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Freitag, 8. August 2014

Kornelkirschenmarmelade mit Birne

August ist der Kornelkirschen-Monat. Da die Früchte nicht mit einem Mal reif werden, sondern nach und nach, lohnt es sich die nächsten Tage und Wochen immer mal wieder an den selben Büschen vorbeizulaufen und die reifen Früchte zu pfücken. Dabei muss man schon schnell sein, denn Amsel, Drossel, Fink und Star lieben die roten Beeren ebenso. Zu Hause angekommen sollte man erst mal ein Fruchtmus daraus herstellen oder die Beeren entsaften. Danach kann man sie zu allerlei Leckereien wie der süß-sauren Kornelkischensoße verarbeiten oder - ganz klassisch - zu Marmelade.

Marmelade mit Kornelkischen
Kann man nicht essen? Oh doch! Kornelkirschen sind z.B. zu Marmelade verarbeitet ausgesprochen lecker.

Zutaten für die Kornelkirschenmarmelade:

Zutaten für Kornelkirschenmarmelade
Kornelkirschenmus, Birnen, Zitrone,Gelierzucker und fertig
ist die Marlemade.
  • ca 700g Kornelkirschen
  • 2 süße Birnen
  • 250 g Gelierzucker (1:3), Achtung: Das ist nur eine 1/2 Päckchen!
  • Saft einer Zitrone

Zubereitung:

Die Kornelkirschen mit wenig Wasser einige Minuten weich dünsten und durch die Flotte Lotte drehen. Es sollten etwa 400-500 g Fruchtmus ergeben. Die Birnen schälen und sehr klein schneiden und mit dem Fruchtmus, dem Zitronensaft und Gelierzucker nach Packungsanleitung zu Marmelade kochen. Bei der Gelierprobe testen, ob man evtl. noch Zucker hinzufügen muss, da die Säure des Kornelkirschen von ihrem Reifegrad abhängig ist. Die heiße Marmelade in Gläser füllen und einige Minuten umgedreht zuziehen lassen.

Reife Kornelkirschen
Hier kann man ein paar Tage lang immer mal wieder zum Pflücken vorbeilaufen.
Kornelkirschen reifen nicht alle zeitgleich.

Sonstiges:

  • Wer sehr viele Kornelkirschen hat, kann die Menge im Rezept auch verdoppelt, um ein ganzen Päckchen Gelierzucker zu verarbeiten. 
  • Das ungesüße Fruchtmus lässt sich auch einfrieren und bei Bedarf weiterverarbeiten.
  • Ganz reife Kornelkirschen sind kaum noch sauer und erinnern vom Geschmeck her entfernt nach Gummibärchen. Allerdings zermatschen solche Früchte beim Pflücken sehr schnell, bzw fallen sie schon vom Busch, noch bevor man die Hand drunter hat. Rote, aber noch relativ harte Kornelfrüchte reifen nach dem Pflücken noch ein wenig nach. Es macht also nichts, wenn man gesammelte Füchte  1-2 Tage stehen lässt, um dann den selben Busch noch einmal aufzusuchen und noch eine Ladung Kornelkirschen pflückt, weil man vielleicht beim ersten Mal nicht genug zusammenbekommen hat.

Freitag, 18. Juli 2014

Kirsch- oder Blutpflaumenmarmelade

Manchmal hat man Glück,und die Kirschpflaumen oder Blutpflaumen stellen sich als schmackhaft heraus. Ist das der Fall, ist eines der einfachsten Rezepte Marmelade daraus zu kochen. Allerdings muss man ein wenig herumexperimentieren, denn die Wildpflaumen ziehen unterschiedlich stark Wasser und haben je nach Sorte einen anderen Säuregehalt, so dass unter Umständen weniger Fruchtmasse (bei zu hohem Wasseranteil in den Früchten) oder die Zugabe von etwas Zitronensaft (bei zu geringem Säuregehalt) erforderlich ist. Mein Kirschpflaumenbaum ist unkompliziert. Seine Früchte verlangen nur eines: Gelierzucker.

Ob Wildpflaume, Kirschpflaumen oder Blupflaumen - manchmal
hat man Glück und die Früchte sind so unkompliziert, dass sie
als Marmelade nur Gelierzucker benötigen.

