Donnerstag, 9. April 2015

Wildkräutersalat vom Wegesrand - ein paar Grundlagen für Anfänger

Natürlich sollte man Wildkräuter NICHT vom Wegesrand sammeln...wegen der Hunde. Was habe ich mich über Hunde schon geärgert. Die machen ihre Haufen immer auf die schönsten Kräuter. Oder wachsen sie wegen der partiellen Düngung dort besonders gut? Wer weiß. Jedenfalls nützt die Düngung den größten Wildkräuterfan nichts, denn Pflanzen an solchen "Abort-Meilen" sind einfach nicht essbar. Um Essbares zu finden, muss man also wieder ganz weit laufen oder im eigenen Garten ernten.

Wildkräuter für den Salat wachsen überall. Essen sollte man jedoch nur solche, die abseits aller Straßen,
Wege und Landwirtschaft wachsen. Dann wird die wilde Mischung auch zum Gesundheitsbrunnen.


Knoblauchsrauke, Spitzwegerich, Pimpinelle, Bärlauch und Löwenzahn - klar wachsen die bei mir längst zu Hause. Allerdings: So viel wie ich davon über das Jahr vertilge, muss ich doch gelegentlich Nachschub aus der Wildnis beziehen. Im Odenwald auf der einen oder andere Waldlichtung, in verwilderten Gärten fernab der Weinberg-Spritzerei, Ruderalflächen abseits der Landwirtschaft und jenseits aller Autobahnen....Wildkräuter-Fetischisten brauchen gutes Schuhwerk und stramme Wanderwaden, wollen sie nicht -völlig unökologisch- mit dem Auto überall hinfahren. Und so gehen auch diesem Salat wieder einige Kilometer Fußmarsch voraus. Zugegeben: Ich komme eigentlich von keinen Ausflug in die Natur  ohne Grünzeug in der Tasche nach Hause :). Meine Jungs gucken schon immer ganz schräg, wenn die Mama wieder "grasen" geht : "Das müssen wir aber nicht probieren, oder oder?"  "Nein, alles meins!" *hihihi

Wildkräuter für den Salat


Eine kleine Auswahl möglicher Wildkräuter die jetzt im April salattauglich sind: Pimpernelle, Gundermann,
Spitzwegerich, Löwenzahn, Schafgarbe (im Bild fehlt das "r"  -Danke an Hildegard für den Hinweis-, Gänseblümchen, Bärlauch, Knoblauchsrauke und natürlich der Giersch.
Die Mischung machts, deswegen hat man beim Wildkräutersalat gute Möglichkeiten seinen eigenen Vorlieben nachzukommen. Wildkräuteranfänger sollten mit Endiviensalat/Feldsalat als Grundlage beginnen und erst man nur eine Handvoll Wildkräuter in den Salat mixen. Nach und nach lässt sich der Wilde Anteil erhöhen, bis der Wildkräutersalat zu 100% von der Wiese kommt.  Warum sollte man so vorgehen?
  • Wildkräuter sind zäh. Selbst bei junger Spitzwegerichblättern muss man ganz schön die Kaumuskulatur bewegen.
  • Wildkräuter sind bitter....oder grasig oder scharf....jedenfalls enthalten sie noch alle Bitter- und Geschmacksstoffe die dem Kultursalat weggezüchtet wurden. Das macht sie so gesund, aber man sollte sich langsam an den Geschmack gewöhnen, sonst verleidet einen er Sprung ins "kalte Wasser" weitere Wildkräuterexperimente.

Wie schmecken Wildkräuter?

Die hier verwendeten Wildkräuter:

Pimpinelle: nussig-gurkig
Gundermann: erdig
Knoblauchsrauke: mild-knoblauchig
Bärlauch: scharf-knoblauchig
Löwenzahn: mild-bitter
Giersch: sehr würzig und nicht jedermanns Geschmack.
Schafgarbe: bitter
Gänseblümchen: Blütenblätter als Deko, Blätter schmecken grasig

Sehr dankbar  als Füllmaterial für einen 100%igen Wildkräutersalat ist wilder Feldsalat, der wirklich wie Feldsalat schmeckt, aber lediglich kleinere Blätter hat, als unsere Zuchtsorten. Aktuell will der noch nicht so richtig wachsen. Ein Foto kommt aber hoffentlich noch.

Aktuell macht mein größter Anteil im Salat der Löwenzahn und die Pimpernelle aus etwa die Hälfte der Salatschüssel, dann folgt Giersch, und der Rest dient als "Würze" und füllt insgesamt etwa 1/4 der Schüssel.

