Dienstag, 28. Juli 2020

Mädesüß-Joghurt-Torte mit Brombeeren

Kühler Kuchen für heiße Tage 

Kuchen ohne Backen mit Wildnis-Aromen aus der Natur:
Mädesüß vom Bach und Brombeeren aus dem Gebüsch.

Es ist so heiß. Wer im Sommer Geburtstag hat (nein, ich nicht), sollte sich kein Kuchen wünschen, bei dem man vor einen 200 Grad heißen Ofen stehen muss. Kuchen ohne Backen mit einer kühlen, frischen Füllung ist die Lösung. Und schon habe ich wieder ein Sträußchen Mädesüß in der Hand. Hm. Mädesüß, ein einmaliges Aroma und es passt prima zu Brombeeren. Und Ruck-Zuck ist eine Mädesüß-Brombeer-Torte entstanden - im Kühlschrank.

Zutaten für die Mädesüß-Joghurt-Torte mit Brombeeren

  • 225 g Haferkekse  oder (Löffel)Biskuit.
  • 150 g Butter, geschmolzen
  • 250 g Zucker
  • 250 ml Wasser
  • 10 Mädesüßblütenstängel
  • Saft einer Orange
  • 12 Blatt Gelatine
  • 500 g Joghurt mit 3,5 % Fett
  • 3 EL Zitronensaft
  • 200 ml Sahne
  • eine Handvoll Brombeeren
Ein Stückchen Erfrischung zum Nachmittag:
Mädesüß und Brombeeren, einfach ein herrliches Aroma.

Zubereitung

Die Kekse zerkrümeln und mit der geschmolzenen  Butter vermengen, in eine Springform füllen und kalt stellen.
Das Wasser mit dem Zucker erwärmen bis sich der Zucker gelöst hat. Die Mädesüßblüten kopfüber reinhängen und am besten über Nacht auskühlen lassen. Die Blüten entfernen und den Sirup durch ein feines Sieb geben.
8 Blatt Gelatine in kaltes Wasser 5 min einweichen, ausdrücken und mit 2 EL Joghurt erwärmen, bis die Gelatine geschmolzen ist. Dann den restlichen Joghurt, den Zitronensaft und 200 ml des Blütensirups zugeben. Wenn die Masse anfängt zu gelieren, auf den Kekskrümel-Boden geben und kalt stellen.
Wenn der Kuchen fest wird (nach ca. 3-4 h - ich war leider etwas zu voreilig), die anderen 4 Blatt Gelatine 5 min in Wasser einweichen, ausdrücken und mit dem restlichen Sirup gerade so weit erwärmen, bis die Gelatine sich aufgelöst hat. Die Orange auspresse und den Saft zufügen. Als Spiegel über die Joghurtschicht gießen. Wer möchte, kann nun auch noch ein paar Blüten oder Blütenblätter in die Spiegelschicht einsetzten.

Wer es fester und mit ein paar Kalorien weniger mag: Die Sahne kann man weglassen.
Guten Appetit. Und wer beim Lesen neuen Lesestoff von mir möchte, der kann man auf www.streuobstwerkstatt.de (von dort gibt es eine interne, automatische Weiterleitung, wie beim unkrautgourmet.de) vorbeischauen: mein neuestes "Baby".

Bei zu vielen Brombeeren geht der Mädesüßgeschmack manchmal unter. Weniger ist deshalb mehr.

Samstag, 18. April 2020

Aufstrich aus Knoblauchsrauke und getrockneten Tomaten

Knoblauchsrauke hat gerade Hochsaison. Mein Knoblauchrauken-Pesto und auch die Heferose mit Knoblauchsaukenpesto ist ja schon etwas älter, daher wollte ich Euch heute eine Variante mit getrockneter Tomate vorstellen. Mit etwas mehr Öl wird daraus ein Pesto, das sich gut 6 Monate hält.
Wem Knoblauchsrauke zu herb ist, der findet unten einige Variationsmöglichkeiten, mit dem man die Herbe etwas abmildern kann.


Zutaten für den Knoblauchsraukenaufstrich

  • 100 g Knoblauchsrauke
  • 60 g Parmesan
  • 60 ml Oliven- oder Sonnenblumenöl
  • 80 g getrocknete Tomaten
  • 1/2 TL Salz
  • optional: 1 TL Essig oder Zitronensaft


Knoblauchsrauke im Bestand. Immer aus der Mitte ernten und maximal
1/3 der Pflanzen, damit diese sich wieder regenerieren können.

