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Freitag, 10. März 2017

Mit einem Spitzrabau, 23 kleinen Rabauken und zwei Feuersalamander unterwegs

Ein schwarz-gelbes Pflanzerlebnis bei Regenwetter

Obstbäume mit Schulklassen im Regen zu pflanzen war schon eine besondere Aktion. Wir haben unser Exemplar, einen Spitzrabau-Apfelbaum, quer durch den Weinheimer Exotenwald zur Pflanzstelle getragen. Natürlich gab es wegen des Wetters erst mal lange Gesichter bei den Kindern: "Wie? Die Streuobst-Tante will trotzdem mit uns auf die Wiese? Bei diesem Regen?" Das zumindest war in dem einen oder anderen Gesicht abzulesen, ausgesprochen hat es keiner. Tapfere kleine Mannschaft! Belohnt wurden sie tierisch, denn wir haben nicht nur eine  Eidechse aus dem Pflanzloch gerettet, sondern auf dem Weg zur Wiese gleich mehrerer Feuersalamander entdeckt. Ein Ausflug in die Tierwelt.

Der gebänderte Feuersalamander (Salamandra salamandra ssp. terrestris)
ist aktuelle auf Partnersuche.

Die namensgebende Unterart Salamandra salamandra salamandra,
der gefleckte Feuersalamander, sucht ebenfalls nach einem passenden Paarungspartner.

Feuersalamender Lurchi: Kindheitserinnerungen und Sympathieträger

Unkrautgourmets sind Feuersalamander wahrlich nicht, denn sie ernähren sich von Schnecken, Insekten und Würmern. Damit sind sie mir sympathisch. Wer will schon Brennnesseln mit Schnecken dran essen? Doch die eigentliche Sympathie entstammt meinen Kindheitserinnerungen: Lurchis Abenteuer* . Das waren damals die Geschichten, mit denen wir zu Hause das Schreibschriftlesen geübt haben. Und was auch immer das für eine Quälerei war, Lurchi war einfach toll. Schon schade, dass viele Kinder Klassiker wie diesen heute kaum mehr kennen.

Ammenmärchen: Vom Killerlurch und tödlichen Ohrenschmalz

Das Feuersalamander keine Eier legen, sondern bewegliche Larven in Wassergeburt zur Welt bringen, das ist schon etwas Besonderes, aber die Kinder interessierte natürlich am meisten das Gift. Als ich davon erzählte, dass Feuersalamander am Rücken Giftdrüsen haben mit denen sie ihr ganz eigenes Gift bis zu einen Meter weit schießen können und dass diese Drüsen auch am Ohr sind, da schaute mich ein Mädchen mit großen Augen an: "Die schießen giftiges Ohrenschmalz?" Ähm. Nein, nicht wirklich. Wenn Salamander Ohren hätten, würde das Gift sicher wohl auch das Ohrenschmalz vergiften. Aber Ohren haben sie nicht. Sie "hören" Vibrationen und somit auch Schall mit dem ganzen Körper. Das Gift ist ein Alkaloid, also eine Stoffgruppe, welche die Wildkräuter-Fans unter euch sicher nicht fremd ist, denn Alkaloide finden sich recht häufig in giftigen Pflanzen wie den Nachtschattengewächsen z.B. der Tollkirsche. Der Feuersalamander synthetisiert aber seinen eigenen Alkaloid-Cocktail, der sogar nach ihm benannt wurden. Daraus kann man ein echtes Mantra machen: Samandarin, Samandaridin und Samandaron. Das dem Gift das "l" aus dem Salamander fehlt, liegt wohl daran, dass Chemiker keine systematischen Zoologen sind. Vielleicht hatte der Zoologe aber auch einen Sprachfehler oder der Chemiker einen Hörschaden. Oder der Biochemiker war so ein tippender Fehlerteufel, wie ich es bin und dann hat einfach ein "l" gefehlt :). Es darf gemutmaßt werden. Ich tippe auf Hörschaden, denn sonst müsste es z.B. Salamanderin heißen - mit "e", nicht mit "a". Heißt ja auch Salamander. Aber vielleicht bin ich auch zu sehr Biologe und zu wenig Chemiker und die ganze Nomenklatur hat doch einen wirklichen Hintergrund. Ich lasse mich da gerne aufklären.

Abwehrmittel: Ein fungizider und bakterizider Lurch

Wie auch immer nun die Giftstoffe geschrieben werden, Menschen sterben daran nicht. Allerdings kann Salamander-Gift auf zarter Kinderhaut und bei empfindlichen Menschen brennen und ins Auge sollte man das auch nicht bekommen. Das Gift dient in erster Linie der Abwehr. Besitzer von jungen Hunden oder Katzen sollten bei Feuersalamandern jedenfalls lieber einen Bogen um die Lurche machen, denn wenn ein junger Hund in einen Feuersalamander beißt, dann ist das äußerst unangenehmen, im schlimmsten Fall auch tödlich. Doch die meisten Haustiere werden es überleben und daraus ihre Lehren ziehen: Nämlich nie wieder in eine schwarz-gelbe-Wurst zu beißen. In erster Linie jedoch dient das Gift der Hautpflege. So ein Lurch verbringt einen Großteil seines Lebens in feucht-modrigen Winkeln im Wald oder Höhlen - Heimat unzähliger Mikroorganismen, die aufs Zersetzen ausgelegt sind. Die feuchte Haut des Feuersalamanders wäre ein optimaler Nährboden für  Schimmelpilze und Bakterien, wenn, ja wenn da nicht die Gifte wären, die eben Schimmelpilze und Bakterien am Wachstum hindern. Trickreiche Natur.

Seltenheiten: Vom Feuersalamander und Spitzrabau

Auf der Roten Liste ist der schwarz-gelbe Lurch - noch - nicht zu finden, hat aber bereits den Status von "besonders geschützt" erreicht, sozusagen die Vorstufe der vom Aussterben bedrohten Arten. Es gibt also noch Hoffnung. Im Weinheimer Exotenwald kriechen auf alle Fälle mindestens 2 Exemplare herum. Und irgendwie ist es schön zu wissen, dass man solche Tiere vor der Haustüre hat und dass sie, sofern sie nicht unter die Räder oder in eine Hundeschnauze kommen, durchaus 20-50 Jahre alt werden können. 20-50 Jahre! Dann sind die Viertklässler von gestern erwachsen, haben hoffentlich einen Partner fürs Leben gefunden, einen schönen Beruf und eine glückliche Zukunft. Vielleicht kommen sie dann zu ihrem gestern gepflanzten Baum zurück, vielleicht sogar mit ihren eigenen Kindern und sammeln die lustig geformten Äpfel auf. Denn dann ist unser gepflanzter Spitzrabau  ein stattlicher Baum im ertragsfähigen Alter geworden und erfreut Mensch und Tier, weil er doch etwas Besonderes ist. Die Odenwälder Lokalsorte galt viele Jahre als verschollen. Von der Sorte her an sich ist der Spitzrabau bis auf die spitz zulaufenden Äpfel nicht besonders. Die Äpfel haben kein besonderes Aroma und sind noch nicht mal lange lagerfähig. Saften und Backen kann man mit ihnen aber prima. Das Besondere ist eher der Baum, denn als Apfelbaum ist der Spitzrabau sehr robust und anpassungsfähig, wird sehr alt und sehr groß und bietet damit wieder Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten und Äpfel. Wer weiß schon, ob im Jahr 2067, nicht ein Apfelbaum gesucht wird, der genau diese Eigenschaften besitzt, z.B. um den Klimawandel zu trotzen? Ob in seiner Krone nicht eine Flechte wächst, die als Mittel gegen Krebs entdeckt wird, oder zu seinen Füßen ein Feuersalamander kriecht, dessen Gift als Mittel gegen multiresistente Keime weiterentwickelt wird. Wir müssen weiter denken. 7 Generationen weiter. Wir wissen nicht was kommt, daher ist es so wichtig, zu erhalten, was wir haben und nicht alles immer nur auf den sofortigen, persönlichen Profit zu richten. Immerhin: In 50 Jahren stehen dann hoffentlich an der  badischen Bergstraße zwischen Weinheim und Schriesheim ein paar  Spitzrabau-Apfelbäume im besten Alter, denn ich werde neben dem Exemplar in Weinheim diesen Monat noch 2 weitere Bäume mit Schulklassen pflanzen dürfen und ich bin gespannt, was wir dabei erleben.
Mein Dank geht an dieser Stelle den Unesco Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald, der die Bäume gespendet hat.
Pressebericht in den Weinheimer Nachrichten