Natürlich gibt es noch viele, viele weitere Wildkräuter. Manchmal schmecken die Blüten anders als die Blütter, die Wurzel dann noch mal gnz anders und je nach Alter und sogar nach Standort finden sich Variationen im Geschmack. Hier haben Gourmetzungen viel zu tun, die einzelen Geschmacksnuancen zu beschreiben. Ich find das immer wieder spannend, gerade wenn man einen Geschmack beschreibt, der doch sehr einmalig ist. Wie schmeckt Giersch? Eben nach Giersch :).

Für Wildkräutereinsteiger: Löwenzahn im Salat

Löwenzahn ist ein wahres Jungbrunnen. Allerdings können Wildkräuterneulingen sogar die Bitterstoffe in den jungen Blättern auf den Magen schlagen, grade wenn man die zum ersten Mal isst und die Menge zu groß gewählt hat. Wer hier seinen Magen erst langsam an gesunde Wildkost gewöhnen will, weil er weiß, dass er mit der Verdauung ohnehin Probleme hat, der sollte bei Löwenzahn das folgende versuchen:
  • wirklich nur junge Blätter verwenden
  • nur die obersten 2/3 des Blattes verwenden und den dickeren Blattstiel abschneiden
  • die Löwenzahnblätter 1-2 h wässern und das Wasser abgießen. Auf die weise sind die meisten Bitterstoffe aus dem Blätter entfernt.

Für Wildkräutereinsteiger: Gänseblümchenblüten im Salat?

Ehrlich? Ich ess die auch nicht an einem Stück! So ein ganzer "Klumpen" Blüte ist selbst mir zu viel. Ich bin doch keine Kuh! Die Blütenblätter zupf ich ab und streu sie über den den Salat. Den Blütenboden schneide ich klein. Wenn ich Blätter von Gänseblümchen gesammelt habe, wandern eher die in den Salat und ich lass den Blütenboden weg. Mir ist der einfach zu "faserig".
Dennoch kann man die Blüten komplett essen. Wenn ich das machen will, dann lege ich mir aber ein Glas an, in dem ich Gänseblütenknospen wie Kapern einlege. Dadurch werden die Blüten weich und können prima gegessen werden. Als Deko eigenen sich aber 1-2 Blüten am Rand der Salatschüssel immer. Sieht einfach gut aus.

Welche Soße für den Wildkräutersalat?

Eine einfache Soße aus Essig und Öl mit Salz und Pfeffer geht immer. Etwas milder sind Vinaigretten. Wie wäre es z.B. hierfür Veilchenessig zu verwenden?  Joghurt- oder Sahnedressigs milder den manchmal doch recht kräftigen Geschmack der Wildkräuter und binden die Bitterstoffe zusätzlich ab. Wer sich also an seinen ersten Wildkräutersalat versucht, der sollte seinen Salat mit einen solchen Dressing versuchen. Zwei Basis-Salatsoßen als Vorschlag:

Joghurt-Dressing:
  • 40 ml Öl
  • 40 ml Essig
  • 120 ml Joghurt
  • 1,5 TL Senf
  • 2 TL Zucker
  • 1 TL Salz
Vinaigrette:
  • 40 ml Öl
  • 40 ml Essig
  • 80 ml Wasser
  • 2 TL Senf
  • 1 Zwiebel
  • 2 TL Zucker
  • 1 TL Salz
Kräuter wie Petersilie oder Schnittlauch braucht es nicht mehr in der Soße, die gibt es ja reichlich im Salat. Statt Zucker geht auch Honig, Stevia oder sogar Spitzwegerichsirup. Es geht aber auch ganz ohne. Natürlich ist jede andere Salatsoße denkbar, denke da hat jeder so "seine" Soße. Ansonsten einfach mal ein wenig in den Rezeptbüchern dieser Welt googeln.



Dienstag, 7. April 2015

Veilchenessig, Veilchenzucker, Veilchensirup - alles lila oder was?


