Montag, 16. Juni 2014

Essbare Blüten für den Salat - denn das Auge isst mit

Welche essbaren Blüten kann man eigenlich für den Salat verwenden? Die Frage ist mit einem Gang über die Wiese schnell beantwortet. Hier ein paar Beispiele aus dem Monat Juni.

Essbare Blüten im Juni gibt es jede Menge: Brennnesselblüten schmecken nussig, Taglilie eher wie Blattgemüse, Rose und Malve blumig, Rotklee und Löwenzahn süßlich, Wiesensalbei leicht würzig, Diptam leicht zitronig, Wegwarte und Platterbse sind im Salat eher geschmacksneutral.

Holunder, Weißklee, Labkraut und Malve schmecken leicht süßlich, Frauenmantelblüten schmecken leicht gemüsig, von Korn- und Flockenblume und vom Taubenkopf-Leimkraut verwendet man nur die bunten Blütenblätter des Optik wegen, Johanniskraut bringt  leichte, süße Würze mit und das Salzkraut ist tatsächlich leicht salzig. Vorsichtig dosieren sollte man wegen des intensiven Geschmacks Lavendel (schmeckt wie er riecht) und Schafgabe (schmeckt stark-würzig-bitter).
Borretschblüten und die Blüten des Gilbweiderichs können wegen ihrer hübschen Sternblüten jeden Salat dekorieren, haben aber kaum Eigengeschmack. Anders ist das mit Kapuzinerkresseblüten (schmecken scharf) und Basilikumblüten (würzig), die den Salat auch geschmacklich aufpeppen.

Das Auge isst mit! Gerade beim Blütensalat hat es viel zu gucken. Hier bitte nur eine leichte Vinaigrette auf Essig-Öl-Basis. Joghurt- oder Sahnesoßen zerstören den Anblick.

Sonntag, 15. Juni 2014

Senf vom japanischen Staudenknöterich

Eine echte Plage mit gutem Geschmack:
Der japanische Staudenknöterich
Der japanische Staudenknöterich ist ein echt aggressiver Newkommer in den Gärten und leider auch jenseits derselbigen. Auch ich habe dieses Gewächs leider in meinem Garten und kann quasi jeden Tag zugucken, wie der von meinem Stückchen Land besitzt ergreifen will. Was wird wohl passieren, wenn er auf meine Brombeeren und Brennnesseln prallt? Wer würde da das rennen machen? Diese Frage werde ich wohl nie klären, denn sobald der Knöterich sein Wachstum aufnimmt, landet er bei mir auf dem Tisch. Den ganzen Sommer über ernte ich die neu aus dem Erdreich nachschießenden Sprossen ab, sobald sie 10-15 cm Höhe erreicht haben. Da wir aktuell Grillsaison haben, wird der japanische Staudenknöterich erst mal zu Senf verwurstet. Der schmeckt überraschend fruchtig und verleiht dem Senf eine ganz leichte, angenehme Säure.


 

Zutaten für den Staudenknöterichsenf:

Senf aus Knöterich braucht nicht viele Zutaten und
ist in 20 min zubereitet.
  • 400 g junge japanische Staudenknöterichstängel
  • 30 ml Balsamico-Essig, hell
  • 80 g Zucker
  • 1/2 Schalotte
  • 2 gehäufter EL Senfsamen
  • Salz und Pfeffer

 

 

 

 

Ein guter Mörser erleichtert das Zerkleinern
der harten, viel zu leicht herumhüpfenden 
Senfsamen ungemein.

Zubereitung:

Den Knöterich entblättern und die Blätter wegwerfen (man kann auch sie auch frittieren, aber irgendwann hat man genug davon). Die Stängel klein schneiden, dann mit wenig Wasser einige Minuten weich kochen und mit den Pürierstab pürieren. Zusammen mit dem Zucker und Essig 5 min köcheln lassen. Die Schalotte möglichst fein würfeln und in die Sauce geben. Die Senfsamen am Besten im Mörser fein mahlen und ebenfalls zur Sauce geben. Alles zusammen noch einmal aufkochen lassen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Für süßeren Senf einfach noch etwas Zucker zugeben.
Nach 1-2 Tagen Ziehzeit im Kühlschrank hat der Senf sich mit den übrigen Zutaten verbunden und der seinen eigentlichen, vollmundigen Geschmack entwickelt. Im Kühlschrank hält er sich ca. 2 Wochen.