Auflösung vom Bilderrätsel

Ja! Mein anonymer Rätselknacker hat des Rätsels Lösung aus dem vorherigen Beitrag gefunden: ein Fliegenpilz. Stimmt, kann kaum etwas anderes sein, auch wenn ich beim Betrachten des Rätselbildes in erster Linie an einen verschimmelten Erdbeerkuchen dachte. Herzlichen Glückwunsch :).

Unverkennbar: Der Fliegenpilze. Er stammt aus der selben Gattung Amanita wie der Knollenblätterpilz.
Auch wenn man sie beide nicht essen kann, sind sie als  Mykorrhiza-Pilze wichtige Helfer
unserer Waldbäume und sollten daher auch nicht zerstört werden. Hauptwirkstoff ist nicht das Muskarin,
sondern die Ibotensäure, die binnen 2 Stunden nach dem Essen auf das Nervensystem wirkt und in
schweren Fällen auch zum Tod führen kann.
Apropos Erdbeerkuchen:  Jetzt ist auch endlich wieder Zeit, die Wildkräutersaison zu starten.

Montag, 6. März 2017

Bildmotiv erraten: Was bin ich?

Wundersame Makrofotografie


Heute nur kurz und mal was ganz anderes, weil es aber eine typische Situation ist, die wohl fast jeder kennt, der häufig Fotos schießt, möchte ich euch das nicht vorenthalten. Bei der Durchsicht meiner Bilder saß ich eine ganze Weile vor diesem Bild und fragte mich: Was zum Kuckuck hab ich da denn fotografiert? Es war in meinem "noch zu sortieren" Ordner abgespeichert, also dort, wo ich alle möglichen Fotomotive hin packe, die ich noch einsortieren muss. Als ich drei Bilder weiter dann gesehen hatte, was ich da mit dem Makro festgehalten hatten, musste ich doch ein wenig schmunzeln. Typisch ich. Die Auflösung findet Ihr die nächsten Tage dann im nächsten Blogbeitrag, auch wenn sie so gar nicht dazu passen wird :). Viel Spaß beim Raten.


Was ist das bloß?

Donnerstag, 30. Juli 2015

Unkautvernichter oder was ist eigentlich ein gesetzlicher Grenzwert?

Heute gibt es Gedankenfutter: schwere Kost! Das Thema "Grenzwert und Unkrautvernichter" brennt mir nach einer hitzigen Diskussion  mit einen Landwirt  unter den Nägeln und ich habe lange überlegt, ob ich euch das "zumuten" soll. Doch das Thema ist zu wichtig. Jeden betrifft es! Hier also der Unkrautgourmet, ich, live und in Farbe, kritisch und direkt.


Mehr Unkrautvernichter direkt vor der Ernte

Nach der verbalen Schlacht am Acker kann ich mich nur über unsere grandiose Ignoranz und Unwissenheit wundern. Der Landwirt hatte fleißig Glyphosat - sprich Unkrautvernichter einer besonders berühmt berüchtigen Firma - auf seinem Kartoffelacker gesprüht. Er hat die Pflanzen nicht wegen des Unkrauts gespritzt, das wächst bei ihm schon lange nicht mehr, sondern in Hochdosis auf die Kartoffelpflanzen direkt aufgebracht, um diese abzutöten! Ja, er tötet die Kartoffelpflanzen mit einem Herbizit. Wusstet ihr nicht? Kartoffen, Weizen, Roggen und viele andere Nutzpflanzen werden im konventionellen Landbau kurz vor der Ernte einer richtig hohen Dosis Herbizit ausgesetzt, damit nicht nur die Unkräuter, sondern auch die eigentlichen Nutzpflanzen absterben. Der Fachmann nennt das Sikkation und für diesen Zeitpunkt gelten deutlich höhere Grenzwerte - pardon, das heißt dann "Rückstandshöchstgehalt", wie mich der Landwirt während unseres Gesprächs aufklärte - als für einen früheren Zeitpunkt der Behandlung. Das dicke Ende Gift kommt also kurz vor der Ernte auf unser Essen! Jedenfalls habe ich beim Bundesamt für Risikobewertung mal nachgeschaut:
"Der Rückstandshöchstgehalt für den Einsatz als Mittel zur Bekämpfung von Wildkräutern in Getreidekulturen liegt zum Beispiel für Buchweizen und Reis bei 0,1 mg pro Kilogramm Erntegut. Wird Glyphosat zur Vorerntebehandlung (Sikkation) eingesetzt, dann gilt für Weizen und Roggen beispielsweise ein Rückstandshöchstgehalt von 10 mg pro Kilogramm Erntegut."(Quelle: www.bfr.bund.de)

Kurz vor der Ernte das Hundertfache an
Vernichtung. Unser täglich Tod gib uns heute...
Der Hundertfach erhöhte Grenzwert gilt zu einen Zeitpunkt, kurz bevor Obst, Gemüse und Getreide geerntet werden! 100 Mal mehr!  Warum? Na, weil sich z.B. Karoffeln dann leichter aus dem Boden lösen lassen, weil Getreide schneller reift, wenn die Mutterpflanze austrocknet und abstirbt. Der Bauer wartet nicht, bis die Pflanze von alleine ihrem Ende entgegen geht. Warum? Wegen uns, den Verbrauchen! Die Kartoffen werden noch nicht ganz reif geerntet, damit sie länger lagerfähig sind und damit wir das ganze Jahr über möglichst lange Kartoffen haben, auch weit jenseits der Kartoffel-Saison. Wir tragen mit unserem Einkaufsverhalten unseren Teil zu diesem Irrsinn bei und essen das ganze Zeug mit! Für unsere Dauernachfrage nach der Knolle muss ein Teil der Ernte halbreif geerntet und in Kühlhäusern mit viel Stromverbauch gelagert werden. Ökologisch ist das nicht. Deswegen heißt es ja auch "konventioneller" Landbau. Darüber nachdenken tut keiner so recht. Müsst ihr auch nicht. Das mache ich heute für euch. Ihr sollt/dürft heute lesen und anschießend Eure Schlüsse daraus ziehen.
Denn der Irrsinn fängt erst richig an. 100 Mal mehr. Es geht also um Grenzwerte. Und immer wieder stelle ich fest: Keiner macht sich darüber Gedanken, was so  ein gesetzlicher Grenzwert eigentlich genau definiert. Gesundheit? Definiere Gesundheit! Zu schwammig. Es geht viel konkreter. Bitte weiterlesen! Hier also ein Denkanstoß zu Grenzwerten.  Über nachfolgende Kommentare freue ich mich, auch über die Verbreitung des Artikels, wenn er euch gefällt, weil ich täglich erlebe, dass bei der Diskussion über Grenzwerte, egal in welchem Bereich, jeder meint, solange es Grenzwerte gibt, ist schon alles gut, immerhin kümmert sich ja der Gesetzgeber drum. Aber der Witz ist: Eigendlich dürfte es keinen einzigen Grenzwert geben.