Veilchen sind etwas Wunderbares. Allein die Farbe erfreut das Herz, der Duft geht direkt in die Seele und der Geschmack in den Magen: als Veilchenessig über den Salat, als Veilchenzucker auf Cupcakes, als Veilchensirup in die Limonade. Diese wunderbaren kleinen lila Farbtupfer als Unkraut zu bezeichnen, ist schon fast eine Beleidigung, aber: Aktuell blühen bei uns die Veilchen um die Wette, eben wie Unkraut. Ernten tue ich meist unter den verärgerten Blicken der Passanten: Was mir denn einfällt, dieses Naturschauspiel zu zerstören. Und dann, dann berichte ich, was man daraus Wunderbares kochen kann und plötzlich merkt man, wie die vormals wütenden Blicke sich in suchende verwandeln...jaja, Veilchen verzaubern :)....
Veilchen verzaubern - auch die Köche. In diesem Beitrag erfahrt Ihr, was sich aus Veilchen so alles machen lässt.
Die Veilchen wildere ich übrigens nicht. Sie wachsen in meinen eigenen Garten und ich pflücke immer nur 1/3 des Bestands. Die andern 2/3 sollen sich neu aussamen, immerhin will ich mich auch im nächsten Jahr an dieser Nasen- und Augenweide erfreuen.
Schade dass ich den HTML-Code für "Veilchengeruch" nicht kennen und das Internet  geruchsfrei ist. Lieblich betörend streifte ein sanfter Hauch von Veilchen und Frühling durch meine Küche. Eine wahre olfaktorische Orgie.
Es gibt unzählige Viola-Arten bis hin zum Stiefmütterchen, das ebenfalls zu den Veilchen gehört. Die hier verwendeten Veilchen sind Duftveilchen (Viola odorata), wie sie zur Zeit zu Hunderten auf den Wiesen blühen. Und ja! Auch mir tut es immer ein bisschen leid, wenn ich die kleinen Farbtupfer von der Wiese zupfe. Aber nur ein bisschen, denn sobald ich die Veilchen in der Küche habe, freue ich mich riesig und meine Kinder sind immer ganz wild darauf, den Zitronensaft zum Veilchensirup zu tropfen...Abrakadabra!

Veilchenessig herstellen

Veilchen-Essig ist ein Gourmetessig der Extraklasse. Nie war Unkraut schöner.
  • neutraler Essig wie Reiswein- oder heller, milder Balsamico-Essig
  • Veilchenblüten 
Die Veilchen in ein verschließbares Glas geben und so viel Essig zugeben, bis die Veilchen bedeckt sind. Das Ganze auf der Fensterbank 24h bis 2 Wochen stehen lassen, dabei täglich schütteln. Anschließend die Blüten abfiltern und den Essig in eine Flasche füllen.
Frisch angesetzt steckt die Farbe noch in den Veilchen, nicht im Essig. Das ändert sich bereits wenige Stunde später.
Je länger der Essig zieht, desto eher nimmt er den Geschmack der Veilchen auf. Mir reichen 3-4 Tage, sonst wird mir der Geschmack nach Veilchen zu intensiv. Ein toller, besonderer Essig für blumige Salate und die Wildkräuerküche und ein echter Hingucker, wenn man einige Tropfen dekorativ in und um den Salat träufelt.

24h später ist Farbe und Geschmack aus dem Veilchen in den Essig gewandert. Wer möchte, kann den Essig 2 Wochen lang ziehen lassen, dann wird der Veilchengeschmack sehr kräftig. An der Farbe ändert sich aber kaum mehr etwas. Ein Tick dunkler wird er noch.
Tipp: Wie wäre es mit rosa Balsamico-Creme? Einfach den Essig kurz mit ein wenig Speisestärke aufkochen und grade so weit andicken, dass er die Konsistenz von Balsamico-Creme hat. Macht sich super auf den Tellern und jeder fragt sich, was das wohl ist.

Veilchenzucker selber machen

  • 1 EL abgezupfte Veilchenblütenblätter ohne Stiele
  • 2 EL Zucker

Zu schön zum Essen: Veilchenzucker sieht nicht nur toll aus, er riecht sogar nach Veilchen.
Die Veilchenblüten im Mörser mit dem Zucker vermahlen. Evtl. noch etwas Zucker zugeben. Die feuchte Masse anschließend einige Stunden auf der Heizung oder der Fensterbank in der Sonne trocknen lassen und bei Bedarf noch einmal im Mörser auf Zuckerkorngröße brechen.
Eignet sich als Deko-Streuzucker zu Vanilleeis, für Cupcakes, Torten oder Kekse und lässt sich eigentlich überall dort einsetzen, wo man auch Rosenzucker verwendet. Ein echter Luxus-Zucker.


