Freitag, 6. Juni 2014

Labkraut-Zitronen-Smoothie mit Frische-Kick

Das Wiesen-Labkraut mit seinen hübschen,
              kleinen Sternchen-Blüten blüht im Mai          

Ein echter "Wake-up" und von der Wirkung des Frische-Effekts jede Zahnpasta in den Schatten stellend, ist der Labkraut-Zitronen-Smoothie.

Sammeltipps:

Labkraut gibt es mit weißen und gelben Blüten. Das weiße Wiesen-Labkraut (Galium mollugo) wurde wie das Echte Labkraut (Galium verum) mit seinen gelben Blüten zur Käseherstellung verwendet. So wie beide sich für Käse eignen, eigenen sich beide auch für Smoothies. Das Wiesen-Labkraut ist wesentlich häufiger zu finden - einfach zugreifen. Übrigens: Wen  Labkraut an Waldmeister erinnert, der liegt damit gar nicht so falsch. Labkraut und Waldmeister gehören in die gleiche Pflanzengattung.


Zutaten für den Labkraut-Zitronen-Smoothie:

Ganze Zitrone, Labkraut und Wasser für die
"Hardcore"-Smoothie-Fans. Alle andern dürfen nachsüßen.
  • 4 Stängel Labkraut  (weißes oder gelbes)
  • 1 Biozitrone
  • bei Bedarf einen Schuss Holunderblütensirup
  • Wasser

Zubereitung:

Die Blüten von den groben Stängeln abzupfen, die Zitrone in Stücke schneiden und ab in den Mixer. Ja richtig, die GANZE Zitrone, inklusive Kerne, Schale und allem drum und dran. Mehr Gesundheit geht nicht. Gründlich zerkleinern lassen. Das kann schon mal 2-5 min dauern. Nach Belieben mit Wasser  verdünnen


Sonstiges: 
Der Zitronen-Labkraut-Smoothie hat eine tolle
grüngelbe Farbe.

So "pur" ist dieser Smoothie schon was für Hardgesottene, da er schön sauer-herb ist. Für den Anfang lässt er sich mit Holunderblütensirup süßen. Nach und nach sollte die Zuckermenge aber reduziert werden. Wer es noch zitroniger  und ultra-frisch mag, kann auch einen Stängel Zitronenmelisse mitmixen.


Holunderblüten-Apfel-Kuchen

Holunderblüten sind nur wenige Wochen im Jahr verfügbar -
schade, denn aus ihnen lassen sich nicht nur Holunderküchlein
backen sondern auch ganze Kuchen.
Die Wintervorräte an Äpfeln neigen sich langsam dem Ende und auch die Holunderblüte verabschiedet sich. Zugegeben, der Holunder ist nun kein wirkliches Unkraut, aber fragt mich mal ob ich Brennnessel und Giersch für Unkraut halte ;-). Natürlich nicht. Wildkräuter sind Wildgemüse. Unkräuter gibt es so wenig wie Unmenschen.
Zeit neben philosophischen Diskussionen über die Vorsilber "un" dem Abschied von Apfel und Holunderblüte zu huldige - mit einem cremig-sahnigen Holunderblüten-Apfel-Kuchen. Der schmeckt wie die Hollerküchle, nur eben cremiger.

Zutaten für den Holunderblüten-Apfel-Kuchen:

Mürbeteig:
250g Mehl
125g kalte Butterflöckchen
1 Ei
ca 80 ml Wasser
100g geriebene Mandeln
nach belieben 50 g Zucker (für den, der den Mürbeteig süßer mag)

Für den Guß:
3 Eier
200ml Sahne
2 EL Quark
6 EL Holunderblütensirup (oder 3EL Zucker)
4-5 Dolden Holunderblüten
2 Äpfel

Zubereitung:

Schmeckt frisch wie die Hollerküchlein, nur saftiger:
der Holunderblüten-Apfel-Kuchen.
Herbst (Äpfel) trifft Frühsommer (Holunderblüten).
Aus dem Mürbeteig-Zutaten - bis auf die Mandeln - schnell einen Mürbeteig kneten, und damit eine Springform (26 cm) auslegen und mit den Mandeln bestreuen.Ins Eisfach stellen.
Eier, Sahne, Quark und Sirup zu einem Guß verschlagen. Die Äpfel entweder mit oder ohne Schale in den Guß reiben und die Holunderblüten mit einer Schere von den groben Stängeln befreien und ebenfalls in den Guß einrühren. Die Springform aus dem Eisfach holen, den Guß drauf verteilen und bei 180°C (Umluft) ca 40-50 min backen.
Noch lauwarm mit Sahne - lecker.