Was ist eigentlich ein Grenzwert?

Grenzwerte gibt es fast überall: im Arbeitschutz, im Umweltschutz, im Verbraucherschutz. Sie sollen vor einer schädigenden Dosis Strahung, vor zu vielen Schadstoffen oder Lärm schützen. Und so gehen tatsächlich die meisten in der Annahme, dass sie mit den bestehenden Grenzwerten sicher sind. Aber wisst Ihr wirklich was ein Grenzwert ist? Ich lasse euch noch mal ein wenig zappeln. Immer weiter lesen.

Vom Unsinn der Grenzwerte

Die Diskussion um Grenzwerte ist eine sehr merkwürdige,  denn eigentlich braucht die Natur gar  keine Grenzwerte. Orte mit erhöhter Radioaktivität z.B. haben unsere Urahnen schon entweder gemieden oder zu “heiligen Orten” ernannt. Solche Stellen waren also nichts, wo man dauerhaft hätte wohnen wollen und auch die frühen Menschen nutzten die strahlungsreichen Orte eher als kultische Handlungen, statt als Schlafplatz. Das nannte sich "im Einklang mit der Natur leben". Und die Natur reguliert(e) alles zum Gutem. Bis der Mensch meinte, nicht mehr auf die Natur hören zu müssen und sich über sie stellte und so griff er  massiv in seine Umgebung ein. Da werden radioaktive Stoffe und Schwermetalle aus großen Tiefen geholt, fossile Brennstoffe verbrannt, noch nie dagewesene Strahlungen wie der Mobilfunk global und flächendeckend ausgebracht, ständig mehr Biozide ausgebracht, als wäre es Streusand und immer neuen chemische Verbindungen gedankenlos hergestellt, für die die Natur so gar keine Verwendung hat. Es braucht also Werte, die wir uns selbst auferlegen müssen, damit wir nicht vollends im eigenen Dreck ersticken oder uns versehentlich doch vollständig vernichten. Doch eigentlich dürfte es für all das keine Grenzwerte geben, denn all das sollte von Natur aus gar nicht existieren. Deswegen ist die Grenzwert-Diskussion an sich schon irrwitzig.

Die biologische Landwirtschaft wird mit Herbziden totgespitzt

Doch der Irrwitz geht weiter. Auf der einen Seite steht die Industrie und die Lobbyisten, auf der anderen Seite die kritischen Ärzte, die Geschädigten, Naturschützer und Unkrautesser.  Die eine Seite macht Milliarden-Umsätze mit den Ursachen, die andere gibt Milliaden für die Behandlung der Symptom aus. Die eine Seite kämpft meist um höhere gesetzliche Grenzwerte,  die andere um deren Herabsetzung. Irgendwo dazwischen befinden sich die Verbraucher – mehr oder weniger kritisch und bereit grenzwertbedürftige Produkte und Dienstleisungen zu nutzen, ohne sich weitere Gedanken darüber zu machen. Viele haben in unserer hektischen, komplexen Zeit gar keine Zeit zum kritischen Nachdenken. Sehr praktisch für die Lobbyisten der Industrie. Wir werden eines Tages umfallen wie die Fliegen in einen Insektizidbad, wenn wir so weiter machen!
Aktuell werden in den Bereichen Mobilfunk und Ökolandbau die härtesten Grenzwertdiskussionen geführt. Es gibt mehr Handyvertäge als Einwohner in Deutschland, dementsprechend schwer ist der Stand der  Mobilfunkgegner. Auch über die Unkrautvernichtern tobt ein heftiger Krieg zwischen den konventionellen Landwirten und Agramittelhersteller einerseits und den Ökobauern andererseits. Aber der Verbraucher braucht (weil finanziell vielleicht nicht anders möglich) oder möchte gerne (weil er lieber einen größeren Fernseher hat, als teure Lebensmittel) günstige Lebensmittel.
Und der Bio-Landwirt hat es schwer. Er hat Schwierigkeiten seine Biofelder frei von Spritzmitteln zu halten, weil der Wind alles von seinen konventionellen Nachbarn zu ihnen rüberträgt. Dazu kommt: Während im konventionellen Landbau die Grenzwerte nach oben klettern und der Normal-Bauer munter höhere Dosen gegen ein paar immer resistentere Unkräuter ausbringen darf, fordern die Verbraucher und Gesetzgeber für ökolandwirtschaftliche Produkte immer niedrigere Rückstandswerte. Der Ökolandbau wird regelrecht weggespritzt, denn er kann diese Auflagen nur mit enormen Aufwand aufrecht halten. In naher Zukunft wird es ihm nicht mehr gelingen die Auflagen zu erfüllen und der Öko-Landbau fällt den Sptizmitteln zum Opfer, weil es immer weniger Bio-Bauner gibt, mit einer immer kleineren Lobby, weil ökologische Erzeugnisse durch den Mehraufwand immer teurer für den Öko-Landwirt und irgendwann auch für den Verbraucher werden. Solange im konventionellen Bereich sich nichts zum Besseren ändert, werden aus Herbizen wortwörtlich Biozide, die dafür sorgen, dass der Bioanbau mit samt seiner Unkräutern totgespritzt wird. Ja, Glyphosat ist ein stiller Killer.

Kleiner Geschichtsexkurs: Was Bleirohre mit Mobilfunk zu tun haben

Bis Bleirohre für Trinkwasser verboten wurden, dauerte es von ersten Skeptiker bis zum gesetzlichen Implementierung 2000 Jahre.
Bis Bleirohre für Trinkwasser verboten wurden, dauerte es von ersten Skeptiker
bis zum gesetzlichen Implementierung 2000 Jahre.
Anders verhält es sich mit den Grenzwerten von Radioaktivität und Schadstoffen im Trinkwasser. Da gibt es jedes Mal ein gesellschaftliches Aufatmen, wenn die Grenzwerte gesenkt werden oder einen Aufschrei, werden diese angehoben – einfach weil die Erfahrung über viele Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte gezeigt hat, dass es besser ist, wenn z.B. Blei im Trinkwasser möglichst nicht enthalten ist. Da zeigt sich bereits: Wir werden tatächlich aus Schaden klug, leider recht langsam. Rund 2000 Jahre hat es gedauert, bis Bleirohre für Trinkwasserleitungen verboten wurden. Von den Römern bis in die 1970er (!) und das viele, viele, sehr viele Bleivergiftungen später. Und der Mobilfunk? Der kam erst so richtig in Schwung mit dem Errichten des D-Netzes im Jahr 1992. Immerhin 22 von 2000 Jahren haben wir schon mal hinter uns gebracht. Die ersten Hirntumore werden noch nicht eindeutig den zu hohen Grenzwerten für Mobilfunk zugeschrieben – noch nicht. Aber auch der damalige römische Architekt Marcus Vitruvius Pollio warnte die römische Gesellschaft schon vor dem Benutzen von Bleirohren und stieß auf taube Ohren.  Recht hatte er dennoch. Vielleicht hat ihn keiner gehört, weil die Verantwortlichen unter Bleivergiftungen litten? Vielleicht hört keiner auf die Mobilfunkkritiker, weil jeder sein Handys ans Ohr drückt? Außerdem: Es ist doch alles gut! Es gibt doch Grenzwerte, oder etwa nicht?