Sonstiges:

          Würstchen im Staudenknöterichsenf  - einfach und lecker.      
  • Menschen, die zu Nierensteinen neigen und Kinder sollten den Staudenknöterich nicht all zu oft essen.
  • Wer den Senf weniger faserig mag, der kann ihn in noch warmen Zustand durch ein Sieb streichen. 
  • Wie wäre es mal mit "japanischer Senf trifft bayrische Weißwurst" - schmeckt super!



Samstag, 14. Juni 2014

Fuchsbandwurm - ein Risiko für Sammler von Wildkräutern

Meister Reineke ist ein Fuchs - und hin und wieder Träger
des Fuchsbandwurms.
Der Fuchbandwurm ist eine nicht zu unterschätzende Gefahr, einfach weil es keinen Impfung gegen ihn gibt und auch kein präventives Mittelchen. Selbst die Diagnose und Behandlung sind schwierig. Abkochen der gesamten Pflanzen bei mindestens 60 Grad hilft die Eier zu zerstören. Schwierig wird das bei Gerichten in denen man rohe Wildkräuter verwendet, etwa bei Pestos oder Wildkräutersalaten.
Doch keine Panik! Eines vorweg: Schon mal im Lotto gewonnen? 2013 gab es 90 Lottomillionäre aber nur 30 gemeldete Fälle von Fuchsbandwurminfektionen. Es ist also eher wahrscheinlich sich irgendwann mal eine Villa kaufen zu können, als sich mit einem solchen Bandwurm zu infizieren.  Etwas risikoreicher leben Jäger und Hunde- und Katzenbesitzer, deren Tiere infizierte Mäuse oder tote Füchse ablecken oder Äste aportieren, auf denen zufällig ein infizierter Fuchs seine Losung (seinen Kot) abgesetzt hat.
"Hochrisikogebiete" für den Bandwurm ist Süd-Baden. Doch nicht nur Baden, der gesamten süddeutsche Raum ist mit Fuchsbandwurm "verseucht". Aber uns Badener hat es eh schlimm erwischt, weil sich bei uns auch Zecken inkl. FSME und Borreliose tummeln. Hier ist die Evolution gnadenlos am Werk und selektiert aus. Wir müssten schon alle tot sein. Man kann mit dem Fuchbandwurm und jeder anderen Gefahr Panik machen, oder damit ganz sachlich umgehen. Ich bevorzuge Letzteres.

Kurze Darstellung des Lebenszyklus des Fuchsbandwurmes

Sachlich betrachtet befindet sich der Erreger des Fuchbandwurms erst mal in einer Maus. Diese muss von einem Fuchs gefressen werden. Dort kann sich der Bandwurm dann weiterentwickeln, wieder Eier produzieren, die der Fuchs mit seiner Losung irgendwo absetzt. An solchen "gedüngten" Stellen wachsen Pflanzen wie Walderdbeeren besonders gut, die die Maus dann wieder frisst und so hat sich der Kreislauf geschlossen.
Ich könnte Euch den Lebenszyklus nun noch viel genauer erklären, aber den findet Ihr in jeden Biologie-Lehrbuch. Wichtig für die Unkrautgourmets ist dieses "irgendwo". Das kennen auch Hundebesitzer: Der Fuchs macht das Geschäft, wie ein anständiger Hund auch, am liebsten an einer markanten Stelle: einem Baum, einen Felsen, einem gut von Wild und Artgenossen frequentierten Wildwechsel oder einer anderen auffälligen Ecke in seinem Revier. Den unwahrscheinlichen Fall eine Pflanze mit Bandwurm-Eiern zu erwischen, könnt Ihr also noch unwahrscheinlicher werden lassen, wenn Ihr das Sammeln an Baumstümpfen, Erhebungen, Erdhügeln, Büschungen, direkt vom Weggrand und dergleichen unterlasst und besser die Pflanzen aus dem Inneren eines Bestandes holt.

Ein Wort zu Tierhaltern: Die Übertragung eines Fuchsbandwurmes von Hund oder Katze auf den Menschen ist äußerst selten. Regelmäßige Entwurmung der Haustiere alle 8-12 Wochen und Händewaschen nach Tierkontakt sind der beste Schutz.