Donnerstag, 5. Juni 2014

Gänsedistel-Kapern

Kapern sind ja nichts anderes als eingelegte Blütenknospen - klar, vom Kapernstrauch. Den gibt es bei uns leider nicht, aber die Natur bietet eine Fülle von heimischen Ausweichmöglichkeiten an. Diese schmecken zwar nicht wie das Original, aber eine erfrischende Abwechslung für Salate, Soßen und Klopse sind sie allemal.
Gänsedistel-Kapern schmecken nicht wie
originale Kapern vom Kapernstauch.
               Aber das müssen sie auch nicht.               
Bei der Herstellung der Gänsedistel-Nudeln fallen nun die Blüten an. Sie wegzuwerfen ist viel zu schaden. Das Gänsedistel-Kapern-Rezept ist für 250 g Blüten ausgelegt. Ich habe selten so viele. Oft hantiere ich mit 50-100 Gramm, was dann bedeutet die Zutaten im Rezept dementsprechend zu reduzieren.

Sammeltipps:

Die Blüten der Gänse- und Gemüsedistel blühen nicht alle zeitgleich. Ihr findet also schon verblüte Blüten neben solchen, die noch Knospen sind an einer Pflanze. Ein wenig ausselektieren ist hier notwendig. Dennoch ist die Distel ein dankbarer Pseudokapern-Lieferant, denn die Pflanze ist für eine krautige Wildpflanze relativ groß und liefert reichlich Material...wenn man sie lässt.

Zutaten für die Gänsedistel-Kapern:

  • 250g Gänsedistelblütenknopsen
  • 3-4 Zweige Estragon
  • 250g heller Balsamico-Essig
  • 1 TL Meersalz
  • 1 TL Ahornsirup
Es braucht nicht viel für eingelegte Blütenknospen.

Zubereitung:

Die Blüten kurz waschen und 5 Minuten in etwas Wasser weich kochen. Dann eiskalt abschrecken damit sie grün bleiben. Die Einmachgläser mit kochenden Wasser ausspülen, Estragonzweige und Knospen hineingeben. Den Essig mit dem Salz und dem Sirup aufkochen, über die Knospen gießen und die Gläser sofort verschließen und überkopf zuziehen lassen. So eingekocht halten sich die Kapern recht lange über mehrere Monate.

Sonstiges: 

Dies ist ein "Grundlagenrezept". Statt Gänsedisteln könnt Ihr hier jede anderen Euch in die Hände fallenden Blütenknospen verwenden: Gänseblümchen, Löwenzahn und sogar junge, noch hellgrüne Ahornfrüchte. Letztere lassen sich als eine Antipasti der wilden Art servieren.

Nudeln mit Gänsedisteln


Die Gänsedistel wird etwa 1 Meter hoch und hat dornige
Blattränder. Gut dass es noch die Gemüsedistel gibt.
Meine Gänsedistel im Garten musste dran glauben. Die Stiele der jungen Gänsedistel sind hohl und wenn man sie in Salzwasser gart, dann werden sie weich und erinnern an Makkaroni. Im Prinzip lassen sie sich auch genau so verwenden: Wie mehrfreie Makkaroni. Einzig dass sie einen leicht bittern Geschmack haben sollte man bei der Wahl der Soße beachten. Sahnesoßen passen dazu, da sie die Bitterstoffe abmildern. Saure Soßen harmonieren ebenfalls mit den Bitterstoffen. Gänsediste-Makkaroni mit süß-sauer Soße....Lecker!  Da aber bei mir Kinder mitessen und wie gesagt ich auch keine Kühe aus Euch machen will, an dieser Stelle ein Rezept  mit Disten lediglich in der Nebenrolle. Es empfiehlt sich ohnehin die Verdauung und die Geschmacksinne langsam an einen höheren Anteil von essbaren Wildkräutern zu gewöhnen.
Neben der Gänsedistel gibt es noch die Gemüsedistel, die ich wesentlich lieber mag, da die Zubereitung der Blätter deutlich weniger arbeitsintensiv ist. Ich zeige euch gleich was ich damit meine.  Leider fühlen sich Gänsedisteln in meinem Garten viel wohler als die Gemüsedisteln, aber einem geschenkten Gaul...stopft man halt ins Maul :-)

Sammeltipps:

Die Gemüsedistel-Bätter sehen ganz anders aus,
als die der Gänsedistel. Essbar sind beide. Leichter
zu verarbeiten ist die Gemüsedistel -
man spart sich das Abschneiden der dornigen Ränder.
Gänse- und Gemüsedisteln sind typische Acker-Unkräuter bzw. eine Pionierpflanze und kommt deswegen häufig auf frisch angelegten Äckern vor. Man findet diese Wildkräuter ebenso nahezu auf jedem Schutt- oder Abraum-Platz. Beste Sammelzeit ist vor der Blüte, wenn die Stängel noch zart sind. Aber ich warte immer bis nach der Blüte, damit die Pflanze sich auch noch im nächsten Jahr in meinem Garten findet. Die Kochzeiten der Stiele verlängern sich lediglich ein paar Minunten und ich würde auch nur den oberen Teil der Stiele ernten, der untere ist dann meist schon zu verholzt. Wer die Wahl hat und Gänsedisteln und Gemüsedisteln an einem Standort hat, sollte letztgenannte Art beim ersten Mal verwenden - die Gemüsedistel ist weniger bitter und arbeitsintensiv.

Zutaten für die Gänsedistel-Nudeln:

  • eine Strauß Disteln
  • 1 Zwiebel
  • etwas Butter
  • 200ml Sahne
  • etwas Gemüsebrühe
  • Salz, Pfeffer, Muskatnuss
  • Nudeln

Zubereitung:

Die Blätter der Distel haben eine deutlich kürzere Garzeit als
Stiele. Letztere brauchen je nach Alter zwischen 5-20 min.
Die Disteln waschen, entblättern und die  Blütenknospen abschneiden. Die noch jungen Blütenknospen nicht wegwerfen! Man kann sie als Kapernersatz verwenden. Die Stiel ca. 10 min in Salzwasser garen. Bei den Blätter der Gänsediesten müssen die dornigen Blattränder mit einer Schere abgeschnitten werden. Das geht am schnellsten, wenn man die Blätter einmal an der Längsachse faltet. So muss man nur eine Seite schneiden müsst. Die Blätter der Gemüsedisteln kann man direkt verwenden (Aha! Deswegen bevorzuge ich die Gemüsedistel).
       Nudeln mit Gänsedisteln. Im Prinzip lässt sich hier jedes      
beliebige Wildkraut verwenden.
Die Zwiebeln in Butter glasig dünsten. Die Blätter kleinschneiden und ebenfalls in die Pfanne geben. Kurz zusammenfallen lassen. Nudeln und Distelstängel zufügen, mit Gemüsebrühe, Muskat, Salz und Pfeffer abschmecken.
Wer es käsig mag kann eine kleingeschnittene Kugel Mozzarella zugeben und diese anschmelzen lassen. Dazu passt aber auch geriebener Gouda, Emmentaler oder ein würziger Bergkäse. Wie die Pflanze selbst, ist auch dieses Gericht "hart im Nehmen".

Sonstiges:

In der griechischen Antike wurde der Saft der Gemüsedistel nach Skorpionsbissen verabreicht. Ob´s hilft? Ausprobieren will ich es nicht. Gut zu wissen: Die Blätter der Gemüsedistel und auch die jungen Blätter der Gänsedistel lassen sich einfach in den Salat geben. Als "wildes Beiwerk" im all zu kultivierten Salat sind diese Wildkräuter allemal geeignet.

Mittwoch, 4. Juni 2014

Rotkleeblütenbrot

Die Blüten des Rotklees tragen auch den Namen
"Himmelsbrot".
Rotkleeblüten gelten als "Himmelsbrot": Der Nektar aus den Röhrenblüten des Klees lässt sich einfach aussaugen und gibt dem Klee seinen süßen Geschmack. Als Kinder haben wir das oft gemacht: Auf der Wiese sitzend, Klee ausschlüfend. Am richtigen Chambrock - dem Stampfbrot aus Rotkleeblüten  arbeite ich noch, allerdings brachte mich das Experimtieren mit Klee auf die Idee einfach die Rotkleeblüten ins Brot zu schütten. Der Arbeitsaufwand hier ist allerdings nicht wirklich viel geringer: Die einzelnen Blüten des Rotklees werden aus dem Blütenköpfchen herausgezupft. Eine Fussel-Arbeit. Den grünen Teil der Blüten (die Blütenkelche) verwende ich hierfür nicht. Ganz so pingelich muss man dennoch nicht sein: Bleibt hin und wieder ein Kelch an der Blüte haften, ist das auch nicht schlimm. Das Brot bekommt dann grüne Punke, schmeckt aber dennoch nicht nach Heu - sondern ganz entfernt erinnert es tatsächlich an den Nektar aus den Kleeblüten, fast so als würde sich das Brot an den Klee erinnern und davon berichten wollen, dass einige seiner Bestandteile einst auf einer Wiese gestanden haben und von Bienen besucht wurden.
Ein simples Tassen-Rezept dient als "Brot-Gedächnisspeicher" (eine Tasse hat den Inhalt von ca 200ml).

