Mittwoch, 2. Juli 2014

Kartoffelbrei mit Bärenklau

Der Bärenklau vor der Blüte.
Dies ist ein einfaches, aber auch leckeres Rezept. Bärenkau gehört zu den Pflanzen, die Kartoffelgerichte mit ihrer würzigen Note extrem gut aufwerten. Es gibt kaum ein Wildkraut, das besser zu Kartoffen passt - noch nicht mal Petersilie. Auf der anderen Seite sind Kartoffel an sich schon ein gutes Basismaterial, um die Geschmacksrichtungen von verschiedenen Wildkräutern  auf sehr milde Weise kennenzuernen, da sie viele Bitterstoffe abbinden.


Sammeltipps:

Zwei handvoll Bärenklau sind eine gute Menge für 500g
Kartoffen.
Bärenklau findet sich häufig auf landwirtschaftlich genutzen Wiesen. Meist ist er im Juli schon recht hoch und setzt Blüten an. Wird die Wiese aber regelmäßig gemäht, finden sich auch jetzt, im Juli,  noch frisch austreibende Blätter die geerntet werden können. Macht dies am Besten in den Abendstunden, wenn die Sonne nicht mehr sticht oder tragt Handschuhe. Der Wiesen-Bärenklau kann, wie sein großer Verwandter die Herkulesstaude,  Hautreizungen auslösen

Zutaten für den Kartoffelbrei mit Gänsefingerkraut oder Bärenklau :

Mit einem Kartoffelstampfer ist der
Wildkräuter-Kartoffelbrei schnell fertig.
  • 500 g  Kartoffen
  • 1-2 handvoll junge Bärenklau-Blätter oder die Hälfe junger Gänsefingerkaut-Blätter
  • 1 Zwiebel
  • etwas Öl
  • 1/4 l Gemüsebrühe
  • Muskat, Salz, Pfeffer
  • Nach Belieben etwas Sahne

Zubereitung:

Die Kräuter waschen und sehr fein schneiden. Die Zwiebel klein schneiden und in Öl anbraten, die Kräuter dazugeben und mit Gemüsebrühe ablöschen. Alles 10 Minuten leise köcheln lassen. In der Zeit die Kartoffeln schälen, klein schneiden und kochen (oder Pellkartoffen vom Vortag nehmen). Das Karoffelwasser abgießen und die gedünsteten Kräuter zufügen. Mit einem Kartoffelstampfer alles zu Brei stampfen und mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken. Wer es noch milder mag, der kann einen guten Schuß Sahne hinzufügen.
Der Kräuter-Kartoffelbrei lässt sich nun dekorativ anrichen und schmeckt z.B. zu Karottengemüse und Fleischbällchen. :-)

Kartoffelbrei ist langweilig? Alte Kartoffeln auch? Wie wäre es mit ein wenig Wildkräuter-Pepp durch Wiesen-Bärenklau. Das macht aus einem banalen Gericht wieder eines, das im Wildkräuterlokal mit viel Tam-Tam angepriesen werden würde und einen anständigen Preis hätte.

Sonstiges:

Die jungen Blätter des Wiesen-Bärenklaus schmecken sehr würzig. Der Duft der Pflanze ist allerdings eher abschreckend.   Da sich mit dem Kochen aber der Geruch verflüchtigt, bleibt im Kartoffenbrei die würzige Note zurück. Also keine "Furcht" vor einem Kraut, an dem man riecht und denkt: "Was? Das kann man essen? Riecht ja widerlich."  Der Bärenklau überrascht den, der sich überwindet,  mit einem vorzüglichen Geschmack. Er ist ein wenig mit der indonesischen Durian-Frucht vergleichbar: Stinkt wie die Hölle, schmeckt aber wie der Himmel - nur eben, dass Bärenkau eher unter Gemüse einzuordnen wäre, als unter Obst (wobei Obst und Gemüse keine botanische Einteilung ist!). Bärenkau ist ein richtiges "Wildkräuter-Einsteigerrezept für angehende Hardcore-Kräuterfans". Hardcore deshalb, da die Furocumarine im Bärenklau bei Berührung durch empfindliche Menschen im Sonnenlich Hautreizungen auslösen können! Deshalb ist ein wenig Vorsicht geboten. Evtl. empfieht es sich nicht nur beim Sammeln, sondern auch bei der Verarbeitung Handschuhe zu tragen. Es gibt aber auch Menschen, die überhaupt keine Probleme mit den Fucocumarinen haben, dafür auf Doldenblütler reagieren. Da der Bärenklau zu solchen zählt, sollten Allergiker,  die Gewächste aus der Familie der Apiaceae nicht vertragen, lieber keinen Bärenkau verwenden. Das muss jeder für sich vorsichtig austesten.Es gibt aber viele Menschen, die weder mit Forocumarinen noch Doldengewächsen Probleme haben und hier eine echte Bereicherung ihrer Küche finden.

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