Zubereitung des Aufstrichs

Sehr simpel: Alle Zutaten in den Mixer und stückig mixen. Wer keinen Mixer hat, kann das auch mit dem Stabmixer oder im Mörser erledigen. In saubere Gläser füllen und für die längere Lagerung mit so viel Öl übergießen, bis alles bedeckt ist.

Kleine Häppchen mit  Knoblauchsrauke. Natürlich lassen sich Cocktailtomaten auch direkt damit füllen.

Variationen und Nutzen

Hier könnt Ihr nach Gusto experimentieren. Der herbe Geschmack ist übrigens kaum wegzukommen. Wem das zu viel Herbe ist, der kann die Knoblauchsraukenmasse auch Löffelweise unter andere grüne Pestos mischen. Warum sollte man sich das antun? Knoblauchsrauke hat super blutreinigende Eingenschaften, wirkt antibakteriell und harntreibend. Sie gehört also zu den klassischen Frühlingskräutern die durchaus ihre Berechtigung in unserem Speiseplan haben und uns von dem ganzen winterlich angehäuften Ernährungs-Ballast befreien können. Daher darf das Basilikum-Pesto gern die Tage mit Knoblauchsrauke etwas gestreckt werden :). Wer nicht mischen möchte, der kann folgende Variationen als Anregung für eigenen Mischungen verwenden:
  • Die Hälfte der Knoblauchsrauke ersetzten mit Giersch oder Bärlauch
  • Eine halbe Zwiebel mit hineinmixen!
  • Mehr Öl verwenden für ein Pesto dann dürfen auch gern noch 100g gehackte Mandeln ins Rezept wandern.
  • Füge 100 g gewürfelten  Speck  hinzu
  • Mit 1 EL Tomatenmark wird der recht herbe Aufstrich etwas fruchtiger.
Mit Öl übergossen ist der Aufstrich  mehrerer Wochen bis Monate im Kühlschrank lagerfähig.
Eignet sich auch als Pesto für Nudeln oder zum Füllen von herzhaftem Gebäck.

Viel Spaß beim Sammeln und zubereiten!

Du findest den Blog super? Hast Spaß an den Rezepten? Stöberst gern hier?  Vermisst noch nicht Mal Werbung? Prima. Das freut mich und Werbung mag ich auch nicht.  Aber es würde mir helfen, wenn Du mir im Gegenzug für die Inspirationen die du hier findest, helfen würdest, ein Herzensprojekt auf die Beine zu stellen:  Unterstütze bis zum 30. Mai  die "Streuobstwerkstatt" auf StartNext, für Kinder, Natur und unsere Heimat: https://www.startnext.com/streuobstwerkstatt

Montag, 30. März 2020

Unkrautgourmet sucht Unterstützer für Mehrwert

Die Streuobstwerkstatt - ein Crowdfundingprojekt vom Unkrautgourmet

"Wir haben Kirschen gelocht" - das war die Antwort von Julia (7 Jahre) aus der 2. Klassen, auf die Frage, was man denn in einer Streuobstwerkstatt macht.
Aktuell möchte ich eine solche Streuobstwerkstatt fest etablieren und natürlich gibt es hier auch jede Menge Unkraut :D.
Ich weiß, ganz viele Menschen lesen meinen Blog und freuen sich über die Rezepte hier. Vielleicht ist es auch schon aufgefallen, ich habe die letzte Zeit Werbung auf ein Minimum reduziert. Viel lieber sind mir authentische Inhalte und weniger Konsum. Doch ohne Geld geht es nicht. Daher die Bitte an Euch: schaut Euch das Projekt auf StartNext an und wenn Ihr hier gerne in den Rezepten stöbert, dann helft mir mit einem Beitrag Eurer Wahl, die Streuobstwerkstatt auf die Beine zu stellen. Oder leitet den Link weiter an Menschen, die solche Projekte gerne unterstützten. Das wäre so hilfreich.




Worum geht es in der Streuobstwerkstatt?