Blick in die Rührschüssel: In den Teig werden die gezupften
     Rotkleeblüten als letzten lediglich kurz untergezogen.          

Zutaten für das Rotklee-Brot:

  • 2 Tassen Mehl
  • 2 Tl Backbulver
  • 1/2 TL Natron
  • 1/2 TL Salz
  • 1 Ei
  • 1 Tasse Joghurt
  • 3 TL Honig
  • 4 TL  Öl
  • 1 Tasse gezupfte Rotkleeblüten

Zubereitung:

Sieht gut aus und schmeckt auch so:
Das Brot aus Rotkleeblüten mit rosa und grünen Spenkeln.
Die trockenen Zutaten miteinander vermischen, die feuchten Zutaten miteinander vermischen. Dann alles zusammenschütten und grad so lange verrühren dass die trockenen Zutaten feucht sind. Die Blüten kurz unterrühren. Das Brot in eine Backform geben (mit Backpapier ausgelegt) und bei 180°C im Umluftherd 25-30 min backen.

Sonstiges:

Das Brot hat eine ganz leichte Süße durch die Rotkleeblüten. Wer das Brot als Kuchen essen will, verdoppelt die Honigmenge. Ansonsten - wer hat es gemerkt - ist es ein  klassischer Muffin-Teig. Das Brot lässt sich also statt in einer Backform auch in Muffinformen backen. In dem Fall reduziert sich die Backzeit um 5-10 Minuten. Am Besten schmeckt es frisch nur mit Butter. Ein echtes Picknick-Brot.

Dienstag, 3. Juni 2014

Giersch - ein Zipperleinskraut gegen Gicht, Rheuma und Co.

Giersch - ein echtes
Wildkraut und Wildgemüse
Giersch ist eines der hartnäckigsten Wildkräuter. Wer ihn einmal im Garten hat, der wird ihn so schnell nicht wieder los. Was so widerstandsfähig ist, ist bestimmt auch gesund.  Und in der Tat beherbergt der Giersch eine ganze Reihe Inhaltsstoffe, die ihn zu einem wichtigen Bestandteil unserer Nahrung machen.

Schon im Mittelalter galt der Giersch neben der Brennnessel als eines der wichtigsten Wildgemüse. Er war Bestandteil der Gründonnerstagssuppe und wurde von den Ärzten damals als Heilmittel gegen Gicht eingesetzt. Der lateinische Name Aegopodium podagaria deutet noch heute darauf hin: Podagra bedeutet Gicht. Da seine Blätter ein wenig wie die Füße einer Ziege aussehen erhielt er auch den Namen "Geißfuß" und wurde - dem mittelalterliche Medizinverständnis - auch dementsprechend verwenden, nämlich bei allem Beschwerden rund um und am Fuß. Verwendung fand er neben der Gicht auch bei Rheuma und Ischiasbeschwerden, also eben bei "Zipperlei", was dem Giersch den Beinamen "Zipperleinskraut" einbrachte. Da er eigentlich immer verfügbar war, als Nahrungs-und Heilpflanze galt, wurde er das bodenständige Pendant zum "Holunder" wund bekam den Namen "Erdholler". Bei so vielen Namen ist es nicht verwunderlich, dass Botaniker den lateinischen Namen bevorzugen.
Von den Inhaltstoffen hat der Giersch eine ganze Menge aufzufahren: Vor allem Kalzium, Magnesium und Phospor, dazu Silizium, Kaffeesäuren und ein ganzes Potpouri von Spurenelementen wie Mangan, Kupfer, Eisen, Bor und Titan stecken in ihm. Auch sein Privitamin A-Gehalt kann sich sehen lassen. Erstaunlich: Er enthält doppelt so viel Vitamin C wie Grünkohl! Die ätherische Öle und die Kumarine verleihen ihm seinen typischen würzigen Geruch. Den mag man oder eben nicht. Giersch ist speziell und nicht jedermanns Geschmack.