Zutaten für Kirschplaumenmarmelade:

  • 1 kg Kirschpflaumen 
  • 1 kg Gelierzucker 1:1

Variationen:

  • statt Kirschpflaumen Blutpflaumen verwenden
  • 1 Stange Vanille mitkochen
  • 1 Stange Zimt mitkochen
  • Mit Mirabellen, "echten" Pflaumen oder richtigen Kirschen mixen
  • wer mag, kann einige Kornblumenblütenblätter als Deko in die Marmelade geben 

Eine wirklich tolle Farbe und ein extrem
guter Geschmack mit grade mal 2 Zutaten: die
Kirschplaumenmarmelade.
Zubereitung:

Die Kirschpflaumen im Topf erhitzen (Zugabe von Wasser ist meist nicht nötig) und weich kochen, durch die flotte Lotte oder ein feines Sieb streichen. Die Fruchtmasse mit dem Gelierzucker nach Packungsanleitung aufkochen und die Marmelade heiß in Gläser füllen. Dankbares Rezept, denkbar einfach und dankbare Kinder. Was will Frau mehr?

Sonstiges: 

  • Die Kirschpflaumenmarmelade ist bei uns zu Hause der Renner. Da meine Kinder die Marmelade gerne essen, koche ich sie etwas dicker ein, damit sie nicht vom Brot läuft und ich mir die Matscherei am Frühstückstisch erspare.
  • Aber gehört viel Glück dazu, den richtigen Baum zu finden, da Kirsch- und Blutpflaumen sehr
    verschieden im Geschmack sein können. Manche Bäume taugen einfach gar nicht für Marmelade, da die Früchte mehlig sind und fade schmecken - aber nicht giftig sind, wie immer angenommen wird. Einzig der Kern kann Blausäure enthalten, aber der wird ja nicht mitgegessen.

Samstag, 5. Juli 2014

Labkrautgelee - oder englische Bitterorangenmarmelade trifft deutsche Blumenwiese

Es ist schon verrückt. Viele Menschen kennen Moringa und Goji oder doch wenigstens Pfeffer und Zimt. Aber beim heimischen Labkraut zucken die meisten unwissend mit den Schultern. Dabei wächste Labkraut fast überall auf der Wiese während Goji ein Neophyt aus China ist. Sogar Kokosnüsse und Paranüsse sind uns nicht fremd und wir essen sie wie selbstversändlich, obwohl sie viele Flugkilometer oder Frachtschiffstunden hinter sich haben, was ökologisch völlig unsinnig ist. Aber Labkraut? Wer weiß schon, wie das aussieht? Viel spannender wird die Frage: Wer weiß schon, wie das schmeckt?

Die gelbe Variante des Wiesenlabkrauts. Früher nutzte man die in ihm enthalten Labfermente zur Käsehersellung.
Heute ist es fast in seiner Nutzung in Vergessenheit geraten.

Sammeltipps: 

Immer wenn Blüten verwendet werde, sollte es vor der Sammlung einen, besser zwei Tage nicht geregnet haben, damit sich genug Nektar in den Blüten gesammelt hat. So auch hier, beim Labkraut.

Zutaten für das Labkrautgelee:

  • ein großer Büschel blühendes Labkraut (das sind ca 20-30 Stängel)
  • 1 Päckchen Gelierzucker 2:1
  • 3/4 l Wasser

Zubereitung:

Die Blüten von den groben  Stängeln zupfen und in eine Teekanne oder Topf geben. Mit dem gleichen Volumen kochenden Wassers übergießen und über Nacht stehen lassen. Am nächsten Tag den Tee abfiltern und mit so viel Gelierzucker aufkochen, wie der Anleitung zu entnehmen ist.  Vier Minuten sprudelnd kochen und heiß in Gläser füllen.

Sonstiges:

  • Hier ist es praktisch sich voher mit dem Gelierzucker zu beschäftigen. Wird ein Päckchen für ein 3/4 Liter Flüssigkeit benötigt, sollten auch so viel Labkraut gesammelt werden, dass man einen etwa einen 3/4 Liter Blüten erhält.  Aus Erfahrung weiß ich: Das ist schon eine ganze Menge Labkraut. Evtl. muss man vom Gelierzucker  einfach die passende Menge abmessen, wenn man nicht genug Blüten zusammen bekommt.
  • Mit Labkraut lassen sich wunderbare Sachen zaubern und aromatisieren, wie z.B. dieses Gelee, das vom Geschmack her etwas an die herbe, englische Bitterorangenmarmelade erinnert, aber durch die grünen Labkrautteile auch einen leichten "Heugeschmack" besitzt, der aber nicht abschreckend ist. 
  • Ich verwende hier 2:1 Gelierzucker. Mit 1:1 Gelierzucker schmeckt die Marmelade deutlich süßer. Geschmackssache. Generell versuche ich von dem übersüßten Geschmack, den uns die Nahrungsmittelindustrie andichtet, weg zu kommen. Auch kann ich Labkrautgelee nicht täglich essen (der Geschmack ist schon speziell)  und koche es deshalb in kleinen Gläschen ein. Aber jedes Mal wenn ich ein Labkrautgelee-Gläschen öffne, dann freue ich mich drauf, eben weil es etwas Besonderes ist.