Es soll ein Lernort geschaffen werden für Jung und Alt, in dem man Streuobstwiesen erleben kann. Außerdem sollen 30 (!) alte, große Obstbäume fachgerecht geschnitten werden, damit diese möglichst lange erhalten bleiben.
Wenn die Finanzierungsphase auch das 2. Zeil erreicht, soll hier ein Ort geschaffen werden, an dem auch die Kinder aus der Lerntherapie einen Ort haben, an den sie gerne kommen und lernen wieder gerne zu lernen - denn draußen sind sie alle gerne.
Papier nutzen wir auch in der Streuobstwerkstatt. Wir lernen ja auch "richtig" ;-)

Was passiert mit Eurem Geld?

Das wird für viele gute Dinge eingesetzte: Baumpflege, Gartenequipment für Kinder, eine neue Gartenhütte, ein Regendach, eine kleine Kelter, endlich ein paar Tische und Bänke, ein behindertenfreundlicher Weg, Schüsseln, Messer, Löffeln. Teller, Schneidbrettchen, Flaschen, Becherlupen, und vielleicht ist dank Eurer Hilfe  ist sogar ein Feldmikroskop drin. Ich fahre davon also nicht in den Urlaub.

"Kirschen lochen für Beginner":Was gäbe ich nun für einen Tisch und eine Bank und noch 2 Schüsseln mehr... 

 Warum solltest Du das Projekt unterstützen?


  • Du hilfst mit, die kulturelle Biodiversität zu erhalten, da hier einige alte Sorten wachsen, etwa eine große Grüne Renecloude, eine unbekannte Mostbirne und eine Kirschsorte, die bislang noch nicht bestimmt werden konnte
  • Du hilfst mit Lebensraum zu bewahren, denn in den Alten Obstbäumen wohnen Fledermäuse, Grünspecht und Co.
  • Du hilfst mit, einen Ort zu erschaffen, der sicher ist und an dem Kinder hoffentlich  gerne Lernen  werden - draußen im Freien und nicht schon wieder "eingesperrt" in einem Gebäude.
  • Du bekommst ein Dankeschön :).
  • Du bekommst alle Inhalte, hier auf dieser Webseite, seid jeher kostenlos. Lass das für mich nicht umsonst sein.
  • Du hilfts mit, einen der artenreichsten und immer bedrohteren Lebensräume in Mitteleuropa zu schützen: die Streuobstwiesen!
Winterprinz, Alkmene und Kalbfleischapfel - Bäumchen schüttel Dich, denn die Äpfel sind schon alle reif.


Du brauchts Motivation mitzumachen?




  • Postkarten oder Kalender sind ein schönes Geschenk für Naturfreunde - mit Mehrwert, denn dafür unterstützt Du ja auch ein schönes Projekt, hilfst der Natur und freust Dich lange Zeit daran.
  • Vielleicht ist auch ein anderes Dankeschön ein schönes Ostergeschenk mit Mehrwert?
  • Du wohnst in der Nähe und willst einen schonen Vormittag oder Nachmittag erleben in der Natur? Auch da ist sicher eines der Dankeschöns etwas für Dich.
  • Du wolltest schon immer Drohnenfotos? Auch hier haben wir ein Dankeschön, das allerdings räumlich auch auf den Rhein-Neckar-Kreis und den Odenwald begrenzt ist, da wir wegen Umweltschutzgründen nicht weit fahren wollen.
  • Du sitzt aktuell auch nur zu Hause und fühlst Dich ohnmächtig in Anbetracht der Situation? Hier kannst Du konkret was tun. Ich denke schon über die Krise hinaus und weiß, das es viele Kinder geben wird, die in den Ferien einiges in der Schule nachzuholen haben werden. Wäre es dann nicht schön, wenn die Kinder draußen im Freien all das nachholen könnten, statt schon wieder in der Stube hocken zu müssen. Gebt den Kindern ihr Lächeln zurück und hilf mir diesen Ort zu schaffen.
Schaut rein! 
Helft mit und unterstützt das Projekt! 
Und leitet den Link weiter! 

Die Kampagne läuft bis zum 30.Mai 2020. 

Vielen lieben Dank!

Ohne Regenunterstand können wir nicht mehr tun, als die Sachen einfach in den Regen zu hängen.