Veilchensirup machen

Veilchentee. Auch der lässt sich trinken, aber wir machen
daraus Sirup.
  • 1 Tasse Veilchenblüten
  • 100 ml kochendes Wasser
  • 100 g Zucker
  • 1-2 TL Zitronensaft, tropfenweise zufügen

Die Kinder können es kaum abwarten: Zitronensaft macht aus    
Lila ein kräftiges Pink. Naturchemie.
Die Veilchenblüten mit kochendem Wasser übergießen und 3h ziehen lassen, dann abseihen. Man erhält einen schönen blauen Tee, der fast schon aussieht wie Tinte. Nun die Zitrone hinein tropfen und grade so viel zugeben, wie man den Blauton ins gewünschte Pink verwandeln verwandeln möchte. Meist ist man so fasziniert vom Farbenspiel, dass man so viel Zitrone zufügt, bis der gesamte Farbstoff aus den Veilchen reagiert hat. In dem Fall erhält man einen schönen dunkel-pinkfarbenen Sirup. Wer mehr wissen möchte, der kann einmal hier nach Farbstoff in Veilchen nachschlagen: Repertorium der organischen Chemie. Es ist ein sehr altes Buch.
Die Sirup-Grundlage wird nun 1:1 mit Zucker versetzt und aufgekocht bis der ganze Zucker gelöst ist. Dann in Flaschen füllen. Mit Mineralwasser aufgegossen eine erfrischende Limonade mit einen zarten Lila-Ton. Natürlich kann man nun auch noch mit blauer Lebensmittelfarbe nachhelfen, aber das ist was für Leute, die gerne Chemie essen.

Tipp: Wer statt normalem Zucker Gelierzucker verwendet, erhält ein farbstarkes Veilchengelee fürs Frühstücksbrötchen.

Viel zu schnell ausgetrunken: Veilchen-Limonade aus Veilchen-Sirup.




Mittwoch, 1. April 2015

Reinigungsmilch mit Rosskastanienknospen - wieder was für die Haut


Ein schnell gemachtes Mitbringsel oder zum Eigengebrauch:
Reinigungsmilch mit Rosskastanienknospen.
Knospen sind ein tolles Material und nun ist die Zeit sie zu nutzen. Rosskastanienknospen stecken voller Vitalstoffe, Enzyme und Mineralstoffe und darüber hinaus auch Saponine, jener waschaktiven Substanzen, die auch in den Rosskastanienfrüchten zu finden sind.  Gestern hab ich Euch eine Salbe für die Hautpflege vorgestellt. Ein paar Knospen hatte ich allerdings zu viel gesamelt. Wegwerfen? Nichts da! Zaubern wir noch schnell eine Reinigungmilch aus Rosskastanienknospen, völlig frei von diesem ganzen chemischen Schnickschnack.

Milch, Salz, etwas Pektin, Rosskastanienknospen
und ein Teelöffel Öl  (auf dem Foto fehlend)
und schon hat man eine hautfreundliche,
schonende und sehr gut für empfindliche Haut
verträglich und natürliche Reinigungsmilch.

Zutaten für die Reinigungsmilch aus Rosskastanienknospen

  • 100 ml Milch
  • 1 El kleingeschnittene Rosskastanienknospen
  • 1 Prise Meersalz
  • 1/2 TL Sofortgelatine oder eine gute Prise Apfelpektin
  • 1 TL Rapsöl

Als Milch eignet sich am Besten Ziegenmilch, aber wer die nicht hat, erziehlt auch mit Vollmilch gute Ergebnisse. Die Haut freut sich so oder so.

Die Rosskastanien kleinschneiden und mit Milch und Salz im Mixer fein pürieren und ein paar Minuten ziehen lassen. Durch einen feinen Filter in ein Fläschchen oder ein Glas füllen und die Gelatine oder das Apfelpektin zugeben und kräftig schütteln oder gut umrühren. Die Lotion ist wie übliche Reinigungsmilch zu verwenden.

Anmerkungen und Tipps zur Reinigungsmilch aus Rosskastanienknospen

Eine aufgeschnittene Rosskastanienknospe -
voller toller Inhaltsstoffe!
  • Das Pektin dient einfach dazu, die Milch etwas anzudicken und kann auch weggelassen werden, dann hat mal einen ziemlich flüssigen Gesichtsreiniger, der sich für Wattepads eignet.
  • Haltbar ist die Milch im Kühlschrank leider nur eine Woche, also nicht literweise herstellen! Wer zu viele Knospen gepflückt hat, kann die übrigen Knospen einfrieren und nach und nach für neue Milch oder Salbe verwenden.

Dienstag, 31. März 2015

Rosskastanienknospen-Salbe für die Haut - Sinnliches gegen Juckreiz

Als Ostergeschenk eine Salbe aus Rosskastanienknospen?
Naturliebhaber freuts bestimmt.
Heute ein Ausflug in die Naturkosmetik. Wer viel draußen unterwegs ist, dessen Haut wird stark beansprucht: Schürfungen, Brennnesselpieckser, Insektensticke, Sonnenbrand, Hautreizungen durch allerlei Pflanzen. Hier bietet die Natur mal wieder die beste Pflege: aus Rosskastanienknospen! Die sind grad schön prall und kurz vor dem aufplatzen. Der perfekte Zeitpunkt eine Handvoll Knospen mit nach Hause zu nehmen.