Wie wirkt sich eine Infektion mit einem Fuchsbandwurm aus?

Das ist das Gemeine: Es können Jahre vergehen, bis man merkt, dass man infiziert ist. Und auch dann gibt es keinen allgemeinverbindlichen Fuchsbandwurm-Symptome. Je nach dem welches Organ befallen ist, äußert sich ein Befall mit diversen Symptomen. So müssen Leberzysten erst eine gewisse Größe erreichen, bis die Leber Funktionsstörungen aufweißt, man znehmend unter Koliken und/oder Gelbsucht leidet. Im Gehirn und Herzmuskel kann sich eine solche Zyste schon im Mini-Stadium lebendbedrohlich bemerkbar machen mit diversen Ausfallerscheinungen wie Lähmungen oder Herzrhytmusstörungen. Setzt sich eine solche, mit Fuchsbandwurmlarven vollgestopfte Zyste in der Lunge fest, kommt es zu Schmerzen, Husten und Atemnot. Ihr seht, es gibt keine allgemein verbindlichen Symptome. Wenn Ihr Wildkräuterkonsumenten seid, behaltet den Bandwurm im Kopf. Treten "aus heiterem Himmel" Symptome auf, weißt Euren Arzt auf Eure Leidenschaft für Wildkräuter und den Fuchsbandwurm hin.

Wie weißt man eine Infektion mit Fuchsbandwurm nach?

Der Arzt weiß mit Eurem Hinweis auf den Fuchsbandwurm schnell, welche Untersuchungen er zu machen hat. Eine Blutprobe nehmen und diese ans Labor schicken, ist sicher das Erste, das er tun wird. 3-6 Monate nach einer Infektion ist ein Antikörpertest möglich. Auch Ultraschallverfahren oder Magnetresonanz-, Computertomographien und Röntgenuntersuchungen kann ein Mediziner eingesetzen, um die Zysten direkt zu finden.

Wie behandelt man eine Infektion mit Fuchbandwurm?

Da hilft oft nur die Chirurgie. Die Zyste muss sauber entfernt werden, ohne dass sie dabei beschädigt wird. Danach müssen die Betroffenen aber noch viele Jahre Medikamente einnehmen. Eine ausschließliche Behandlung mit Medikamenten, welche die Larven abtöten, wird dann versucht, wenn eine Operation nicht möglich ist. Auch hier ist die Behandlung sehr, sehr langwierig und der Ausgang ungewiss. Ausschlaggebend ist, ob das befallenen Gewebe vollständig entfernt werden konnte und wie schwer der Befall war. Die Überlebensrate (als Definition wird 10 Jahre nach Diagnosestellung angegeben) liegt immerhin bei 90%.

4 goldene Grundregeln für Unkrautgourmets gegen den Fuchsbandwurm

30 gemeldete Fälle von Fuchsbandwurm - ist das nun Grund genug, nie wieder Wildkräuter zu essen? Nein. Wichtig ist zu wissen, wie man sich richtig verhält, dann ist das Risiko einer Infektion schon von vorne hinein im Keim erstickt.
  1. Keine Tiere in freier Wildbahn anfassen! Seht Ihr Welpen oder tote Tiere, ruft den Förster an.
  2. Hände waschen nach Haustierkontakt,Wald- und Wiesenbesuchen ist Pflicht.
  3. Sammelt kein Sammelgut an markanten Stellen wie Baumstümpfen, Felsen, Büschungen, Wildwechseln, vor allem wenn Ihr dieses roh verwenden wollt, sondern immer aus der Bestandsmitte.
  4. Ab 60 Grad sterben die Fuchsbandwurmeier - erhitzt so viel vom Sammelgut wie möglich.

Freitag, 13. Juni 2014

Brennnesselwasser

Brennnesselwasser ist eine köstlich erfrischend.

"Wie? Und das kann man trinken?", das ist wohl die häufigste Frage, wenn ich das Rezept zu Brennnesselwasser vorstelle. Anders herum geht es auch: Zuerst probieren lassen,  denn dann kommt: "Mhhh. Das ist gut. Was ist das?"
Zugegeben, der Geschmack des Wassers wird nur ganz leicht verändert - man weiß auch nicht so recht in welche Richtung. Es ist ein Bisschen so, als würde man einen Hauch von Aroma ins Wasser gegeben haben und nun muss man raten, ob das nun nach Obst oder Gemüse schmeckt. Lasst  beim nächsten Mal die Zitronenscheibe einfach draußen, dann schmeckt Ihr das pure Brennnesselwasser und es schmeckt köstlich. Auf die Weise wird das Wassertrinken nicht langweilig und das so wichtige Nass auch nicht mit künstlichen Aromen verpanscht - oder mit Zucker.