Mittwoch, 25. März 2020

Kräutersuppe anno 1862 - besser als jede Tütensuppe aus dem Vorrat

Danke an Euch alle! Immer wieder bekomme ich Post von Euch, in der Ihr mir schreibt, das Ihr meinen Blog noch lest, Euch daran erfreut und ich doch weiter bloggen soll.  Das ehrt mich. Da aktuell alle meine Schulprojekte und Besuchergruppen aufgrund der Corona-Vorsichtsmaßnahmen weggebrochen sind, bleibt wieder etwas Zeit zu bloggen und kochtechnisch schwelge ich gerade in Nostalgiefieber und Frühlingskräuterfreuden :D. Und mal ehrlich:  Kochen aus dem Vorrat? Aus Konservendosen? Das ist ja gruselig. Wer soll denn da gesund bleiben? Nichts pusht die Immunabwehr so hoch, wie eine anständige Suppe aus frischen Frühlingskräutern, voller Vitamine, Mineralstoffen und Geschmack :). Folgt mir auf eine Zeitreise, fast 160 Jahre zurück...


Slow food - oder wie Urgroßeltern standardmäßig kochten

Eine Wildkräutersuppe aus dem Jahr 1862 - schmeckt auch heute noch.


So und schlage ich sprich- und wortwörtlich eine neue Seite in einem uralten Buch auf.  Ich möchte Euch mitnehmen auf eine Reise in die Vergangenheit, als kochen Standardmäßig noch "slow food" war. Im Internet tut fast jeder so, als hätte er das Rad neu erfunden, aber das stimmt meist nicht. Gerade Kochrezepte existieren schon seid anno dazumal. Meist wurde das Rad nur ein wenig aufpoliert. Genau das möchte ich Euch heute zeigen. Und so widme ich diese Kapitel meiner verstorbenen Schwiegermutter, die mir vor bald 20 Jahren eines der Geschenke machte, die ich gar nicht hoch genug schätzen kann: ein Kochbuch aus dem Jahr 1862. Ich saß lange fasziniert davor und bin auch heute noch jedes Mal ein wenig aufgeregt, wenn ich vorsichtig durch die vergilbten, verfetteten und zum Teil eingerissenen Seite blättere, die seid 4 Generationen im Gebrauch der Familie meines Mannes waren. Es soll Euch dazu motivieren NICHTs zu kaufen. Es soll Euch dazu motivieren das alte Wissen NICHT zu vergessen. Es soll Euch motivieren euch an das Zu erinnern was wir bereits haben, in Kontakt zu treten mit den alten Werten, der alten Tradition und den alten Menschen. Ja, Letzteres  ist gerade nicht leicht ist, aber vielleicht bittet Ihr Eure Großeltern einfach einen Brief zu schreiben mit einem Rezept ihres Lieblingsessens aus  ihrer Jugend? Da fühlt sich jeder nützlich, gewollte und nicht vergessen. Unsere Großeltern bergen wahre Wissensschätze, gerade heute in so seltsamen Zeiten! Und vielleicht schaut Ihr nach dem Lesen dieses Artikels einfach mal wieder in eines der Kochbücher, die verstaubt im Schrank stehen. Es ist doch alles da. Wir brauchen NICHTs.

"Praktisches Kochbuch für die gewöhnliche und feine Küche" von Henriette Davidis aus dem Jahr 1862 -
mein ganz privater Küchenschatz.


Zutaten für die Kräutersuppe aus Bärenklau, Taubnesseln und Co.


Originalrezept der Wildkräutersuppe von 1862

Man nehme von Sauerampfer, Portulak, Basilikum, Kopfsalat, Spinat, Dragon, Pimpernell, Schnittlauch und überhaupt was man von passenden Käutern hat, doch von den stärkeren weniger, zusammen eine handvoll, wasche und schneide sie fein. Hat man ein gutes Stück Butter mit so viel Mehl, als zur Suppe nötig ist, geschwitzt, gebe man die Kräuter dazu, welche man mit Bouillon oder Wasser fein rührt und nachfüllt, und mit Slaz, Kerbel und Petersilie , beides fein gehackt, durchkocht. Kartoffeln- oder Eiklöße werden hineingegeben und die Suppe mit Eidotter abgerührt. Zet des Kochen 3/4 Stunde.