Die Wirkstoffe und Wirkung der Rosskastanien-Pflanze

Die Rosskastanie hat allerlei Wirkstoffe zu bieten. Diese Stecken nicht nur in den Kastanien selbst, sondern auch in den Knospen, die nun an den Bäumen zu sprießen beginnen. Neben Enzymen finden sich in der Rosskastanienpflanze auch Harze, Phytosterin, Gerbstoffe, die waschaktiven Saponine, Aeculin und Aescin als besondere Wirkstoffe, Reichlich Magnesium, ätherische Öl und Fette,Flavonoide, Cumarine un natürlich Chlorophyll, Bitterstoffe und Eiweiße. Jede Menge tolles Zeug also, das eine ganze Reihe von Auswirkungen auf den Menschen hat: entzündungshemmend, blutreinigend, entgiftend, wundheilend, UV-schützend, schmerzstillend, blutstillend, hustenstillend, venenstärkend und hautberuhigend. Darüber hinaus wirken Rosskastanienanwendungen basisch. Das schreit ja förmlich nach: "Benutz mich, ich bin toll!" Wie man Rosskastanien zum Waschen einsetzt, habe ich euch ja bereits im Herbst gezeigt. Seither hab ich mich mit Rosskastanien näher befasst und bin ein wahrer Rosskastanien-Fan geworden, wenn es um Reinigung geht.

Heute also ein Rezept für den Unkrautgourmet und die bevorstehende Gartensaison. Einen kleinen Tiegel voller Rosskastanienknospen-Salbe werde ich die nächsten Monate wohl in meinen Rucksack immer dabei haben. Die Salbe wirkt nicht nur bei Juckreiz und Sonnenbrand, sondern auch bei Akne und Exzemen. Die Zutaten sind nun wirklich simpel und die Herstellung erfordert lediglich ein wenig Wartezeit. Dafür weiß man was drin ist.

Die Zutaten für Rosskastaneinknospensalbe sind überschaubar: 2 Esslöffel Rosskastanienknospen
geben der Salbe ihre Wirkstoffe. Dazu Bienenwachs, Öl, Salz und ein guter Schuss Honig.

 

Inhaltsstoffe der Rosskastanienknospen-Salbe

  • 2 EL kleingeschnittenen Rosskastanienknospen
  • 2 TL Kastanienhonig
  • 100 g Öl (am Besten ist hier kaltgepresstes Mandelöl, zur Not tut es aber auch Rapsöl)
  • 10 g Bienenwachs
  • 1 Prise Meersalz

Anleitung zur Salbenherstellung aus Rosskastanienknospen

Blick ins Glas: Die Rosskastanienknospen extrahieren im Öl.
Die Rosskastanienknopsen werden möglichst kleingeschnitten  und zusammen mit dem Honig, dem Salz und dem Öl verrührt. Im Öl bleibe die Knospen 1 Woche lang, wobei es möglichst mehrmals täglich geschüttelt werden sollte. Nach der Woche filtert man die Knospen durch ein feines Sieb ab und drückt diese noch ein wenig aus. das Öl wird zusammen mit dem Bienenwachs in Wasserbad unter Rühren erhitzt, bis sich das Wachs vollständig gelöst hat. In einen (oder mehrere kleinere) Tiegel gegossen erhält man ca. 100 g etwas festere Salbe. Wem die Masse zu fest ist, kann diese noch einmal kurz erwärmen und etwas mehr Öl unterrühren. Haltbar ist das Ganze etwa 3 Monate, gekühlt auch etwas länger.
Nach einer Woche ist das Öl ziemlich trübe. Ein
gutes Zeichen, denn die Inhaltsstoffe sind aus den
Rosskastanienknospen ins Mandelöl gewandert.


Anmerkungen zur Salbe

Den Kastanienhonig riecht man in dieser Kombination schön heraus und zusammen mit dem Bienenwachs ist dass ein sehr sinnlicher Duft. Den UV-Schutz dieser Creme sollte man nicht überschätzen. Ich würde den Lichtschutzfaktor hier auf maximal 2 oder 3 einschätzen. Verantwortlich ist hier das Aesculin. Das hat noch eine ganz andere Eigenschaft: Wer eine UV-Lampe zu Hause hat, der sollte man ein Stück Rosskastanienrinde in ein Glas mit Wasser legen und einige Stunde warten und dann das Wasserglas im Dunken mit der UV-Lampe beleuchten: Aesculin flouresziert blau-grün! Ein tolles Spektakel. Eure Kinder werden kreischen vor Begeisterung :). Wenn ich das nächse mal dran denke, besorge ich mir eine neue UV-Lampe im Baumarkt und mach mal ein Foto davon und stelle das hier ein.