Brennnesselwasser ist mein absoluter Favorit unter den 100% natürlich aromatisierten Wässern. Probiert es gleich aus!

Zutaten für das Brennnesselwasser:

  • 1 l Mineralwasser mit Kohlensäure 
  • 1 Scheibe Bio-Zitrone
  • 4-6 Stängel Brennnessel (nur die obern 3-4 Blattpaare)

Ist keine neue Idee: Blüten und Blätter einfach
in die Eiswürfelform geben und gefrieren lassen.

Zubereitung:

Gebt alles in einen Glaskanne und lasst das Wasser einfach 4 h stehen. Danach die Brennnessel entfernen. Das Wasser nimmt nach längeren Standzeiten einen ganz leichten Braunstich an. Trinken kann man es dann immer noch.
Dazu ein paar Eiswürfel mit gefrorenen Brennnesselblättchen, Zitronen-Segmenten, essbaren Blüten oder Blättern. Lecker.

Sonstiges: 

Viel länger als 4, max. 6 h Stunden sollte man die Brennnessel aber nicht im Wasser schwimmen lassen. Sie wird dadurch unansehlich braun und das Trinken macht dann keinen rechten Spaß, wenn man weiß, was für braune Schlabberfetzen man da grad aus dem Wasser gefischt hat.
Lässt man die Brennnessel allerdings viel länger im Wasser  (Regenwasser, Leitungswasser) - so ca. 2 Wochen mit täglichem Umrühren - dann hat man eine wunderbar stinkende Brennnessel-Jauche, die garantiert jede Blattlaus beim Besprühen in die Flucht schlägt (bitte dann 1:10 verdünnen)  und die jede mit Jauche gedüngte Pflanze kräftigt.


Donnerstag, 12. Juni 2014

Beinwell-Cordon-Bleu

Gift-Grenzgänger zum Essbaren: Der Beinwell.
Beinwellzeit. Ob Ihr den nun essen wollt oder nicht, das bleibt euch überlassen, Ihr solltet wissen: Das Bundesamt für Risikobewertung rät davon ab. Ich will da auch keinem ins Gewissen reden. Meine Meinung zu dem Thema könnt Ihr hier nachlesen. In dem Fall dürfte ich Euch auch nicht das Rezept zum grünen Walnusslikör verraten, dass die Tage noch folgen wird, denn auch Alkohol schädigt die Leber und ist krebserregend. Wer Wildkräuter isst, tut dies auf eigene Gefahr! Wer keinen Beinwell essen möchte, der kann das Gezept auch mit Spinat-, Bärlauch- oder Borretsch-Blättern nachkochen. Sehr lecker ist auch Wiesensalbei, der jetzt im Juni blüht und mitunter genauso große Blätter entwickelt wie der Beinwell. Ein wirklich schnell zubereitetes Essen.


Zutaten für die Beinwell-Cordon-Bleu:

Belegte Beinwellblätter mit Holzspießen zusammen-
stecken. Hier schaffen auch mal Spagettis Ahilfe.

  • 1 Ei
  • 1 Tasse Mehl
  • 1 Tasse Milch
  • 1 Schuss Bier
  • etwas Salz 
  • 2 Scheiben Mozzarella
  • 2 Scheiben Schinken (als vegetarische Variante gehen auch in Scheiben geschnittene Champingnons)

Zubereitung:

Aus Ei, Mehl, Milch, Bier und Salz einen Ausbackteig zusammenrühren. Eine Scheibe Mozzarella und eine Scheibe Schinken auf je ein Blatt legen und diese - je nach Größe - zusammenfalten oder ein zweites Blatt obendrauf legen. Mit einem Schaschlickspieß oder Zahnstocher zusammenstecken (ich hatte beides nicht zur Hand und habe einfach halbierte Spagettis genommen) und im Ausbackteig wenden, dann in einer Pfanne mit etwas Öl ausbacken.


