimentierfreudig ist, kann die Zuckermenge halbieren. Das Gelee paßt dann verzüglich  zu Wildbret, eben so wie man analog die herbstlichen Preiselbeeren zu Wildgerichten reicht.
Im Weinglas serviertes Fichtenspitzengelee -
natürlich lässt sich das für Erwachsene auch mit Weißwein, statt mit Wasser zubereiten.

Lustiges Geschenk gesucht? Wie wäre es mit einem Büchlein über den Tannenbaum - und was man aus ihm nach Weihnachten so alles machen kann

Wie nutzt man den Weihnachtsbaum nach
Weihnachten? Aufessen, drin baden,
ihn trinken, verräuchern...
Kein eigener Tannenbaum vor der Tür? Macht nichts! Kauft zu Weihnachten einen Bio-Tannenbaum oder eine Bio-Fichte und ich zeige Euch, was Ihr damit machen könnt. Ein Büchlein dazu gibt es schon.... Vergangene Weihnachten stand ich vor meiner eigenen Nordmanntanne und hab mich entschlossen, den teuren Baum dieses Jahr nicht einfach  in  die Verbrennung zu geben, sondern ihn auf eine ganz andere Weise als sonst zu verabschieden: Ich  hab den Baum zersägt und gerupft, mich in ihm gebadet, ihn gegessen und getrunken und hatte einen wahnsinigen Spaß mit meinem alten Bio-Tannenbaum. Als "Nebenprodukt" fiel ein 56seitiges, winziges Büchlen ab: "Schatz, ich hab den Weihnachstbaum aufgegessen!". Für 3,99 Euro ist das im Verlag Books on Demant zu haben. Unter der ISBN 978-3-7347-7454-6 findet sich das aber auch bei Amazon und Co.
Wem mein Blog bis hierher gefallen hat, der möge mich unterstützen und ein oder zwei Büchlein bestellen. Es passt in jeden Nikolausstifel und ist ein tolles Mitbringsel zum Advendskaffee oder einfach um es unter den Weihnachtsbaum zu legen. Es ist ein Büchlein abseits des Mainstreams, kein Hochglanz-Hightech-Buch mit super geleckten Bildern, sondern eines mit schlichten schwarz-weiß-Zeichungen, einfach um die Druckkosten möglichst klein zu halten und meinem klassisch einfachen Schreibstil, statt gestylten, hochgestochenen Hochdeutsch. Ein Büchlein für Jedermann eben, bei dem man sich eher auf den Text besinnt und wirklich liest und es nicht kauft, wegen der hübschen Bilder....