Montag, 23. März 2015

Bärlauch-Bresso - ein echter feuriger Gourmet-Aufstich

Bärlauch-Saison! Klar sammel ich den gleich büschelweise. Bereits jetzt Ende März gibt es bei uns ein paar Stellen, die dem übrigen Bärlauchplätzen um 1-2 Wochen voraus sind. Sammeln sollte man nie alles und immer aus der Mitte eines Bestandes heraus (so schließen sich die Lücken schneller und auch der Fuchsbandwurm ist dort eigentlich nicht zu finden)!
Eines meiner Lieblingsrezepte ist ein echter Gourmet-Aufstrich: Bärlauch-Bresso. Bresso ist so oder so sehr lecker, aber das Preis-Leistungs-Verhältnis lässt sich verbessern ;)....und auch der Geschmack! Also dann: vom Wald direkt in die Küche!
Vorneweg eine kleine Warnung: Diese Variante Bärlauch-Bresso ist sehr scharf! Hier wird purer Bärlauch und nicht zu knapp verwendent!  Wer ihn milder mag, sollte eine der unten beschriebenen Kräuter-Varianten versuchen. Das schöne am Bärlauch ist ja: Man erspart sich die typischen Knoblauch-Ausdünstungen hinterher.

 
Selbst gemachter Bresso mit Bärlauch ist nichts für "Weicheier". Der Bärlauch gibt diesem Aufstrich richtig Feuer.

Zutaten für Bärlauch-Bresso

Übersichtliche Zutaten für den Bärlauch-Bresso: Bärlauch,
Sahne, Quark, Schmand, Salz und Pfeffer.
  • ein Büschel Bärlauch
  • 500 g Quark
  • 200 g Sahne
  • 200 g Schmand
  • Salz, Pfeffer
Als Ausstattung werden gebraucht: Ein feines, großes Sieb, eine Schüssel in die man das Sieb einhängen kann, Rührschüssel, Schneebesen, Schüssel mit Deckel. Wer kein Sieb hat, kann es mit einen Molton-Tuch versuchen
Ich nehme für den Bresso Magerquark, da durch die Sahne und den Schmand ohnehin schon genug Fett in der Creme sein wird.

Zubereitung von Bärlauch-Bresso

In einen Sieb darf mindestens über nacht die Molke abtropfen.
Je länger man die Creme im Sieb hat, desto "trockener" und
"bröseliger" wird der Bresso hinterher.
Den Bärlauch waschen, gründlich atropfen lassen und sehr fein schneiden. Den Quark, die Sahne und den Schmand miteinander verrühren. Den Bärlauch unterrühren und gut mit Salz und Pfeffer würzen. Die Masse nun ins Sieb füllen und das Sieb in die Schüssel hängen, abdecken. Bei Zimmertemperatur 12-24h abtropfen lassen. Die Masse in eine verschließbare Schüssel füllen und noch 1-2 Tage im Kühlschrank nachreifen lassen.

Bei uns schafft der Bresso den zweiten Nachreife-Tag im Kühlschrank nicht mehr: Meist ist der dann schon aufgegessen.


Kräuter-Varianten

Dieser Bresso lässt sich auf die gleich Weise mit Mischungen von Wildkräutern oder gewöhnlichen Küchenkräuern, mit und ohne Knoblauchzehe, herstellen.
Bärlauch-Bresso ist wirklich scharf! Milder wird er wenn man die Hälfte der Kräuter ersetzt durch:
  • Löwenzahn, Giersch, Schabockskraut, Postelein, Schafgabe
  • Schnittlauch, Petersilie, Dill, Basilikum
  • oder eine TK-Mischung.  
Eine der besten Varianten ergibt sich mit Knoblauchsrauke! Diese ist milder als Bärlauch, hat einen feinen Knoblauch-Geschmack und ist nicht ganz so scharf. Wer aber etwas "Feuer" auf dem Brot mag, der liegt mit Bärlauch-Bresso genau richtig.

Tipp: Kaufen statt sammeln

Wer nicht sammeln kann oder will, sollte auf Wochenmärkten die Augen offen halten, auch da findet sich der Bärlauch vereinzelt bereits. Hier kann man den Käufer seines Vertrauens auch Fragen, ob der Bärlauch Wildwuchs ist und aus einem fuchssicher eingezäunten Gebiet stammt, oder aus einer Gärtnerei kommt.