Bei Wanderungen hat mir der Giersch schon nützliche Dienste erwiesen. Wird man von Insekten gestochen und hat zufällig Giersch in der Nähe, kann man mit dem frischen Pflanzensaft verhindern, dass die Stichstelle anschwillt. Allerdings muss das Einreiben sofort erfolgen.

Wer unter Gicht leidet kann seine Wirkung selbst einmal ausprobieren: Einmal kurz aufgekochte Blätter lassen  sich als  Kräuterwickel (einfach zwischen ein sauberes Leintuch geben und auflegen) auf den Gichtknoten auflegt.
Auch eine Verwendung als Tee wird beschreiben:
2 El frische, zerkleinerte Blätter mit 1/4 l kochendem Wasser übergießen und 5 min ziehen lassen, davon 3 Mal täglich eine Tasse.
Dieser Tee hilft nicht nur bei Gicht, sondern auch bei schlecht heilenden Wundern, Rheuma und Ischias.  Er ist entgiftend. harnsäuretreibend und blutreinigend.Wie er schmeckt? Ehrlich gesagt hab ich noch nie versucht aus Giersch einen Tee zu kochen, ich essen ihn lieber. Ich gehöre nicht zu den Kräutertanten die ständig diese grünen Kräutertees schlürfen. Die bekommt man freiwillig nur in mich hinein, wenn ich wirklich krank bin :-)

Ob Giersch eine Renessonce erlebt,  das liegt an Euch. Versucht Euch doch mal an der Giersch-Quiche oder der Kräuterlimonade - es muss ja nicht so ein gruseliger Tee sein.


Montag, 2. Juni 2014

Gierschonade - Kräuterlimo selbst herstellen

Giersch, Zitronenmelisse und Gundermann geben
der Kräuterlimonade auf Apfelsaftbasis den Geschmack.
Almdudler ist wohl eine der berühmtesten Kräuterlimonaden "mit Kräuterextrakt". Extrakt heißt,  da wurde immer schon viel industriell verarbeitet. Dabei ist eine Kräuterlimonade ganz schnell selbst gemacht.  Neben Zucker spart man vor allem an künstlichen Aromastoffen oder dem ominösen "Kräuterextrakt" und was der großindustriellen Herstellung noch so alles einfällt. Hier also ein Kräuterlimo-Rezept, das sich beliebig variieren lässt.

Sammeltipps: 

Da die Kräuter nicht erhitzt werden, sollten diese dringend nur aus einem abgezäunten Garten geholt werden weil die Gefahr für Fuchsbandwürmer ja nun nicht bei jedem Rezept heraufbeschwörte werden muss. Da wir recht viel Kräuterlimonade im Sommer tinken, achte ich darauf dass die Wildkräuter alle nur aus fuchsfreien Gärten stammen. In dem Fall versorgt mich mein Nachbar mit einer größeren Menge Giersch, die Zitronenmelisse stammt aus meine Garten und der Gundermann wuchtert aktuell ohnehin in meiner Hängeampel vor sich hin.

Die angequetschten Kräuter für mindestens 4 Stunden
im Apfelsaft ziehen lassen und mit Minaralwasser auffüllen.

Zutaten für die Kräuterlimonade:

  • 1 l Apfelsaft (naturtrüb oder klar; im Bild der Naturtrübe)
  • 1 l Mineralwasser
  • 15 Stängel Giersch
  • 2 Stängel Zitronenmelisse
  • 1 Ranke Gunderman

Zubereitung:

Die Kräuter kurz waschen und trocken schütteln, dann mit einem Nudelholz einige mal anquetschen und in  den Apfelsaft hängen. Hier sollten sie 3-4 h ziehen (oder über Nacht). Anschließden das Büschel entfernen und mit Mineralwasser auffüllen.

Den Giersch halte ich im Topf.
Da richtet er keinen Schaden an und
bleibt frei vom Fuchsbandwurm.

Sonstiges:

Nett ist dieses Rezept mit Eiswürfeln in denen man zuvor Blätter von Zitronenmelisse oder Gundermann eingefroren hat.
Die Anzahl der Stängel lässt sich nach beliebten zusammenstellen. 2 Gundermann, 1 Zitronenmelisse und 10 Gierschblätter gehen ebenso, wie dem Ganzen noch  1-10 Lavendelblüten beizufügen. Kräuterlimo ist "hart im Nehmen" und eine schöne Möglichkeit grade für Kindern mit verschiedenen Ansätze und Kräutern zu experimentieren und sie auf den Geschmack von Wildkräutern zu bringen.