Ein Gericht von dem das Bundesamt für Risikobewertung
sicher abraten würde: Beinwell-Cordon-Bleu.

Sonstiges: 

Die Beinwell-Cordon-Bleu schmeckt am Besten mit Kräuterquark. Garniert sind sie auf dem Bild mit Frischkäse und Beinwell-Blüten. In den Teig hatte ich probeweise noch ein paar geriebene Nüsse gegeben - war aber nicht wirklich eine Verbesserung.
Diese Gericht deckt dann auch fast schon meinen Jahresbedarf an Beinwell, da auch ich die Warnungen des BfR ernst nehme, wenn auch dem ganzen "Trubel um den Beinwell" kritisch gegebüberstehen. Alkohol trinke ich vielleicht 4 Mal im Jahr, telefoniere, wann immer möglich, übers Festnetz und hab mein PC/Laptop über eine Lan-Verbindung laufen - soviel zum Leber- und Krebsrisiko. Außerdem liebe ich Wildblüten-Honig :-).

Mittwoch, 11. Juni 2014

Taglilien-Himbeer-Smoothie

Schmeckt wie er aussieht: Superlecker.
Und noch ein Smoothie weils grad so schön passt und die Taglilien Saison haben. Außerdem hatten wir ja nun schon einen Grünen und einen Quietschgelben, da fehlt noch ein Roter.
In manchen Gärten wuchern Taglilien wie Unkraut. Was die Wenigsten wissen: Man kann sie essen und sie sind sogar ausgesprochen gesund. In Asien isst man die ganze Pflanze wie Gemüse. Ich muss zugeben: An den Blättern hab ich mich noch nicht versucht. Das werde ich die Tage aber nachholen.

Zutaten für den Taglilien-Himbeer-Smoothie:

  • 125-250 g Bio-Himbeeren
  • 4-6 Taglilienblüten (ungespritzt)
  • 1 TL Rapsöl
  • etwas Wasser, je nach gewünschter Konsistenz

Zubereitung: 

Einfach alles in den Mixer und 3 Minuten pürieren. Bei Bedarf noch etwas Wasser zufügen. Die Taglilien machen ihn milder, die Himbeeren etwas saurer. Auf die Weise könnt Ihr selbst entscheiden wie viel Ihr von Blüten und Beeren verwendet.

Sonstiges: 

Ihr könnt die gesamten Blüten verwenden, bis zum grünen Stiel runter. Variieren lässt sich dieser Smoothie, indem man die Himbeeren durch Erdbeeren, Johannisbeeren oder Stachelbeeren ersetzte oder einfach beliebige Beerenmischungen verwendet. So schmeckt er jedes Mal anders und es wird nicht langweilig.
Taglilien sind voller Antioxidantien - Ihr rostet also nicht :-). Darunter befindet sich auch Cholin, ein wahrer "Turbo" für die Leber. Mit ihm wird das Enzymsystem der Leber unterstützt und die Einlagerung von Leberfetten verhindert. Früher wurde Cholin auch als Vitamin B4 bekannt. Wenn Ihr mehr Cholin essen wollt, müsst Ihr auf Eigelb zurückgreifen.

Dienstag, 10. Juni 2014

Stoffe und Haare Färben mit unreifen Walnussschalen


Zum Wegwerfen zu schade: grünen Walnussschalen. 

Mit den Walnussschalen aus dem Rezept "Weiße Johanni-Nüsse" lassen sich nun alle möglichen Dinge färben, nicht nur die Finger.

Vielleicht kennt es der eine oder andere das noch aus Kindertagen: das Batiken.

Was braucht Ihr zum Batiken?

  • Walnussschalen
  • Wasser
  • Wolle, Feste Schnur oder Paketschnur
  • einen Topf und eine Schüssel, Eimer oder Schale
  • Färbergut wie weißer Baumwollstoff  oder Leinen (alte Bettlaken oder Küchenhandtücher eignen sich super für den Probelauf), aber auch Schurwolle, zu färbendes Baumwollgarn, Seide.

Wie geht das  Batiken mit Walnussschalen?