Die Definition des Grenzwertes

Was genau bedeutet denn nun das Wort “Grenzwert”? Als ich das zum ersten Mal auf einen Vortrag vom Wolfgang Meas, Baubiologe und Autor des Buchs "Stress durch Strom und Strahlung"* gehört hatte, fiel es mir wie Schuppen von den Augen und ich hatte einen dicken Kloß im Hals, denn da geht es nämlich NICHT um meine Gesundheit:

Ein Grenzwert ist der wirtschaftlich vertretbare Verlust an Lebenszeit.

Erst mal sacken lassen! Es geht also nur um eines: Geld!  Das was geschützt wird, ist Deine Leistungsfähigkeit, Deine wirtschaftliche Produktivität. Deswegen fallen aus der ganzen Grenzwertdiskussion ältere Mitbürger (Rentner), Kranke und Ungeborene heraus. Diese sind nicht (mehr) “wirtschaftlich vertretbar” und spielen deswegen bei den Grenzwerten keine Rolle.

Als Grundlage für geltende Grenzwerte wird ein 30-Jähriger, gesunder Mann gemittelt. An seinem kleinen Sohn sind die Grenzwerte nicht orientiert.
Als Grundlage für geltende Grenzwerte wird ein 30-Jähriger, gesunder
Mann gemittelt. An seinem kleinen Sohn sind die Grenzwerte nicht orientiert.

Grenzwerte sollten Vorsorgewerte sein

Grenzwerte sollten Vorsorgewerte sein. Dafür setzten sich jedenfall viele Baubiologen ein. Etwas utopisch anmutend werden in der Baubiologie langfristig tatsächlich die Null-Grenzwerte angestrebt, bzw. das, was natürlichen Ursprungs ohnehin vorhanden ist – mehr sollte es an Schadstoffen, Strahlung und sonstigen Störeinflüssen nicht sein. Allerdings ist es in unserer Gesellschaft eigentlich nicht mehr möglich, frei von irgendwelchen schädlichen Einflüssen zu leben. Deswegen sollten sich Grenzwerte, wenn sie denn schon sein müssen,  an der Lebenszeit des schwächsten Mitglied der Gesellschaft, einem Ungeborenen, orientieren. Für mich müsste sich deswegen ein Grenzwert so definieren:

Ein Grenzwert müsste der wissenschaftlich erwiesene Wert einer Dosis sein, der einem Embryo/Fötus in keinster Weise schadet und der das Wechselspiel vielfältiger Umwelteinflüsse berücksichtigt.

Der  “Nicht-Verlust” von Lebenszeit sollte einen Grenzwert definieren. Ein gewisses Maß an schädigenden Einflüssen kann der Körper ja durchaus tolerieren – die Embryonenforschung zeigt ja, wie hoch die Dosis bestimmter Stoffe und Strahungen sein darf, bis der Embryo schaden nimmt. Schwierig wird der zweiten Teil, das Wechselspiel der Umwelteinflüsse. Denn leider ist es ja so, dass wir nicht nur, z.B. von Mobilfunkstrahlung bestrahlt werden – ob wir nun wollen oder nicht – sondern wir werden zusätzlich bombardiert mit Industrie- und Verkehrsabgase, Schadstoffe von Baustoffen, krankmachenden Mikroorganismen, Giftstoffen in Kleidungen und Kosmetika, Zusatzstoffen, Medikamenten und natürlich dem überall fröhlich ausgesprühten Herbiziden wie Glyphosat und anderer Bioziden in der Nahrung. Wir essen meist ohnehin Nahrung die keine mehr ist, in unseren Kellern lauert Radon, im Kinderzimmer regieren die Weichmacher und auf dem Spielplatz knallt die krebserregenden Strahlung der Sonne hernieder, während das Immunsystem gegen Toxoplasmose-Erreger aus dem Katzenkot kämpft, den die Tiere überall in den Sandkästen dieser Welt versteckt haben oder unser Körper wird von neuen Fiebererregern aus Mückenstichen gepeinigt, die dank Klimaerwärmung bis in den hohen Norden vorgestoßen sind. Was vergessen? Einfach gedanklich zufügen, die Liste ist sehr lang! Und dann kommt der gesellschaftliche Stress ja noch obendrauf. Wie viel verträgt also so ein kleiner Embryo an Schadstoffen und Strahung,  der noch nichts weiß vom Schulstress, Leistungsdruck, Existenzängsten und Jobmobbing? Das ist die Gesellschaft und Umwelt die wir uns selbst geschaffen haben. Ein Irrenhaus.

Grenzwerte orientieren sich am Lebenszeitverlust eines 30-Jährigen

Man könnte die ganze Grenzwert-Diskussion noch weiter treiben: Warum wird eigentlich so viel um das Anheben des Rentenalters diskutiert? Wegen der Grenzwerte? Mitunter auch. Diese müssten angepasst werden, weil die älteren Generationen auf Belastungen schneller mit Lebenszeitverlust reagieren. Statistisch wird die Spanne an "wirtschaftlich relevanter Lebenszeit" mit erweitertem Rentenalter zwar gestreckt, aber plötzlich zählt nicht mehr der für die Grenzwerte herangezogene, gemittelte 30-jährige Mann, sondern der Duchschnitt fällt auf einen 35-Jährigen. Und der reagiert schon wieder anders auf Belastungen, da er in diesem Alter, biologisch betratet, schon abbaut.
Denkt des nächste Mal an diesen “wirtschaftlich vertretbaren Verlust eurer Lebenszeit”, wenn z.B. der SARs-Wert für den Mobilfunk wieder angehoben wird (schon mal mitbekommen? Wahrscheinlich nicht. Das wird still und heimlich nach oben korrigiert, kaum eine Zeitung berichtet -kritisch- darüber, was beim Durchblättern der Anzeigen mit doppelseiten Werbungen für Mobilfunkbetreiber auch nicht verwundert), wenn die Grenzwerte für Trinkwasserverunreinigungen nach oben korrigiert werden, weil die Landwirte wieder mehr Gift ausbringen dürfen, wenn nach Reaktor-Katastrophe die Bevölkerung mit erhöhten Strahlungsbelastungswerten beschwichtig wird oder wenn das europäische Parlament für weitere 10 Jahre Glyphosat-Verwendung im Landbau stimmt und die Warnungen der WHO geflissentlich ignoriert - ist doch noch im Rahnen des "wirtschaftlich vertretbaren Verlusts an Lebenszeit". Wirtschaftlich betrachtet sind wir “human resources”, “human capital” oder, weil es irgendwie nach mehr klingt,  “Manpower” – geboren um in einer Leistungsgesellschaft zu leisten. Sind wir nicht mehr produktiv oder “wirtschaftlich vertretbar” werden wir ersetzt.

Was kann also jeder einzelne tun?

Undenken! Kauft weniger, esst mehr aus der Natur und das was ihr an Lebensmitteln kaufen müsst, kauft es als 100% Bio-Produkt aus ökologischer Landwirtschaft direkt aus eurer Region! Stärkt und unterstützt kleinere und größere Öko-Bauern, die mit nachhaltiger ökologischer Landwirschaft so viel für uns alle beitragen!  Besucht sie an Markttagen, bei Hoffesten und macht ihnen Mut! Das kaufen von bio-saisonal-regionalen Lebensmitteln mag zwar etwas mehr kosten, aber deswegen propagandiere ich ja stetig den deutlich heruntergeschraubten Konsum in allen Bereichen, denn dann bleibt auch mehr Geld für die wirklich essentiellen Dinge übrig: Unsere Lebensmittel! Das womit wir unseren Körper jeden Tag füttern, damit er läuft! Das neuste Handy wird uns nicht vor Nervenschäden durch Unkrautvernichter schützen, der LED-Fernseher mit dem supergroßen Bildschirm hilft nicht gegen Krebs und das 20ste Paar Schuhe rettet unsere Böden nicht, auf denen unsere Kinder noch ihr Gemüse anbauen werden müssen. Regionale Bio-Produkte nachhaltig ohne Unkrautvernichtern angebaut - dafür möchte ich heute eine Lanze brechen, damit die Biobauen nicht in den Herbizitwolken eingehen. Der Verbraucher hat mit seinen Konsumverhalten die Macht! Wir haben die Macht - gemeinsam. Ich freue mich über Kommentare.