Vorbemerkungen zum Rezept

Und nun Freestyle. Solche Rezepte sind natürlich hochgradig zum Experimentieren geeignet, denn die Mengenangabe beschränkt sich auf insgesamt "eine handvoll". Das Rezept lässt also Spielraum für eine Fülle von geschmacklichen Variationsmöglichkeiten und deswegen liebe ich dieses Kochbuch so.  Letztendlich ist es also eine Suppe auf Mehlschwitz-Basis, abgebunden mit Ei. Simpel. Da Salz und Pfeffer damals kostbar waren, kommt die Suppe ohne aus. Man darf sich den Luxus aber durchaus heute gestatten. Wer jedoch viele Brennnesseln im Rezept verwendet, kann tatsächlich aufs Salzen verzichten.
Dragon ist der alte Namen  für Estragon.
Man sieht also, dass man im Prinzip so ziemlich jedes essbare Pflänzlein im Rezept verwenden kann. Schöne Variationen ergeben sich mit Frühlingszwiebeln und dem derzeit überall sprießenden Bärlauch und der jetzt allgegenwärtigen Knoblauchsrauke.  Man brauch also keine 200 Packungen Tütensuppe im Vorrat zu haben, sondern sollte sich ein Huhn kaufen, damit man frische Eier hat. Butter und Mehl, sind dann die einzigen Zutaten, die man wirklich einkaufen muss - zumindest was das Thema Suppen und Vorratshaltung betrifft.

Für die, die exakte Mengen brauchen würde das Rezept in die moderne Gesellschaft übertragen heißen:

Zutaten für die Kräutersuppe anno 1862:


  • ein Sträußchen Wild- und Küchenkräuter (aktuell möglich: Bärlauch, Wiesenbärenklau, Taubnesseln, Brennnesseln, Pimpernelle, Sauerampfer, Basilikum, Petersilie, Schnittlauch, Giersch, Kerbel, Estragon, Knoblauchsrauke,...)
  • 1/2 Liter Wasser oder Gemüsebrühe
  • 1-2 EL Mehl
  • 2 EL Butter
  • 1 Eigelb
  • Salz und Pfeffer
Taubnesseln, Bärenklau, Brennnesseln, Gundermann - das Grünzeug war in 2 Min gesammelt.

Zubereitung der Kräutersuppe anno 1862:

Die Kräuter waschen, auslesen, fein schneiden. In einen Topf die Butter zerlassen. Wer möchte, schwitzt auch fein geschnittene Zwiebeln an, vom Herd nehmen und das Mehl einrühren (je mehr Mehl, desto dicker wird die Suppe anschließend).  Dann das Wasser unterrühren und die Kräuter zugeben. Alles wieder auf den Herd stellen und kochen lassen. Ist die Suppe zu dünnflüssig geworden, einfach etwas Mehl mit Wasser anrühren und Esslöffelweise zugeben und erneut aufkochen. Abschließend die Suppe vom Herd ziehen und das Eigelb zügig einrühren.
Wer keine stückigen Kräuter mag, kann die Suppe auch vor dem Servieren noch einmal mit dem Pürierstab fein pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. 
Dazu passen gekochte Kartoffeln oder Eierklößen als Einlage.

Grüner Mix aus geschnittenen Wiesenkräutern. Natürlich lässt sich die Suppe anschließen pürieren.


Fazit: Kochen in Krisenzeiten fast ohne Vorrat

Kochen mit Wildkräutern ist kinderleicht und auch in Krisenzeiten fast ohne Vorrat möglich, vor allem jetzt im Frühling. Das haben unsere Großeltern alle noch gewusst, denn nach dem Krieg war auch die Lebensmittelversorgung knapp und sie mussten findig sein, um nicht zu verhungern. Das Problem haben wir heute ja gar nicht. Wer sich ein wenig mit dem Thema Wildnisküche auseinandersetzt, der muss sich auch um Lebensmittelengpässen nicht fürchten. Und Angst macht letztendlich eben auch krank - genau wie zu viel Konservenessen. Natürlich  ist ein Päckchen Nudeln mehr im Haus nicht verkehrt, aber notwendig sind die auch nicht, weil man sich Nudeln auch sehr einfach selber machen kann. Das Knoblauchsraukepesto wächst mit 80% seiner Zutaten eben auch gerade auf den Lichtungen. Statt Pinienkerne einfach ein paar einheimische Walnüsse vom Herbst verwenden und Parmesan hält sich ebenso ewig, etwas Öl und fertig. Schon 2 Tage überlebt  mit Mehl, Ei, Öl, Parmesan und Nüssen ;-).

Bleibt gesund und munter.
Eure Sindy

Kräutersuppe anno 1862 - schmeckte damals wie heute ausgezeichnet.