Samstag, 14. März 2015

Mit dem Pimpinelle-Smoothie in die Wildkräutersaison starten


Es geht wieder los: Das erste Grünzeug wächst und der Unkrautgourmet kann natürlich nicht an sich halten und beißt sofort ins Gras...oder in den Wiesenknopf. Hinein in eine neue Unkrautsaison mit dem Pimpinelle-Smoothie!
Pimpinelle, auch großer Wiesenknopf genannt, gehört zu den ersten Frühlingskräutern, die sich
auch jetzt schon auf den Märkten finden lassen. Diese hier landete im Pimpinelle-Smoothie.

Der Geschmack von Pimpinelle

Pimpinelle ist eines der erste Wildkräuter, die in meinen Garten wachsen. Ich liebe sie! Sie schmeckt nussig-gurkig, passt zu Kartoffeln, in jede Salatsoße und findet sich natürlich auch in jeder Frankfurter Grüne Soße. Für meinen Geschmack kann der Anteil von Wiesenknopf nicht hoch genug sein, denn sie schmeckt sehr, sehr mild!  Sie hat nicht bitter, nicht grasig und ist somit ein ideales Einsteiger-Grün.

Pimpinelle, Bibernelle und Pimpernella - was ist nun was?

Der Große Wiesenknopf sprießt bereits.
Pimpinelle ist botanisch betrachtet der große Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis). Es gibt auch noch den kleinen Wiesenknopf (Sanguisorba minor), dieser wird aber NICHT in den Kräuterbüscheln für Frankfurter Grüne Soße verwendet und meist wird auf den Märkten auch nur der große Wiesenknopf verkauft, sofern der Gärtner sich auskennt. Doch keine Sorge: Auch der kleine Wiesenknopf ist essbar, auch wenn sein Geschmack stark würzig und nicht ganz so mild ist.
Im Volksmund heißt der große Wiesenknopf auch Blutskraut, Sperberkopf und manchmal auch Bibernelle.  Hier beginnt nun wieder das Verwirrspiel um die volkstümlichen Namen, denn es gibt auch noch eine andere Bibernelle, die im Lateinischen den Namen trägt, den man für die volkstümliche Pimpinelle halten kann: Pimpinella. Von ihr gibt es, wie vom Wiesenknopf auch, eine große Bibernelle (Pimpinella major) und eine kleine Bibernelle (Pimpinella saxifraga), die gelegentlich im Volksmund - wie kann es anders sein - eben auch als Pimpinelle bezeichnet wird. Wer sich also mit Laien über Pimpinelle unterhält, sollte immer dazu fragen: Sprechen wir vom Wiesenknopf oder von der Bibernelle?
Ja, ja, der Volksmund ist für Botaniker eine schwere Sprache, da ist Latein viel einfacher. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch daran, dass es beim Dost und Majoran ein ähnliches Namensdurcheinander gab.
Doch auch hier wieder etwas Beruhigung: Auch die Bibernellen sind essbar, schmecken aber scharf-würzig, also ganz anders als das Grün, was in man in den Frühlingsbüschen findet.
Während die Wiesenknöpfe zu den Rosengewächsen (Rosaceae) zählen, werden die Bibernellen den Doldengewächsen (Apiacae)  zugerechnet. Hier auf die richtige Pflanze zu gucken, ist also grade für Allergiker, die auf Doldengewächse reagieren, wichtig.
Die Merkmale der einzelnen Arten hier nun anzuführen, ist unsinnig, zumal einzelnen Exemplare sich verdammt ähnlich sehen können. Auch ich als Botaniker gerate da gelegentlich ins Schwitzen, doch oft hilft dann einfach ein Geschmackstest.
Apropos Geschmack: Der große Wiesenknopf wirkt entschlackend und blutreinigend und ist damit ohnehin unverzichtbar als klassisches Frühlingskraut. Weg mit den winterlichen Altlasten und Ade Frühlingsmüdigkeit!

Doch genug der Rede. Meine Bündel Pimpinelle (großer Wiesenknopf) stammt aus meiner Garten. Bei Dirks Biokiste habe ich frische Bündel Pimpinelle aber auch schon entdeckt.