Montag, 27. Juli 2015

Von Pollenschlachten und falschen Kolibris - der Zauber der Nachtkerzenblüte

Zwei Monate im Bann der Nachtkerzen

Zwischen all der Brennnesselsamenernte ist die Blütezeit meiner Nachtkerzen zu Ende gegangen. Schade. Die letzte Blüte hat heute Morgen ihren Kopf hängen gelassen. Fast 2 Monate hatten sie mir fast jeden Abend volles Unterhaltungsprogramm geboten - werbefrei. Im Zuge der Nahrungsergänzung mit Linolsäure durch Brennnesselsamen (wie bei den Liebeskeksen aus dem letzten Artikel zu lesen), kam mir natürlich auch schon längst der Gedanke einfach direkt Nachtkerzensamen, der ja schon die Gamma-Linolensäure direkt enthält, in unser tägliches Essen einzuführen.  Nur: Ein Tütchen Nachtkerzensamen ist schwer zu finden, die  Samen aus der Gärtnerei sind oft mit Insektiziden behandelt (damit die Käfer sie nicht annagen) und wäre so ein Samentütchen bedenkenlos essbar, es wäre doch rasch aufgegessen. Zudem würde ich Samen aus dem Baumarkt sowieso nie direkt aufs Brot streuen. Also blieb nur eins: Eigenanbau.

Blühende Nachtkerze

Vor 4 Jahren hatte ich eine einzige Nachtkerzenpflanze von meiner Nachbarin geschenkt bekommen, vor 2 Jahren säte ich daraus gewonnen Samen in den Hinterhof unseres Hauses: Mein Testfeld. Dieses Jahr war es eine Augenweide! Nachtkerzen sind 2-jährig. Im ersten Jahr erscheinen die unauffälligen bodennahen Blattrosetten, im zweiten Jahr schießen sie in die Höhe und blühen. So saß ich die letzten Wochen abends zwischen 20 und 22 Uhr vor dem Nachtkerzenfeld und beobachtet das Schauspiel, dass sich an jeden schönen Abend bot. Punkt 20 Uhr kam immer eine einsame Biene angeflogen. Die Vorhut. Sie flog von Pflanze zu Pflanze, um das erste Insekt zu sein, das in die aufblühenden Nachtkerzen klettern konnte und dort den einzigen Nachtkerzenblütennektartropfen ergatterte. Jede Nachtkerzenblüte bietet nur einmal Nektar und blüht nur in einer einzigen Nacht. Wer zuerst kommt, schleckt zuerst. Sobald die erste Blüte offen war, summten ganzen Bienenschwärme heran. Der ganze Hinterhof brummte. Absolutes Highlight war der Besuch eines Schwärmers (siehe letztes Bild), der einem Kolibri gleich, kurz vor 22 Uhr einige Abende pünktlich heransummt und immer die letzten der aufblühenden Nachtkerzen besuchte: "Mama! Schau! Der Kolibri ist wieder da!" Ja, die Natur ist wundersam. Wenn man so einen Schwärmer sieht kann man verstehen, warum es Geschichten von Feen gibt.
Wohlgemerkt: Dieses Naturschauspiel fand im Stadtinneren  auf einem 3 x 3 Quadratmeter großen Stück Innenhof statt. Mehr braucht es nicht, um hundere von Insekten einen Sommer lang glücklich zu machen. Ich kann nur jedem raten - auch wenn ihr in der  Stadt wohnt - möglichst viel Fläche der Natur wieder zugänglich zu machen. Heute mal kein Kochrezept, sondern ein paar schöne Impressionen.

Nachtkerzenfeld in der Stadt
Urbanes Nachtkerzen-Festfeld: 3 Quadratmeter im Bann der Nachtkerzen.
Um 20 Uhr waren die Blüten noch geschlossen...
Blühendes Nachtkerzenfeld
...doch binnen Minuten platzen die Nachtkerzenblüten auf und ihr leuchtendes Gelb
sticht regelrecht in der Dämmerung hervor. Eben wie eine Kerze in der Nacht.

sich öffnende Nachtkerzenblüte
Gleich ist es soweit: Das Schauspiel beginnt und die Nachtkerzen erblühen binnen weniger Minuten.
Bienenbesuch
Und kaum passt eine Biene in die sich öffnende Blüte, quetscht sie sich auch schon hinein: Nektar
gibt es nur für den ersten Blütenbesucher.

Pollen am Schnürchen
Die Viszeralfäden der Nachtkerze lassen den Pollen wie am Schnürchen zusammenkleben.

Käfer auf Nachtkerzenblatt
Manch einen Nachtkerzenbewohner interessiert eher das Blattgrün, nicht die Blüten.

lauernde Spinne unter einer Nachtkerze
Andere Nachtkerzenbewohner interessieren eher die Besucher, nicht die Blüten :)

Ein Häufchen voll Nachtkerzen-Blütenpollen
Was aussieht wie gelbe Krümmelkacke ist ein Pollenhäufchen. Die mit den klebrigen Viszeralfäden
zusammenklebenden Pollen werden von den Blütenbesucher überall an den Nachtkerzen abgestreift,
weil die Insekten sonst zu schwer zum Fliegen werden. Was für eine Pollenschlacht!

Noch eine lauernde Spinne unter einem Nachtkerzenblatt
An Pollen hat diese Spinne kein Interessen.

Larve auf einem Nachtkerzenblatt
Gut das diese Larve keine Ahnung davon hat, dass unter dem Blatt die Spinne auf sie lauert.

Lebensraum Nachtkerze
Pollenhäufchen auf und unter dem Blatt, ein Käfer der munter den Nachtkerze hinaufklettert.
Eine Nachtkerze für sich ist schon fast ein ganzes Biotop.

Pollen der Nachtkerze
Manche Nachtkerzen sind so voller Pollen, dass dieser wie Spucketropfen aus den Blüten herausbaumelt...

Eingesponnener Nachtkerzenpollen
...und manchmal fällt der Pollen direkt in ein Spinnennetz und wird fein säuberlich eingesponnen.

Pollenschlacht
Wie gesagt: Wenn Nachtkerzen blühen gibt es eine Pollenschlacht. Pollen. Überall Pollen.

Aufbrechende Nachtkerzenblüten
Wenn ich Biene wäre, könnte ich bei dem Anblick aber auch kaum widerstehen.

Mühsal der Biene
Diese Biene ist durch den Pollen so schwer und verklebt gewesen, dass sie sich mühsam aufs nächste
Blatt retten und sich erst einmal ordentlich abputzen musste. Die Biene hat ihre Beine an der Blattkante der
Nachtkerze abgestreift (Pollenhaufen im Vordergrund), wäre beinahe abgestürzt und klettert nun mühsam
wieder aufs Blatt, um nach einer Verschnaufpause gleich zur nächsten Blüte zu fliegen.

Bestäubung der Nachtkerze
Auch kleine Bienenarten und Käfer können bei Nachtkerzen nicht widerstehen.

Bienenbestäubung der Nachtkerze
Da fliegt die Biene schon wieder: Schnell zur nächsten, gerade aufblühenden Nachtkerze.
Vielleicht war ja noch keiner vor ihr da.

