Sonntag, 10. August 2014

Kornelkirschen als römisch eingelegte, falsche Oliven

Und noch einmal die Kornelkirsche! Schnell nutzen, bevor die Vögel alle wegfressen. Tatsächlich kannten dieses Rezept schon die alten Römer: Eingelegte Kornelkirschen. Die Früchte des gelbe Hartriegels können so als alternatives Antipasti über mehrerer Monate haltbar gemacht werden und bieten eine wilkommene Abwechslung auf Büffet-Tischen, beim Abendessen oder einfach so.
Eingelegte, grüne bis hellrote Kornelkirschen waren schon bei den alten  Römern eine beliebte Leckerei. Die reifen, roten, weichen Früchte lassen sich auch pur essen - in der Volksheilkunde sind die Heilnahrung für einen schlechten Magen und schmecken, wenn sie wirklich ganz reif sind, ein wenig nach Gummibärchen.

Variante 1 - die bunte, moderne  Mischung

  • 1/2 l Essig (am besten ist weißer Balsamico)
  • 1/1 Zimtstange
  • 1/2 TL Koriander
  • ein kleines Stück Ingwer
  • 2 TL Salz
  • 5 EL Rohrzucker
  • 5 Gewürznelken
  • 2 Wacholderbeeren
  • 8 Pfefferkörner
  • 500 g unreife Kornelkirschen
Die Gewürze in den Essig gebe und diesen einmal aufkochen. Hitze zurückschalten und die Kornelkirschen ca 5-10 min darin ziehen lassen ohne sie zu kochen (sonst platzen sie auf). Die Kornelkirschen in Gläser geben. Den Essig noch einmal aufkochen und die Gewürze herausnehmen. Den heißen Essig über die Kornelkirschen geben, sofort verschließen und die Gläser umgedreht einige Minuten zuziehen lassen.

Variante 2 - für Puristen und Römer :-)

  • 250g unreife Kornelkirschen
  • 125 ml Wasser
  • 125 ml Essig (weißer Balsamico)
  • 1/2 TL Salz
  • 1/2 TL Rohrzucker
Folgende Gewürze können einzeln oder gemischt und auch höher Dosiert eingesetzt werden,  je nach Geschmack:
10 Pfefferkörner, 2 Chilischoten, eine zerdrückte Knoblauchzehe, ein Stückchen Ingwer.

Essig, Wasser, Salz, Zucker und Gewürze aufkochen und die Kornelkirschen wie oben 5-10 min mitsimmern lassen. In Gläser füllen, mit dem Sud aufgießen und verschließen. nach etwa 4-8 Wochen lassen sich die Kornelkirschen essen. Man kann sie aber auch länger ziehen lassen.

Sonstiges: 

  • Die falschen Oliven werden mit Kernen eingelegt. Diese beim Essen auszuspucken ist einfacher als sich die Arbeit anzutun sie zu entkernen.
  • Dieses Jahr haben ich den puristischen, römisch-ursprünglichen Ansatz gewählt und einmal mit 10 Pfefferkörnern, einen mit 5 Pfefferkörnern und Knoblauch und einen dritten Ansatz mit 5 Pfefferkörnern und Chilischoten angesetzt. Da mit der Geschmack letzte Jahr nicht intensiv genug war, war ich mutig und hab die Gewürze dieses Mal mit eingekocht. In einigen Wochen werde ich Euch berichten, ob dies auch möglich ist, denn vorerst müssen die eingelegten falschen Oliven einige Wochen in den Gläsern rasten, bevor man sie essen kann.
  • Bei den Ansätzen kann man eigentlich nicht wirklich viel falsch machen.  Den Essig 1:1 mit Wasser zu verdünnen scheint mir aber sinnvoll, da die Kornelkirschen ohnehin schon sehr sauer sind und der Essig-Geschmack sonst zu dominant wird.
  • Geschmacklich lässt sich beim römisch-puristische Ansatz mit einem Zweig Estragon, Rosmarin oder Basilikum experimentieren. Wildkräuterfans können hier auch auch  mit Giersch, zerstoßenen Samen der Wilden Möhre oder anderen Wildkräutern spielen. Die Bandbreite ist riesig, das Ergebnis jedes mal ein anderes, und nur ganz selten geht es daneben.
  • Achtung! Sollten die Kornelkirschen noch nicht ganz reif und von sich aus deshalb noch recht sauer sein, kann etwas weniger Essig und ein wenig mehr (1 TL) Zucker verwendet werden.

     


Kommentare:

  1. wie hast du die matte gemacht? sieht aus wie irgendwelche stiele plattgewalzt. da fällt mir ein: könnte man sie auch ungewalzt verflechten und erst dann die ganze matte plätten? so wäre sie enger gewebt, wahrscheinlich...?
    VG
    kräuterle

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    1. Hallo Kräuterle,
      recht hast du: es sind plattgewalzte Brennnesselstiele. Schau hier: http://unkrautgourmet.blogspot.de/2014/05/wie-man-aus-brennesseln-eine.html
      Dadurch ist dann auch die Frage geklärt, warum ich die Brennnesselstiele nicht ungewalzt verwoben habe. Die sind einfach irre sparrig und die Brennhaare bremsen ein wenig die Motivation ;). Aber mit der Brennnesssel lässt sich toll experimentieren was das betrifft. Die feinen Fasern mit denen man Brennnesselstoff hergestellt hat kann man auch gewinnen ist aber eine riesen Sauerrei, weil alles um den Stängel herum im Wasser wegrotten musse. Wer mal Brennnesseljauche hergestellt hat weiß, was ich meine...und die Fasern sind im Endeffekt sehr kurz und nicht wirklich ergibig. Daher bin ich dann doch dazu übergegangen sie lieber zu essen :D
      Liebe Grüße aus den Nesseln
      Sindy

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