Variante A) für eilige Färber:

Für erste Gehversuche ist auch ein kleines Glasgefäß geeignet.
Dahin kommt der ganze Stoff und verbleibt darin Minuten
bis Tage.
Ihr kocht die Schalen mindestens 30 Minuten in so viel Wasser, dass sie gut bedeckt sind. In der Zeit verdreht Ihr den Stoff und wickelt ihn möglichst stramm mit Paketschnur ein. An der Stelle wo die Schnur auf dem Tuch sitzt, wird später nur wenig bis keine Farbe haften bleiben. Jetzt filtert Ihr den Sud in eine Schüssel und gebt den abgebundenen Stoff hinein. Wie lange Ihr das Färbergut im Bad lässt bestimmt, wie intensiv die Färbung ist. Mein Stoffstück hatte ich 30 Minuten eingeweicht. Anschließend holt Ihr den Stoff raus, schneidet vorsichtig die Schnüre auf und hängt das Tuch zum Trocknen auf. Es oxidiert noch etwas nach. Dann könnt Ihr es in Wasser erneut waschen - ein Teil der Farbe wird sich wieder heraus spülen.


Variante B) für gemütliche Färber:
Die Walnussschalen einfach 24h im Wasser  einweichen. Am nächsten Tag das Färbergut hinein geben und 2 Tage im Färbebad belassen. Anschließend wie in Variante A verfahren.

Die Intensität der Farbe richtet sich nach:
Das Ergebnis der Walnuss-Batik-Aktion
auf dem Wäscheständer zum Trocknen.  Der Stoff hier
war lediglich 10 min im Färbebad.
  • der Temperatur des Färbebades
  • der Verweildauer des Stoffes im Bad
  • der Menge der Walnussschalen, die Ihr für den Sud genommen habt.
Seid nicht enttäuscht! Das ist ein natürliches Färbemittel, ein tiefes, kräftiges Braun oder auch harte Kontraste könnt Ihr kaum erwarten. Der Ausgang beim Färben mit Naturmaterialien ist immer ein kleines Abenteuer. Vom zarten Pastelbraun bis zum schmutzigen Olivbraun war bei mir schon alles dabei.

Eigentlich könnt Ihr hier nichts falsch machen. Walnuss färbt! Eine schöne Sache um mit Kinder und Materialien zu experimentieren.




Haare Färben mit Walnussschalen

Wollt Ihr das wirklich versuchen? Eure Haare mit Walnussschalen färben? Das ist eine wahnsinnige Sauerei. Brünette haben mit Walnuss immerhin eine Möglichkeit, die Haarfarbe etwas zu intensivieren, aber ob sich das lohnt? Bei dem Versuch hab ich mir ein Handtuch versaut und die braunen Färbersoße läuft dann doch irgendwann heimlich den Nacken hinunter...oder die Stirn. Sieht "super" aus, diese braunen Farbstreifen  auf der Haut - auch noch Tage danach.  Wenn Ihr es dennoch versucht, cremt euch vorher Gesicht und Nacken dick mit einer Fett-Creme ein, dann bekommt Ihr die Soße wenigstens wieder entfernt.
Wie blondes Haar auf Walnuss reagiert? Keine Ahnung. Ob es grün wird? Freiwillige vor :-).

Was brauch Ihr zum Haarefärben mit Walnussschalen?

  • Walnussschalen (etwa 800 g)
  • 250 ml Wasser
  • 1 TL Zitronensaft
  • 1 EL Olivenöl

Wie geht Haare färben mit Walnussschalen?

Zuerst müsst Ihr die Walnussschalen so klein schneiden wie möglich, damit sie schneller trocken. Das Trocknen der Schalen geht am besten in der Sonnenhitze oder der Restwärme des Ofens, wenn Ihr den eh anhabt (ich bin kein Freund von energieintensiver "Ofentrocknung"). Danach müssen die Schalen fein gemahlen werden. Dafür eignet sich eine Kaffeemühle oder ein Mörser.
8 EL Pulver werden dann mit Wasser aufgekocht und mit den übrigen Zutaten zu einem Brei verrühren. Nun deckt euch die Schultern gut ab! Der Brei kommt ins Haar und bleibt da bis zu zwei Stunden. Dafür wickelt euch am besten Frischhaltefolie um den Kopf und dann ein Handtuch obendrüber. Anschließend gut ausspülen.
Insgesamt eine fiese Prozedur. Ich hab das einmal gemacht, war vom Ergebnis im Verhältnis zum Aufwand aber nicht wirklich überzeugt. Da färbe ich lieber Stoffe.