Futterneid unter Bienenarten
Doch hin und wieder war jemand schneller, oft sind es kleinere Insekten.
Hier hat die Honigbiene die kleinere Bienenart (ich weiß leider nicht welche)
regelrecht aus der Blüte geekelt: Futterneid im Bienenreich. Auch das konnte man beobachten.

Grashüpfer auf Nachtkerzen-Blütenbesuch
Die Grashüpfer stört das nicht, wenn der Nektar weg ist. Er frisst auch Pollen.

Taubenschwänzchen oder Nachtkerzenschwärmer
Auch wenn es mir aufgrund der fortschreitenden Dunkelheit nicht gelang, diesen Schwärmer scharf
aufs Foto zu bannen: Dies ist mein absolutes Lieblingsfoto. Nein, es ist kein Kolibri! Es ist ein Nachtkerzenschwärmer oder ein Taubenschwänzchen. Unterscheiden kann man sie nur an den Flügeln. Leider ist mir das bei den flinken Tieren nicht so ohne weiteres gelungen. Die Schwärmer sind in Deutschland nicht nur wegen der Insektizide selten geworden, sondern auch, weil ihre Lebensräume zunehmend gedüngt oder zerstört werden. Das Taubenschwänzchen gehört zu den noch recht häufig anzutreffenden Schwärmern und wird, da er wie ein Kolibri aussieht, auch Kolibrischwärmer genannt. Viele Schwärmer stehen unter Schutz. Um so wichtiger sind schmetterlingstaugliche Nektarpflanzen wie die Nachtkerze für diese Tiere. Mit ihren langen Saugrüsseln kommen sie viel tiefer in die Blüten als andere Insekten und finden so noch genug Nahrung, auch wenn die fleißigen Bienen schon zuerst da waren.

Donnerstag, 9. Juli 2015

"Mama, hast du etwa den Blumenstrauß gegessen?"

Die Malve ist im Kochtopf

Aufgegessener Malvenstrauß
Das war mal ein Malvenblüten-Blumenstrauß

"Mama, hast du etwa schon wieder die Blumen für Oma gegessen?"
"Öhm....Ach, die waren nicht fürs Mittagessen gedacht?". :)
Rezepte kommt morgen.
Wünsche allen Bloglesern einen schönen Abend :).

Samstag, 4. Juli 2015

Eistee aus Zitronenmelisse - ohne Schwarztee und zuckerfrei

Ein Kraut gegen den großen Durst

Deutschland ist ein Dörrgerät: Bei 40 Grad schwitzen man ja schon fast schneller, als man trinken kann. Sogar die unverwüstliche Brennnessel lässt den Kopf hängen. Einzig meine Zitronenmelisse erfreut sich bester Gesundheit und blüht für die Bienen um die Wette. Zitronenmelisse als Unkraut zu titulieren würde ihr Unrecht tun, nur bei uns wächst sie wie solches. Während wir uns als "Vernichter der Melisse" betätigen und Eistee daraus machen,  sorgen zwei andere Unkrautvernichter dafür, dass um die Melisse herum das Unkraut vernicht wird - ganz biologisch. Nein, keine ehemaligen Kräuterwanderteilnehmer. Quecke schmeckt nicht ;). Auflösung am Ende dieses Beitrags. Erst einmal eines der einfachsten Eistee-Rezepte die ich kenne - ganz ohne Kalorien, ohne Zucker, ohne aufputschenden Schwarztee. Da kann ich mich drin baden und würde auch noch gut riechen :)
Eistee aus Zitronenmelisse
Erfrischendes für heiße Tage und das aus im Grunde genommen nur 2 Zutaten: Wasser
und Zitronenmelisse. Alles andere ist optional.

Zutaten für  1,5 Liter Eistee

Kalter Zitronenmelissentee mit stillem Wasser
Ohne Kohlensäure...
  • 10 Zweige Zitronenmelisse (die dürfen auch blühen)
  • 1 l Wasser
  • 500 ml Mineralwasser mit Kohlensäure oder gleiche Menge ohne Kohlensäure
  • Optional: Saft einer  1/2 Zitrone
  • Eiswürfel (aus Wasser, Zitronenmelissentee, Schwarztee...siehe Tipp unten)

Wässiger Auszug oder Tee?


In der Naturmedizin würde es nun heißen: Bereite einen wässrigen Auszug aus Melissa officinalis zu. Neudeutsch heißt das: Koche aus Zitronenmelisse und dem Liter Wasser einen Tee. Ziehzeit mind. 10 min.
Zitronenmelissentee mit sprudelndem Wasser
    ...oder doch lieber mit? Geschmackssache.  
Ich lass die Stängel drin bis der Tee abgekühlt ist, denn der Tee muss nun abkühlen :). Wenn er Zimmertemperatur erreicht hat, kommt er in den Kühlschrank (nicht im
Kühlschrank abkühlen lassen! Das ist der Energiefresser schlechthin und dem Kühlschrank tut es auch nicht gut, und der soll ja ein langes Leben halten...wegen der ganzen Rohstoffe die da drin stecken).
Ist der Tee kalt, Stängel entfernen, mit Mineralwasser ergänzen und mit Eiswürfeln servieren.

Ein Schmankerl aus der zuckrigen Kinderwelt

Mama serviert ihren Kinder Zitronenmelissen-Eistee. Kommentarlos. Beide schlüften gierig die Gläser leer. "Mehr!" Mama füllt nach. Die Kleinen sollen ja viel trinken. "Mehr!" Mama schenkt nach. Der Krug ist leer. "Kochst du noch welchen?" Mama kocht Neuen und grinst: Die haben gar nicht gemerkt, dass der Eistee völlig ohne Zucker zubereitet wurde :).
Natürlich könnt ihr auch einen Löffel Zucker zufügen - doch versucht es erst mal ohne. Ist sowieso viel gesünder.

Tipps für Eistee-Variationen

  • Schwarztee wie gewohnt kochen, abkühlen lassen und in Eiswürfelformen einfrieren und diese in den Eistee geben. Bei der Hitze schmelzen Eiswürfel so schnell, dass solche Eistees zu schnell wässig schmecken. Natürlich lässt sich auch  einfach Zitronenmelisseneistee in Eiswürfeln frieren. Besonders nett wird es, wenn man in den Eiswürfeln ein paar Blättchen oder Blüten Zitronenmelisse einfrieren lässt. Doch wie gesagt, bei der Hitze schmilzen die so schnell, das verstopft nachher alles den Strohhalm.
  • Wer es sprudelig mag verdünnt den Tee mit Mineralwasser. Wer es lieber still möchte, verdünnt den Tee einfach mit stillem Wasser. Letzteres kann kannauch schon ins warme Teewasser geben, dann ist er schneller abgekühlt.
  • Wer es doch süßer mag, fügt Zucker hinzu. Alternativ kann man auch  zahnfreundlich mit Xylit süßen. Xylit wird aus dem dem Holz der Birke gewonnen. Xylit und Xylitol ist übrigens das selbe. Es sind beides volkstümliche Bezeichnungen für das Zuckeralkohol Pentanpentol - richtig, einen Zuckergerüst  mit 5 C-Atomen an dem 5 -OH-Gruppen hängen. Es trägt die E-Nummer 967. Mit Xylit wird der Eistee jedenfalls ganztägig trinkbar...ohne zuckerhaltige Limo-Reue.
  • Wer es zitroniger möchte fügt noch Zitronensaft hinzu. Die Melisse ist für meine Begriffe ausreichend, Vitamin C aus der Zitrone schadet aber nicht. In dem Fall würde ich aber keinen Zucker zufügen oder eben durch Xylit ersetzten, weil Säure und Zucker an den Zähnen für Tringenüsse zwischendurch eben ungeeignet sind. Gruß an alle Zahnärzte die sich in diesen Blog verirren: Eure Reden tragen Füchte! :)
  •  

Und wer sind die Unkrautvernichter unter der Zitronenmelisse?