Zutaten für den Pimpinelle-Smoothie

Mhhh! Lecker! Kiwi, Banane, Gurke und
ganz viel Wiesenknopf geben dem Smoothie
eine tolle Frabe und volle Vitalstoff-Power.
  • 1 Bündel Pimpinelle (das ist die Menge, die man in der Hand gehalten so umschließen kann, dass Daumen und Zeigefinger sich berühren)
  • 2 Kiwi, geschält
  • 1 Banane, geschält
  • 1/2 Gurke
  • 1 Glas Wasser 

Zubereitung des grünen Pimpinelle-Smoothies
Obst und Gemüse grob zerteilen  und samt dem Bündel Grün gründlich mixen und sofort trinken.
Schmeckt gurkig, ohne aufdringlich zu sein. Der perfekte Einstieg in eine grüne Saison.


Hochleistungs-Smoothie-Mixer oder Küchenmixer?

Immer wieder fragen mich die Leute, ob ich für meine Smoothies ein Hochleistungsmixer nehmen. Professionelle Smoothiemixer haben 2 PS und laufen mit mindestens 30.000 Umdrehungen. Das ist ein Rasenmäher in der Küche! Leider haben solche Mixer ihren Preis. Tatsächlich schmecken Smoothies noch mal viel smoothieger (cremiger), wenn sie mit einen solchen Turbo-Gerät gemixt werden. Das Ergebnis lässt eigentlich kein Vergleich mit der grünen Häckselmasse aus einem gewöhnlichen Haushaltsmixer oder einen 300 Watt-Pürierstab zu. Dennoch: Ich mixe mir meine Smoothies nach wie vor mit meinen Haushaltsmixer. Wenn der mal seinen Geist aufgibt, weil ich ihn mit der Smoothie-Mixerei an den Rand seiner Existenz gebracht hab, dann - und erst dann - werde ich sagen: Ok, ich mixe mir doch so viele Smoothies, dass sich der Kauf eines teureren Hochleistungsmixers auch wirklich lohnt. Außerdem hab ich ungern zwei Mixer zu Hause herumstehen. Wer sich die Anschaffung eines solchen Gerätes überlegt, sollte mal die Green-Smoothie-Challange von greensmoothie.de mitmachen. In so einer Woche kann man einen Hochleistungsmixer für 10 Tage testen, hat in der Challange-Woche 21 Smoothies in top gemixter Qualität ausprobiert und kann das Gerät dann immer noch zurück schicken.
Und ja, die Smoothies schmecken auch mit einem normalen Haushaltsmixer, auch wenn man den einfach mal 1-2 Minuten länger laufen hat und das eine oder andere Kiwi-Kernchen noch zwischen den Zähnen knirschen darf. Die Verdauung will ja auch noch was zu tun haben.
ACHTUNG! Eine Anmerkung zum Schluss: Bei Smoothies aus dem Hochleistungsmixer werden die Fasern zerstört, die normalerweise die Aufnahme von Zuckern aus den Früchten im Körper verlangsamen! Nach so einem Hochleistungssmoothie mit Obst schnellt der Blutzuckerspiegel in die Höhe! Das sollte man wissen, wenn es um gesunde Ernährung geht. Nichts gegen den Hochleisungsmixer und einen wirklich "smoothen", also samtigen Smoothies. Aber man sollte das Trinken einen solchen nicht kurz vor eine "Ruhephase" legen. Morgens als Kickstarter für den Tag super, abends als Schlummertrunk eher ungeeignet. Ist also nicht wirklich schlimm, wenn ein gewöhnlicher Haushaltsmixer ein paar Fasern heile lässt ;-).

Ein kleines Happy-End für zwei Kartoffeln

Aus Herzchen-Kartoffeln wurde
eine Rose.
Was wurde eigentlich aus den Valentinstags-Herz-Karoffeln? Geschält, fein gehobelt, mit Öl eingepinselt, aufgerollt und in eine Muffinform gesteckt, dann für 20 min im Ofen gebacken, und leicht gesalzen, am besten mit Kräuterbutter genossen, konnte ich aus so wunderbaren Kartoffen  natürlich keine gewöhnlichen Kartoffeln kochen. Statt dessen wurde aus den zwei Herzen eine Rose. Happy End für zwei Kartoffen. :)


Samstag, 14. Februar 2015

Zauberhafter Valentinstag

Allen Verliebten, allen Schumsekatzen und allen Menschen die wir lieben: einen zauberhaften Valentinstag.
An alle, die einsam sind, keinen Partner (mehr) haben - ihr seid nicht allein. Irgendwo auf dieser Welt denkt grade in diesem Augeblick jemand an euch! Ganz bestimmt!

Unkrautgourmet.de wünscht einen zauberhaften Valentinstag.

Ich weiß nicht wie es Euch geht, aber ich freu mich auf den Frühling und die Günzeugsaison. Fang jetzt schon an im Wald zu buddeln um zu sehen ob sich der Bärlauch schon rührt....der Winterschlaf ist bald vorbei :).