Unsere beiden Meerscheinchen halten die Zone um die Melisse "unkrautfrei". Die indische Scheinerdbeere (Potentilla indica) fressen sie nicht. Essbar ist sie zwar in kleinen Mengen aber sie schmeckt wirklich fade. Die Meeris tolerieren sie. Da die Scheinerdbeere als Bodendecker fungiert, ist das ganz nett so. Die Nachtkerzen fressen sie auch nicht, aber das macht nichts. Das ist so was wie mein diesjähriger "Naturschatz". Aber alles andere fressen sie kurz und klein - inklusive der hartnäckigen Quecke.
    Der Meerschweinchen-Dschungel unter der Zitronenmelisse
    Zitronenmelisse, Nachtkerze, indische Scheinerdbeere und zwei Meerschweinchen.

    Meerschweinchen im Sommerquartier
    Schnucki (das Weiße) und ihr Rosencavalier Stubsi (der Braune)
    - das dymanische Rasenmäher-Duo.

    Meerschweinchen als Rasenmäher
    Schätzungsweise 4 Quadratmeter mit einer gewaltige duftenden Zitronenmelisse
    als "Palmenersatz" bewohnen die beiden. Im Sommerquartier lässt es sich leben.
    Meerschweinchen döst
    Und während der Herr unter der duftenden Zitronenmelisse döst.....

    Meerschweinchen putzt sich.
    ...macht sich die Dame schön, damit ihr Rosencavalier was zu gurren hat, wenn er erwacht.
Ein von Meerschweinchen gepfleger Zitronenmelissen-Eistee.
Meerschweinchen gepflegter Zitronenmelissen-Eistee :)



Donnerstag, 11. Juni 2015

Muggefug Teil 2 - Wie aus Löwenzahnwurzel ein schmeckender Kaffeeersatz wird

Jetzt schmeckt´s! Endlich. Wer das Desaster mit dem Muggefug aus Löwenzahnwurzeln vom letzten Jahr gelesen hat, der wird wissen, warum mir ein Stein der Erleichterung von meinen unkrautbewachsenen Herzen fällt: ein gelungener Versuch Kaffeeersatz aus Löwenzahlwurzeln herzustellen! Ich versprach Euch damals noch einen weiteren Versuch zu starten und die letzten Tage habe ich mich darangemacht. Was lief dieses Mal anders?  Fast alles!
Muggefug reloaded - der zweite Versuch mit Löwenzahnwurzeln einen Kaffeeersatz herzustellen.

 

Wie macht man nun Muggefug der schmeckt?

Die Löwenzahnwurzeln im Juni sind dünner als im September.
Benötigt werden einige kleinere Löwenzahnwurzeln. Diese wurden mit der Gemüsebürste gründlich gereinigt, dann so klein geschnitten wie möglich. Die Löwenzahnwurzel sollte nun recht rasch (länger als 2 Tage darf das nicht dauern wegen Fäulnisgefahr) zu an der Sonne getrocknet werden, bis die Fitzelchen knochenhart und vollständig trocken sind.

Nun werden sie geröstet. Dafür werden sie in der Pfanne geschwenkt, bis sie anfangen zu duften (oder riechen, wie man es nimmt).  Bei einer Handvoll Wurzelstücke dauert das ca. 3-5 Minuten. Den so gerösteten Löwenzahn auskühlen lassen und in einer Kaffeemühle vermahlen.
Die Löwenzahnwurzeln müssen sehr klein geschnitten werden,
damit sie schnell und gut durchtrocknen.
Nun das Pulver in den Kaffeefilter geben. Pro Tasse einen bis zwei Löffel. Dann die
Kaffeemaschine starten. Nach einigen Augenblicken den Brau-Vorgang einige Minuten unterbrechen, damit das Pulver quellen kann. Dann weiter laufen lassen. Zur Kaffeemaschine: ich habe so eine ganz einfache, wie sie früher in fast jedem Haushalt standen, bevor die Vollautomaten auch in den Privathaushalt eingezogen sind, also  keiner dieser Kaffeebraumaschinen mit ihren  200 Kaffeewissenschaftsknöpfchen. So was überfordert mich ;-).
Der Anblick des ersten Durchlaufs war mir zu "dünn". Also kippte ich die ganze Soße noch mal in den Wasserbehälter zum zweiten Durchlauf. Danach war die Farbe besser. Dann ist er fertig.
Nach dem Trocknen werden die Stückchen in einer
beschichteten Pfanne fettfrei geröstet...




Löwenzahnwurzel-Ersatzkaffee - richtig zubereitet schmeckt er sogar

Andächtig und ein wenig furchtsam saß ich vor meinen Tässchen Muggefug. Ich weiß noch zu gut, wie der beim ersten Mal geschmeckt hatte: Erinnerte mich nach Widergekäutem von der Kuh. Dementsprechend hoch war meine Hemmschwelle den ersten Schluck zu trinken.

...und dann fein gemahlen. Kaffeepulver sieht anders aus.
Je länger ich so vor meinem Muggefug saß und mir Mut zusprach, desto dunkler wurde mein Kaffeeersatzgebräu! Nach 5 Minuten hat er
die Farbe eines Schwarztees, der viel zu lange gezogen hatte. Ich hätte mir die zweite Braurunde also sparen können. Löwenzahn-Muggefug oxidiert nach! Was man so alles beim Kaffeekochen lernt. Für mich war das ein Zeichen (ja ich weiß, das klingt biblisch und irgendwie schräg). Aber es war, als wolle der Muggefug sagen: "Kannst mich trinken! Ich sehe nicht nur aus wie Kaffee...." Schon gut. Na gut. Schluck. Und siehe da! Pur schmeckt er zwar deutlich bitter, aber die Röstaromen kamen gut durch. Da war nichts mehr von verdautem Wiesenbewuchs. Nach Kaffee? Nein, nach Kaffee schmeckt der auch nicht. Es ist eben Löwenzahn.
Einen Löffel Zucker und ein Schuss Milch fügte ich hinzu und - KARAMBA! Das ist was, das könnte ich glatt täglich trinken, wenn die Herstellung nicht so extrem aufwändig wäre. Aber wonach schmeckt das? Das brachte dann meine Familie auf den Punkt, die ich probieren ließ, ohne dass ich sagte, was es ist (manchmal ist es besser sie wissen nicht, was ich ihnen da so vorsetzte): "Mama, das schmeckt ja genau wie so ein Soja-Haselnuss-Getränk."  *_* JAAAA! Und koffeinfrei und somit kindertauglich ist auch noch :-).
Mit Milch und einen Teelöffel Zucker schmeckt der Muggefug sogar den Kindern.

Und genau so ist. Dieses Mal hat mich der Muggefug aus Löwenzahn überzeugt. Happy end! Allerdings ist die Herstellung nicht wirklich weniger aufwändig geworden, ABER: Wer ohnehin seinen Löwenzahn ausbuddelt und experimentierfreudig ist, der kann sich gerne mal in dieses "Abenteuer" stürzen. Ich freue mich dann auf ein Kommentar mit Euren Erfahrungen.

Die Knackpunkte bei der Herstellung von Muggefug aus Löwenzahnwurzeln

Dieses Mal...
  • ...verwendete ich dünnere Wurzel, im Juni geerntet
  • ...schnitt ich die Wurzeln noch viel kleiner, eben  so klein wie möglich
  • ...ließ ich die Wurzeln  VOR dem Rösten wirklich vollständig trocknen; das muss relativ schnell gehen (max. 2 Tage)
  • ....zermahlte ich die gerösteten Wurzelstücke in einer elektrischen Handkaffeemühle zu noch feinem Pulver
  • ....ließ ich  das Pulver beim Durchlaufen in der Kaffeemaschine einige Minuten ziehen (die Kaffeemaschine einfach mittendrin ausschalten)
Auf eine vollständige Trocknung und die richtige Röstung kommt es an, genauso sollte man das Pulver möglichst fein mahlen und quellen lassen. Dann steht dem unbeschwerten Genuss von Muggefug mit Soja-Haselnuss-Aroma nichts mehr im Weg.


Dieses Jahr behalte ich den Löwenzahnwurzelersatzkaffee, alias Muggefug in guter Erinnerung.

Mittwoch, 27. Mai 2015

Welche Technik steht im Unkrautgourmet-"Büro"?

Im Rahmen der Blogparade von Selbstständig im Netz und der Frage "Welche Technik steht in deinem Büro?", möchte ich die Gelegenheit beim Schopfe packen und Euch einen Einblick hinter die Kulissen dieses Blogs geben. Ich hab mich kaum getraut mitzumachen, da ich ja nun doch eher dilettantisch und aus Spaß an der Freude blogge. Ab und an fragen mich aber auch die Leute, was man eigentlich alles braucht, um zu bloggen? Im Grunde nicht viel: Ein Laptop mit Freeware und eine digitaler Fotoapparat - eine recht überschaubare Technik. Ich bin genügsam - wie Unkraut eben. Damit der Artikel aber hier nicht schon zu Ende ist, gucken wir ein wenig genauer hin.

Mein Laptop hat schon viele Reisen unternommen, steht mehr im Freien, als im Zimmer und ist in Laptop-Jahren schon ein Geis. Aber es steckt voller kostbarer Rohstoffe und wird erst entsorgt, wenn es nicht mehr anders geht. Der Umwelt zuliebe. Auch der Fotoapparat hat einiges mitgemacht. Das Handy macht grade das Foto, deswegen ist es hier nicht auf dem Bild. Immer dabei: das Taschenmesser.

Vorarbeit auf Wiese und Küche und immer Fotos, Fotos, Fotos

Immer dabei auf den Touren durchs Grün ist neben dem Schweizer Taschenmesser meine Fujifilm FinePix S 5700. Klein und kompakt. Höherwertig muss die nicht sein, immerhin rutsche ich häufiger durchs Gebüsch, renne durch Regen, brate in der Hitze, klettere auf Bäume oder laufe jenseits der Weg durch Morast, anschließend hantiere ich mit teigigen, öligen Fingern in der Küche. Alles was zu groß, zu schwer oder zu teuer ist, würde mich nur unnötig behindern. Gelegentlich ist auch nur mein Notfallhandy HTC Incredible S dabei und schießt die Bilder. Bei einer Bildschirmauflösung von unter 100 Pixel am Bildschirm ist das eine völlig ausreichende Qualität. Nach dem Kochen kommt die Stunde der Wahrheit: Essen mit den Kindern. Schmeckt´s?

Ran an die Tasten - die Technik im "Büro" und Blogger

Geschmackstest bestanden? Dann gehts ans Bloggen. Herzstück auf dem Schreibtisch ist mein "Acer Travel Mate 8572TG" mit i5 Prozessor und Windows 7. Seid dem Kauf ist nichts aufgerüstet worden.  Ich vermisse nichts.
Fotos bearbeite ich mit paint.net. Das kostet nichts und lädt schneller als Photoshop oder Gimp, die mir auch zu "voluminös" sind.

Drucker? Scanner? Kein "echter" PC? Reduktion heißt Umweltschutz

Wer mich kennt weiß, dass ich versuche, mehr und mehr nachhaltiger und klimaschutzorientierter zu werden. Dazu gehört Reduktion, auch im Büro - ich hab keins. Es ist so zuzusagen vollständig reduziert.
Ein PC verbraucht im Vergleich zu einem Laptop dauerhaft deutlich mehr Energie, während Laptops auf Energieeffizenz ausgelegt sind. Ist das Laptop an, läuft es bei mir im Economy-Modus.  Mein Acer hat seine zweite Reparatur hinter sich und ist 7 Jahre alt.  Ich hoffe auf viele weitere Jahre mit meinem Herzstück in dem so viele wertvolle Rohstoffe stecken. Die Datensicherung übernimmt meine externe mobile Festplatte, die nur an den Strom geht, wenn ich sie einstecke.
 Einen Scanner brauche ich nicht. Mein Fotoapparat macht so gut Bilder, da kann ich das, was ich scannen will, auch fotografieren. Und Drucken? Das habe ich mir abgewöhnt. Der PC/Laptop ist eigentlich als Gerät für das papierfreie Büro gedacht gewesen - aber heutzutage produziert er eine viel größere Papierflut, als zur Schreibmaschienen-Zeit. Ohne Drucker am Arbeitsplatz komme ich erst gar nicht in Versuchung unnötige Papierberge zu erzeugen.

Viel mehr als Ökostrom

Meinen Strom selbst beziehe ich von der Bürgerstiftung https://www.klimaschutzplus.org . Mein energiesparendes Laptop läuft also - wie der Rest meiner Wohnung - mit Sonnenstrom aus Bürgerkraftanlagen. Nachhaltig, ökologisch und sozialverantwortlich. Geht doch.

Kosten, Wünsche und Zukunftsmusik


Die Kosten halte ich auf diese Weise so klein wie möglich: Strom und Reparaturkosten für das Laptop, Batterieren für die Kamera und die Hostingkosten für meine Domain, die zukünftig mal alles "aus einer Hand" bieten soll: den Blog, einen richtigen Shop, einen Datenbank zu den Pflanzen würde ich gerne anlegen und das alles unter Unkrautgourmet.de in einem Design. Aktuell ist das alles hier etwas zusammengeschustert, aber ich glaube so fängt jeder mal an. Unkrautgourmet.de gibt es erst seid einem Jahr.
Mit Blogger habe ich das Bloggen angefangen. Es ist für Bloganfänger wirklich sehr einfach zu bedienen, überschaubar und selbst die Gadgets lassen sich recht einfach einfügen, wenn auch nicht immer einfach finden. Mit Wordpress habe ich mittlerweile auch Erfahrung, aber den Blog nun umzuziehen...da schreckt mich schon der Gedanke ab. Das braucht Nerven und Zeit oder externe Hilfe und Geld. Die ersten beiden verwende ich lieber für meine Kinder und externe Hilfe kostet zu viel Geld. Schade eigentlich. Aber so geht´s auch...irgendwie. Einen richtigen Shop würde ich mir noch wünschen. Aktuell experimentiere ich als Shop-Neuling noch mit der kostenlosen 5 Produkt-Palette von jimdo.com. Bin da aber noch nicht wirklich in der Materie angekommen.

Ein Hobby, das sich selber trägt

Bis ich auf  "Artikel veröffentlichen" klicke, sind meist 3 Stunden für einen normalen "Rezepte-Beitrag" vergangen. Ein schönes, zeitintensive Hobby, das mir aber den Wechsel zwischen Outdoor und Schreiberei bietet. Verdienen tue ich mit dem Blog selbst bisher grade so viel, dass ich das Hosting meiner Domain unkrautgourmet.de zahlen kann, die "Arbeitszeit" fürs Bloggen bleibt Freizeit und der Arbeitsplatz  liegt dank Laptop auch häufiger zwischen Gänseblümchen und Taubnesseln. Früher hab ich als Redakteurin viel in Büros gearbeitet und habe schon fast eine echte Aversion dagegen entwickelt. Am Ende seiner Lebenszeit wird wohl keiner denken: "Wäre ich doch länger im Büro geblieben!" Eben.